Viviane Geppert

Viviane Geppert





Heiß auf den roten Teppich

Was für eine Erfolgsgeschichte: Innerhalb von nur einem Jahr ist Viviane Geppert bekannt geworden. Ein Fakt, der sie selbst am meisten überrascht. Inzwischen moderiert sie die ProSieben-Sendungen "red." und "taff", und am Sonntag, 26. Februar, ist sie zum zweiten Mal live bei der Oscar Verleihung in Los Angeles dabei. Zusammen mit dem Modeschöpfer Michael Michalsky wird die gebürtige Wiesbadenerin am roten Teppich die Outfits der Stars kommentieren. Im Interview verrät die 25-Jährige, was bei den Oscars auf keinen Fall schiefgehen darf, und sie lässt auch schon durchblicken, in welcher beeindruckenden Robe sie selbst auftreten wird.

teleschau: Die Oscars stehen vor der Tür, und Sie werden für die deutschen Zuschauer aus Hollywood berichten. Sind Sie schon aufgeregt?

Viviane Geppert: Ja, sehr! Die Aufregung steigert sich langsam, kurz vor dem Oscar-Sonntag wird es dann ganz schlimm. Zum Glück bin ich nicht das erste Mal in Los Angeles und auch nicht das erste Mal bei den Oscars.

teleschau: Sie waren schon 2016 vor Ort.

Geppert: Ja. Und das ist schwer zu toppen, weil es einfach fantastisch war. Ich habe mir die Aufzeichnung angeschaut, um zu analysieren, wo ich noch etwas ändern muss. Schon jetzt überwältigt mich die Stimmung und die Vorfreude in Los Angeles.

teleschau: Wo genau stehen Sie und Michael Michalsky während den Oscars?

Geppert: Wir stehen auf einer Brücke, die sich über den roten Teppich spannt. So können wir die Kleider der Stars ausgezeichnet sehen und kommentieren. Zusätzlich erhalten Michael und ich eine Übertragung auf den Bildschirm: Wir bekommen also mit, über was und mit wem Steven auf dem roten Teppich spricht.

teleschau: Wie ist die Arbeit mit Michael Michalsky?

Geppert: Es ist richtig lustig, mit ihm zu arbeiten. Letztes Jahr kam Jennifer Lawrence zu spät und rannte nur noch über den roten Teppich. Michael hatte sich total auf sie gefreut, und es waren kaum mehr Reporter da. Er hat von der Brücke runter gerufen: "Jennifer, you are too late!" Sie hat hochgeschaut und gewunken. Über so etwas kann man sich köstlich mit ihm amüsieren.

teleschau: Woher wissen Sie im Vorfeld, welche Kleider die Prominenten tragen?

Geppert: Nein. Wir haben keine Listen, sondern analysieren das wirklich live mit dem bloßen Auge. Natürlich macht man sich davor schlau, was die Promis letztes Jahr getragen haben, denn meistens bleiben sie einem Label treu. Ansonsten ist Michi der Experte: Er kann es am Stoff oder am Schnitt erkennen, ob es ein Kleid von Louis Vuitton, Prada oder einem anderen Designer ist.

teleschau: Irren Sie sich auch mal bei einem Kleid?

Geppert: Ja, das kann schon mal passieren! Auch wir sind uns manchmal nicht einig und googeln schnell, ob man schon etwas herausfinden kann. Generell muss ich aber sagen, hat Michi einen beeindruckenden Riecher, von welchem Designer ein Kleid stammt.

teleschau: Können Sie schon verraten, was Sie in der Oscar-Nacht tragen werden?

Geppert: Ich habe ein Kleid von einer israelischen Designerin: Galia Lahav. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber ich kann auf jeden Fall schon sagen, dass es nicht schwarz ist. Ein bisschen alter Hollywood-Glamour im Stil der 20er-Jahre. Mein Kleid ist sehr schwer, weil es mit Steinen verziert ist, und es hat eine Schleppe ... Es ist der Hammer. Aber mehr sag ich jetzt nicht mehr!

teleschau: Was wäre das Schlimmste, was Ihnen passieren könnte bei den Oscars?

