Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück

Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück





Eingestaubt

Vor den Zapfsäulen einer merkwürdig altertümlichen, fast aus der Zeit gefallenen Tankstelle kauert der alternde Held Thomas in seiner Biker-Lederkluft, die Basecap zum Schutz vor der brütenden Sonne tief ins Gesicht gezogen, die Beine hochgestellt ... er gönnt sich ein Nickerchen. Momente wie dieser, in denen Terence Hill, der Drehbuchschreiber und Regisseur, seinen Hauptdarsteller Terence Hill als den Terence Hill inszeniert, den Kinogänger und auch kabel-eins-Fans bestens kennen und lieben, sind die stärksten von "Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück".

Bis zum Abspann lebt das Roadmovie von diesen Reminiszenzen, in denen Terence Hill seinen Protagonisten Thomas in eine Reihe stellt mit den großen Momenten der Karriere von Schauspieler Terence Hill, der sich vor allem in Deutschland größter Beliebtheit erfreut. Gemeint sind weniger sein Debüt in Viscontis "Der Leopard" oder die ebenfalls sehr populären Karl-May-Filme, in denen er noch als Mario Girotti spielte. Es geht um Italo-Western wie "Gott vergibt ... Django nie!", aber noch viel mehr um die Western(-Komödien) wie "Vier Fäuste für ein Halleluja" oder "Die rechte und die linke Hand des Teufels", die ihn und seinen kongenialen Partner Bud Spencer zu Ikonen machten. Natürlich auch "Mein Name ist Nobody" und "Nobody ist der Größte", an die der Titel anknüpft, Terence Hills größte Solo-Hits.

"Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück" hat in dieser Reihe allerdings nichts zu suchen. Die Story ist schnell erzählt - und fast belanglos: Der alternde Thomas lässt sein Landhaus, seine Freunde und sein ganzes Leben in Italien zurück, schwingt sich auf seine Harley und macht sich auf gen Spanien, wohin ihn ein Buch des katholischen Schriftstellers Carlo Carretto und die Aussicht auf Einsamkeit locken.

Seinen Weg kreuzt die junge Abenteurerin Lucia (Veronica Bitto), die wie ein Vögelchen durchs Leben flattert, viel lacht und tanzt, aber auch weint und von einem dunklen Fluch belegt zu sein scheint. Obwohl sich Thomas anfangs sträubt, will es scheinbar das Schicksal, dass die beiden gemeinsam eine Tour antreten, die ihre Leben verändern wird. Sie kommen sich näher, glücklicherweise wie Vater und Tochter, und lernen sich durch den anderen selbst besser kennen.

Warum dem so sein mag, erklärt Autor und Regisseur Hill leider nur unzulänglich, in Sachen Drehbuch tut sich manche Schlucht auf - und damit sind nicht die spanischen Landschaften gemeint, die filmhistorisch durch einige bedeutende Werke bekannt sind. Die Geschichte der Reisenden und Suchenden, von Thomas und Lucia, funktioniert so gut wie nie. Mit ihnen schleppt sich der Zuschauer ins Finale, das einem noch einmal mit dem Holzhammer einen Verweis auf Hills Schaffen einbläut. Immerhin erleichtern die ein oder andere Keilerei und auch mal ein gelungener Gag den beschwerlichen Weg von Anfang zum Ende des Films.

Seinen Höhepunkt erlebt, wer sich bis zum Abspann von "Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück" auf dem Sessel geduldet, denn da widmet Terence Hill seinen Film, den er wohl schon seit Jahren vorbereitete und von seinem Sohn Jess Hill produzieren ließ, seiner besseren Hälfte: "Für meinen Freund Bud" steht da - und nach all den Zitaten zuvor glaubt man Regisseur Hill in diesem Moment am meisten.

Quelle: teleschau - der mediendienst