Scarlett Johansson: Verzicht auf Rolle als Trans-Mann

Scarlett Johansson: Verzicht auf Rolle als Trans-Mann





Schauspielerin Scarlett Johansson ("Avengers: Infinity War") erhielt erst kürzlich die Hauptrolle als Gangster Dante "Tex" Gill im Biopic "Rub & Tug". Nun zieht sie sich doch wieder von dem Projekt zurück - aufgrund anhaltender Kritik an ihrer Besetzung. Warum eine Frau überhaupt einen Mann spielen sollte, ist fix erklärt: Gill war ein Trans-Mann, der in der Pittsburgher Unterwelt der 1970-er Legendenstatus erreichte.

Johanssons Casting sorgte insbesondere bei der Transgender-Community für reichlich Unmut. So twitterte die Schauspielerin Trace Lysette: "Ich wäre nicht so sauer, wenn ich für dieselben Cis-Rollen wie Jennifer Lawrence oder Scarlett vorsprechen könnte, aber wir wissen, dass das nicht so ist." "Cis" ist die Abkürzung von "Cisgender" und meint Menschen, deren Geschlechtsidentität identisch zum bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht ist. Johansson wollte sich zunächst nicht von der Rolle trennen und verwies die Community auf ihren Kollegen Jared Leto, der ebenfalls als Cisgender-Mann eine Transrolle in "Dallas Buyers Club" annahm und für diese sogar mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Weil die Kritik dennoch nicht abebbte, stieg sie nun aus dem Film aus.

Der US-Zeitschrift "Out" gegenüber gab sich die 33-Jährige aber versöhnlich und verständnisvoll: "Ich hege große Bewunderung und Liebe gegenüber der Trans-Community." Ferner sei sie froh, dass die - wenngleich kontroverse - Debatte nun einen Dialog über Diversität und die Repräsentation von Minderheiten im Film ausgelöst habe. Johansson hätte die Figur des Dante Gill gerne auf der Leinwand zum Leben erweckt, verstehe aber, "warum viele der Meinung sind, er solle von einer Transgender-Person gespielt werden."

Interessantes Detail am Rande: Rupert Sanders, der bei "Rub & Tug" die Regie übernehmen wird, sah sich schon bei seinem letzten Film heftiger Kritik aufgrund einer Besetzungsentscheidung ausgesetzt. Die Hauptrolle in "Ghost in the Shell", der Realverfilmung einer beliebten japanischen Manga- und Anime-Reihe, wurde mit einem weißen weiblichen Hollywoodstar, also einer Nicht-Japanerin, besetzt. Der Name des Stars lautete auch damals schon Scarlett Johansson.

Quelle: teleschau - der mediendienst