Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache





Der Fluch des Erfolgs

Mit "Pirates of the Caribbean" schufen die Filmemacher um Hollywoods profiliertesten Blockbuster-Experten Jerry Bruckheimer kommerziell überaus erfolgreiches Unterhaltungskino. Immerhin spielten die ersten vier Filme weltweit etwa knapp vier Milliarden US-Dollar ein. Nun kommt mit "Pirates of the Caribbean: Salazars Rache" der fünfte Teil der Seeräuber-Saga in die Kinos - mit den bekannten Darstellern, einigen Neuzugängen und unter Regie zweier Norweger. Um das Kinoabenteuer keinesfalls langweilig werden zu lassen, setzen die Filmemacher auf die bewährten Ingredienzen und auf den typischen Anarcho-Esprit von Hauptdarsteller Johnny Depp, der sich einmal mehr torkelnd auf Heldenreise begibt. Und auch einen prominenten Musiker haben sie wieder ins Piratenkostüm gesteckt: Diesmal gibt sich Ex-Beatle Paul McCartney die Ehre, der allerdings trotz fleißiger Maskenbildner nicht ganz so verwegen rüberkommt wie sein Vorgänger Keith Richards. Für Schlagzeilen sorgte der Film schon vorab, weil Hacker damit drohten, Teile des Films zu veröffentlichen.

Der planlose, ziemlich derangierte Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) ist also zurück und sieht sich zwangsläufig mit einem neuen Abenteuer konfrontiert: Eine Truppe mordlustiger Geister-Piraten unter der Führung von Sparrows erklärtem Todfeind Captain Salazar (Javier Bardem) sind dem Teufelsdreieck entkommen, in dem sie bislang festgehalten wurden. Salazar und seine Crew wollen sich hierfür an den lebenden Piraten rächen, vor allem an Captain Jack Sparrow.

Um das Unheil abzuwenden, muss der chaotische Piratenchef Poseidons magischen Dreizack finden, der ihm die Kontrolle über die Weltmeere verleiht und mit dem er den fiesen Salazar bezwingen kann. Das gelingt ihm aber nur mithilfe der jungen, ambitionierten Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario), die ebenfalls den mysteriösen Dreizack finden will, um sich endlich als Wissenschaftlerin beweisen zu können. Ebenfalls an Bord von Sparrows angeschlagenem Schiff ist der Seemann Henry Turner (Brenton Thwaites), der wiederum seinen Vater Will (Orlando Bloom) von einem Fluch befreien will ...

Der fünfte Teil von "Fluch der Karibik" (der übrigens wie schon der erste nicht aus der Feder der Stammautoren Ted Elliott und Terry Rossio stammt) liefert das, was man in weiten Teilen schon kennt: einen schrägen Antihelden, perfekt animierte und etwas überbordende Action zu Land und zu Wasser sowie brillant gestaltete Figuren wie Salazar und seine Zombie-Piraten, die mit fragmentarischen Visagen auf einem skelettartigen Schiff ihre tödliche Mission erfüllen wollen.

Die konstruierte Geschichte, in der es einmal mehr darum geht, einen okkulten Gegenstand zu finden, ist natürlich Nebensache und dient vor allem dazu, ein effekthaschendes Kinoabenteuer abzuliefern, das (für den anspruchsvolleren Zuschauer eher sinnfrei) unterhalten will mit Action, Slapstick und einigen gruseligen Passagen. Dass es den beiden norwegischen Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg ("Kon-Tiki", 2012) gelingt, dem fünften Teil ihren Stempel aufzudrücken, kann man wirklich nicht behaupten.

Bemerkenswerter als der Rest des erwartbaren Blockbuster, der vermutlich die Kinokassen klingeln lassen wird, ist die britische Schauspielerin Kaya Scodelario ("Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth", 2014) als unverzagte, selbstbewusste Wissenschaftlerin, die es mit den männlichen Darstellern durchaus aufnehmen kann. Ein sechster Teil von "Fluch der Karibik" ist bereits in Planung, daran lässt zumindest das Ende des Films keinen Zweifel. Dabei wäre es allmählich an der Zeit, das Ruder rumzureißen und in neue Gefilde aufzubrechen, um am Ende nicht doch zu kentern.

Quelle: teleschau - der mediendienst