Wish Upon

Wish Upon





Sieben Wünsche, sieben Tote

Stell dir vor, du hättest sieben Wünsche offen und alle würden sich erfüllen! Einziger Haken: Nach jedem Wunsch muss jemand sterben. In "Wish Upon" von "Annabelle"-Regisseur John R. Leonetti muss sich die 17-jährige Clare (Joey King) mit den fatalen Folgen ihrer chinesischen Wunschbox auseinandersetzen. Das Ergebnis ist ein vorhersehbarer Teenie-Horrorfilm, der sich ordentlich an den skurrilen Todesfällen von "Final Destination" bedient und so an Originalität einbüßt.

In "Wish Upon" bringt eine chinesische Wunschbox seinen Besitzern gleichzeitig Glück und Tod. Als die 17-jährige Clare (Joey King) von ihrem Vater eine sonderbare Spieluhr mit chinesischen Schriftzeichen geschenkt bekommt, ahnt sie noch nicht, dass sich schon bald ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Seit dem Selbstmord ihrer Mutter führt Clare wie ihr Vater Jonathan (Ryan Philippe) ein tristes Leben. Die Außenseiterin wird von ihren Mitschülern gemobbt und ihr müllsammelnder Vater gestaltet ihr Dasein in der High-School-Hölle auch nicht gerade angenehmer. Da kommt die chinesische Wunschbox, Fundstück von Jonathans letzter Mülldurchwühlaktion, gerade richtig.

Angeblich soll die verzierte Schatulle seinem Besitzer sieben Wünsche erfüllen - Aladdin und die Wunderlampe lassen grüßen. Schon bald wird Clare das beliebteste Mädchen an ihrer Schule, gelangt in Folge eines überraschenden Erbfalls zu Reichtum und auch in Sachen Liebe findet sie unverhofft ihr Glück. Ihre Freundinnen June (Shannon Purser, bekannt aus den Netflix-Serien "Stranger Things" und "Riverdale") und Meredith (Sydney Park) staunen, als Clare eines Tages an der Seite ihres unerreichbar geglaubten Schwarmes Paul (Mitchell Slaggert) die Gänge der High School entlangläuft.

Obwohl Clare anfangs nicht an die übernatürlichen Kräfte der chinesischen Wunschbox glauben mag, merkt sie mit der Zeit, dass all ihre laut geäußerten Wünsche wahr werden. Doch die Inschrift der Box verrät: Für jeden Wunsch muss ein "Blutpreis" bezahlt werden. Nach und nach sterben Mitmenschen aus Clares Umfeld. Ganz in "Final Destination"-Manier passieren skurrile Unfälle, doch so richtig mag das die Spannung der Zuschauer nicht schüren. Wünsche werden gewünscht, Menschen sterben. Und das - wer hätte es gedacht - genau siebenmal. Überraschungsmomente und Wendungen sucht man vergeblich bei Leonettis Teenie-Horror, zu dem Barbara Marshall das unoriginelle Drehbuch schrieb.

Doch als gänzlich einschläfernd kann man "Wish Upon" nicht nennen. Die Jungschauspieler rundum "Conjuring"-Darstellerin Joey King leisten gute Arbeit, trotz einfallsloser Story. Bei seiner soliden, aber stellenweise monotonen Inszenierung, gelingt es Leonetti besonders den heutigen Zeitgeist satirisch einzufangen: Tyler (Alexander Nunez) nutzt schamlos jede noch so prekäre Situation, um ein neuestes YouTube-Video zu veröffentlichen - egal ob die beste Freundin gerade verrottet oder eine fiese Schlägerei in der Kantine ausbricht, sein Handy ist immer an Ort und Stelle.

Falls "Wish Upon" unverhofft ein finanzieller Erfolg an den Kinokassen wird, könnte ein Sequel nicht ausgeschlossen sein, dafür sorgte die Wunschbox am Ende des Filmes. Doch einen Wunsch wird darauf vermutlich niemand verwenden.

Quelle: teleschau - der mediendienst