Alana de la Garza

Alana de la Garza





Klug, schön, Mutter!

Es ist fast Mittag in London, als Alana de la Garza den Raum betritt, um Fragen zu ihrer neuen TV-Serie "Criminal Minds: Beyond Borders" zu beantworten. Auch wenn sie top gestylt daherkommt, entschuldigt sich die 40-Jährige, noch nicht ganz da zu sein: "Ich wache später auf", verspricht sie lachend. Doch spätestens als sie über die Serie zu sprechen beginnt, wirkt de la Garza hellwach. Klar, sie macht Werbung, betont, wie toll alles ist - doch man kann sich wirklich nicht vorstellen, dass sich jemand mit dieser unglaublich netten, bildschönen Frau nicht versteht. Die Mutter zweier Kinder verkörpert in der TV-Serie, die ab Donnerstag, 23. März, 20.15 Uhr, bei SAT.1 läuft, Clara Seger, eine Kulturanthropologin, die dem FBI bei Auslandseinsätzen mit Sprach- und Kulturkenntnisse zur Seite steht. Wie sie es geschafft hat, wenigstens so zu wirken, als könne sie Thai oder Französisch sprechen? Auch das verrät die 40-Jährige im Interview.

teleschau: In "Beyond Borders" kommen Sie viel in der Welt herum ...

Alana de la Garza: Ja, das ist das cool, oder? Wir Schauspieler haben durch die Show wahnsinnig viel über andere Kulturen gelernt. Dabei haben wir L.A. nicht verlassen (lacht). Aber ich bin früher viel herumgereist, habe ein paar der Länder, die wir in "Beyond Borders" besuchen, auch selbst bereist, und es sah am Set tatsächlich oft so aus, wie in den Ländern (lacht). Das war für mich sehr faszinierend.

teleschau: Finden Sie es schade, dass Sie die Länder zum Drehen nicht wirklich bereisen konnten?

de la Garza: Ehrlich gesagt, nein. Ich habe zwei Kinder, wie hätte ich das machen sollen? Wir haben ja Aufnahmen aus der jeweiligen Gegend, nur wir Schauspieler sind nicht wirklich hingeflogen. Ich wohne in Los Angeles und kann sagen, es ist wirklich toll, da zu arbeiten, wo man wohnt. Ich kann zu Hause Abend essen, dafür bin ich sehr dankbar.

teleschau: Wieso sind die Zuschauer heute immer noch so gebannt von Krimi-Serien inklusive Mord und Totschlag?

de la Garza: Na ja, diese Serien, und eben auch "Beyond Borders", sind einstündige Mini-Filme. Du hast irgendjemand, der ein ganz normales Leben führt, dann passiert etwas Schreckliches, ein Verbrechen muss aufgeklärt werden, und am Schluss erscheint der Held, der den Tag rettet. Das Konzept ist sehr einfach, aber es funktioniert. Die einzelnen Episoden sind jeweils eine einstündige Flucht aus dem Alltag. Jede Folge steht außerdem für sich, das heißt man kann einfach ein- aber auch wieder aussteigen.

teleschau: Schauen Sie privat auch Krimi-Serien?

de la Garza: Wenn ich Zeit habe, schaue ich das alles, ich liebe Krimi-Serien. Als ich schwanger war, war ich außerdem von Real Life Mystery-Serien besessen, keine Ahnung warum. Aber derzeit komme ich zu selten dazu, da ich selbst damit beschäftigt bin, Fernsehen zu machen (lacht). Außerdem habe ich zwei kleine Kinder, die Shows, die ich meist also anschaue, sind Cartoons oder andere Kindersendungen.

teleschau: Clara Seger ist Kulturanthropologin, das heißt sie kennt alle möglichen coolen Orte und weiß alles über die verschiedenen Einsatzgebiete des Teams. Und sie spricht viele Sprachen - Können Sie auch was anderes als Englisch?

de la Garza: Jetzt wird's peinlich (lacht). Nein, ich spreche ein bisschen Spanisch, ein bisschen Italienisch, aber sonst sieht's eher mau aus. Ich bin nicht so begabt wie Clara. Sie ist eben einfach nur cool.

teleschau: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

de la Garza: Als ich die Rolle bekam und das erste Skript las, habe ich mich daheim hingesetzt und sagte laut: Oh mein Gott. Mein Ehemann hat gleich gefragt: "Was ist los, was ist passiert?" Und ich antwortete: Ich spreche Thai! Und zwar richtig viel Thai. Dann habe ich das Skript wieder zusammengepackt und gemeint: Was soll ich nur tun? In fünf Tagen ist der erste Dreh. Doch ich wurde gut vorbereitet. Ich habe einen eigenen Übersetzer, der mir die Aussprache der jeweiligen Sprachen beibringt.

