Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Das Haus der geheimnisvollen Uhren





Eine ungewöhnliche Wahl

Beim Namen Eli Roth denkt man wohl kaum an Kinderfilme. Schließlich ist der amerikanische Regisseur bekannt für Splatterorgien wie "Cabin Fever" und Folter-Horror à la"Hostel" - und das, obwohl er laut eigener Aussage kein echtes Blut sehen kann. Auch als Darsteller kennt man den 46-Jährigen: In Quentin Tarantinos Meisterwerk "Inglourious Basterds" spielte er den sogenannten Bärenjuden, der die Nazis das Fürchten lehrt. Genau dieser Eli Roth, der erst vor Kurzem das Remake des Charles-Bronson-Rachethrillers "Ein Mann sieht rot" mit Bruce Willis inszenierte, übernahm nun die Regie bei einer Jugendbuchadaption. "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" basiert auf dem gleichnamigen ersten Band einer vor allem in den USA beliebten Romanreihe. Mit Jack Black und Cate Blanchett hochkarätig besetzt, schickt sich Roth nun an, dem wohlig-gruseligen Fantasy-Abenteuer zu filmischen Weihen zu verhelfen. Ob er der richtige Mann dafür ist?

Lange bevor es Joanne K. Rowlings "Harry Potter"-Romane gab, schrieb der US-Autor John Bellairs bereits Jugendbücher, in denen er Fantasy-, Horror- und Abenteuer-Elemente miteinander vermengte. Seine als "Gothic Mystery" bezeichneten Geschichten rund um Helden wie Anthony Monday, Johnny Dixon und Lewis Barnavelt wurden auch nach seinem Tod im Jahr 1993 erfolgreich fortgeführt. In Deutschland sind die Barnavelt-Romane erst seit einigen Jahren bekannt: Im Zuge des "Harry Potter"-Hypes versuchte man sie als "Muss" für jeden Fan des Zauberschülers zu vermarkten.

Jener Lewis Barnavelt ist nun auch die Hauptfigur von "Das Haus der geheimnisvollen Uhren". Gespielt wird der zehnjährige Waisenjunge von Owen Vaccaro, der sich seine ersten Schauspielmeriten unter anderem durch die beiden "Daddy's Home"-Filme verdiente. Als Lewis im Jahr 1953 beide Eltern verliert, kommt er bei seinem spinnerten Onkel Jonathan (Jack Black, "Gänsehaut") unter. Die nicht minder skurrile Nachbarin Mrs. Zimmermann (Cate Blanchett, "Der Herr der Ringe") achtet derweil auf das Wohlbefinden des Männerduos.

Als weiterer Hauptdarsteller entpuppt sich das titelgebende Haus: In dessen Wänden tickt irgendwo - bislang unentdeckt - eine magische Uhr. Natürlich wird der Junge von der Neugier gepackt und versucht das Rätsel um das sonderbare Messinstrument zu lösen. Unbeabsichtigt setzt er dadurch ein ziemliches Chaos in Gang. Als eine böse Hexe plötzlich auf der Bildfläche erscheint, ist das Schicksal der ganzen Welt bedroht! Wie gut, dass Onkel Jonathan und Mrs. Zimmermann so einige Tricks in petto haben - auch sie verfügen über magische Fähigkeiten.

Wenn alles gut läuft, dann schlägt Regisseur Eli Roth mit seiner neuesten Arbeit in dieselbe Kerbe wie sein Kollege Robert Rodriguez. Dieser meistert schon seit Jahren recht erfolgreich den Spagat zwischen harter Genrekost ("Planet Terror", "Sin City") und leichtfüßigen Kinderfilmen ("Spy Kids"). Eine ausführliche Kritik zu "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" folgt erst kurz vor Kinostart. Dann klärt sich auch die Frage, ob der Filmemacher an vergangene Erfolge der Produktionsfirma anknüpfen kann: Auf das Konto von Amblin Entertainment gehen schließlich Klassiker wie "E.T. - Der Außerirdische" und "Gremlins - Kleine Monster".

Quelle: teleschau - der mediendienst