It Must Schwing! The Blue Note Story

It Must Schwing! The Blue Note Story





Wie zwei Deutsche den Amerikanern den Jazz brachten

Die Nachricht schreckte vor wenigen Wochen so manchen Liebhaber analoger Tonträger auf: Audiostreaming macht in Deutschland erstmals mehr Umsatz als der Verkauf von CDs, verkündete der Bundesverband Musikindustrie. Das kann man schade finden, muss man aber nicht. Was die neue Marktmacht von Spotify und Co. jedoch für die Plattenlabels bedeutet, ist noch völlig offen. Wie wichtig die Labels aber für die Entwicklung von Musikern sind, das zeigt wunderbar der Dokumentarfilm "It Must Schwing!". Er feierte auf dem Münchner Filmfest Premiere.

Regisseur Eric Friedler ("Aghet - Ein Völkermord") erzählt mit viel Archivmaterial und neuen Interviews die unmöglich scheinende Geschichte von "Blue Note Records", dem vielleicht wichtigsten Jazz-Label der Welt, das 1939 von den deutschen Auswanderern Alfred Löw und Frank Wolff in New York gegründet wurde. Schon in Berlin hatten die beiden Juden ihrer Leidenschaft für Jazz gefrönt. Als sie dann aber in den USA feststellen mussten, dass ihre Lieblingsmusik kaum auf Platte zu haben war, produzierten sie ihre eigenen Schellacks und nahmen später Größen wie Miles Davis, Herbie Hancock, John Coltrane und Thelonious Monk unter Vertrag.

"Blue Note ist wie eine Heimat, es ist der Ort, an dem meine Karriere begann", sagt Hancock im Film. Ob man das dereinst auch über Spotify sagen wird?

Quelle: teleschau - der mediendienst