teleschau: Haben Sie schnell gelernt?

de la Garza: Ich erinnere mich noch sehr gut an die Vorbereitung für die erste Folge. Die ersten drei Stunden war ich nur verzweifelt. Ich habe dem Übersetzer zugehört und immer wieder gemeint: Ich sehe, wie sich dein Mund bewegt, aber ich habe keine Ahnung, wieso das alles bei dir anders klingt als bei mir. Was mache ich falsch? Am nächsten Tag - ich habe sehr gut geschlafen die Nacht - hatte ich meine nächste Stunde, und auf einmal hat all das für mich Sinn ergeben. Trotzdem, es war ganz schön schwer! Aber beim Dreh war ein ganzes Team, das versucht hat, mich nicht wie einen kompletten Idioten aussehen zu lassen, wenn ich versuche, Thai zu sprechen (lacht). Das hat geholfen.

teleschau: Sie haben Ihre Kinder erwähnt. - Wie schwer ist es, alles unter einen Hut zu bringen?

de la Garza: Oh mein Gott, es ist unfassbar hart. Gleichzeitig ist es das, was ich auf der Welt am liebsten mache - Mutter sein. Ich sage aber auch immer zu meiner Mama: Du hast mir nie erzählt, wie schwierig das alles wird. Worauf sie immer nur entgegnet: Ich wollte, dass du Kinder bekommst, ich wollte Oma werden.

teleschau: Wissen Ihre Kinder schon, dass Sie berühmt sind?

de la Garza: Hin und wieder sehen mich meine Kinder im Fernsehen, aber für sie ist das normal. Das einzige, was sie verwirrt, ist, wenn mich jemand auf der Straße anspricht und ein Foto machen will. Dann wollen sie auch immer mit aufs Foto. Aber eigentlich ist es ihnen egal, ich bin ihre Mama und das ist das einzige, was zählt.

teleschau: Lassen Sie sich immer darauf ein, wenn Leute ein Selfie mit Ihnen machen wollen?

de la Garza: Ich versuche es, ich mag keine Promis, die überheblich sind und zu den Fans sagen: Lass mich in Ruhe. Das bin nicht ich. Aber manchmal hat man es einfach eilig und muss los. Die Fans verstehen das dann oft nicht und nehmen es im schlimmsten Fall persönlich. Ich sage dann immer: Sorry, ihr versteht das völlig falsch, ich liebe euch, ihr seid immerhin der Grund warum ich einen Job habe - aber ich muss wirklich dringend los. Ich bin sehr dankbar für meinen tollen Job und schätze meine Fans sehr.

teleschau: Selfies mit Stars werden anschließend oft im Internet gepostet. - Ist Social Media für Sie eher Fluch oder Segen?

de la Garza: Das ist schwierig zu sagen. Die Menschen verstecken sich im Internet oft hinter einer Maske und fühlen sich nicht verantwortlich für das, was Sie da von sich geben. Ich weiß noch genau, wie ich eine Zeit lang nach Ausstrahlung der Serien, bei denen ich dabei war, immer ins Internet gegangen bin. Als ich all die Kommentare gelesen habe, dachte ich nur: Oh mein Gott, sie hassen mich.

teleschau: So schlimm gleich?

de la Garza: Die Menschen waren wirklich gemein. Ich wurde teils schwer beleidigt. Von Kollegen wurde mir dann bald gesagt: "Honey, geh niemals ins Internet." Und ich habe mir das wirklich abgewöhnt. Aber gleichzeitig ist es wirklich toll, wenn man mit den Fans in Kontakt treten kann. Man muss einfach nur wissen: Es gibt immer jemanden, der dich hasst. Es hat aber natürlich lange gedauert, bis ich mir Kritik nicht immer so zu Herzen nahm. Für meine Familie ist es wahrscheinlich noch schwieriger gewesen.

teleschau: Für Ihren Mann?

de la Garza: Ja, für meinen Mann, meine Eltern, Tanten (lacht): Eine Tante hat mich einmal angerufen und gesagt: "Schau nicht auf die und die Webseite." Ich muss ihnen dann immer sagen: Hey, es ist okay (lacht). Macht euch keine Sorgen. Die Menschen da draußen vergessen manchmal, dass du nicht nur Schauspieler, sondern auch ein Mensch bist. Dass du eine Mutter, Ehefrau, Tochter bist, und dass sich die Familie Sorgen um einen macht.

Quelle: teleschau - der mediendienst