Geppert: Ich glaube, mein Kleid ist der größte Risikofaktor am Sonntag. Ich habe nur dieses eine tolle Kleid dabei, wen das kaputt ist, bin ich aufgeschmissen. Stellen Sie sich vor, der Träger reißt oder ich falle die Treppe runter .. .Das wäre mein Horror. Ich bin sowieso schon ein Tollpatsch.

teleschau: Sie kommentieren die Mode der Stars, haben Sie dabei selbst ein Style-Vorbild?

Geppert: Im Alltag ist mein Stil eher rockig, sportlich. Aber auf dem roten Teppich finde ich Charlize Theron super! Sie ist classy und sexy gekleidet. Auch Jennifer Lawrence ist cool. Die ist so allürenfrei, und man hat nie das Gefühl, dass sie sich lange aufgebrezelt hätte.

teleschau: Wenn Sie am roten Teppich stehen würden, wem würden sie gerne die Hand schütteln?

Geppert: Emma Watson, weil ich sie super locker finde. Die junge Riege von Hollywood ist nicht so angestrengt, sie ist natürlicher, locker und lässig. Sie nehmen sich selbst nicht so ernst, sondern eher mit Humor. Dazu muss man sagen, dass sie eine tolle Schauspielerin ist. Ich würde sofort mit ihr ein Bier trinken gehen.

teleschau: Ist ein Interview mit einem deutschen Promi oder mit einem amerikanischen angenehmer?

Geppert: Ich finde die Amerikaner entspannter. Lustigerweise ist es eher so: Je größer der Star, desto lockerer ist er. Sie wissen, wie das Business funktioniert, was die Zuschauer hören wollen. Die Hollywood-Stars haben eine gewisse Professionalität.

teleschau: Haben Sie auch die nominierten Filme gesehen?

Geppert: Ja, ein paar habe ich schon gesehen. "La La Land" fand ich fantastisch und würde ihm einen Oscar gönnen. Als Deutsche fiebere ich auch mit "Toni Erdmann" mit. Einerseits ist der Film wirklich gelungen, andererseits fühlt man sich seinen Landsleuten verbunden.

teleschau: Wenn Sie als Gast zu den Oscars gehen würden, wer wäre ihr Plus One?

Geppert: Mein Vater oder meine Mutter. Die zwei müssten sich streiten, wer mit dürfte. (lacht)

teleschau: Sie arbeiten jetzt schon seit vier Jahren bei "taff" und "red.". Sind Sie fasziniert von den Stars?

Geppert: Nein, ich war noch nie sehr fixiert auf irgendeinen Star oder ein richtiger Fan. Je mehr man mit den Promis zusammenarbeitet, desto mehr sieht man, dass sie auch nur normale Menschen sind. Das macht auch mich entspannter. Ich liebe meinen Job, weil ich so viele verschiedene Persönlichkeiten treffen darf.

teleschau: Sie selbst werden auch immer prominenter...

Geppert: Wenn ich über den roten Teppich laufe und jemand meinen Namen schreit, dann ist das ein ganz komisches Gefühl. Vor einem Jahr stand ich noch mit dem Mikrofon in der Hand auf der anderen Seite. Ich sehe mich nicht als Promi an. Manchmal, wenn Leute auf mich zukommen, und ein Foto von mir wollen, frage ich mich: "Wann ist das passiert, wie kann das sein?"

teleschau: Wenn Sie zurück in ihre Heimat im Südschwarzwald fahren, werden Sie jetzt anders behandelt?

Geppert: Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Meine Familie und meine Freunde thematisieren meine TV-Karriere gar nicht so, aber wenn ich zum Bäcker gehe, kann es schon sein, dass mich die Verkäuferin mit offenem Mund anschaut und mir nur die Brötchentüte hinhält. Dann denke ich immer: "Hab ich irgendwas im Gesicht?", eben weil ich mich nicht als Promi fühle. Meine Fernseh-Karriere verlief einfach unglaublich schnell in diesem einen Jahr.

teleschau: Sie haben mit 15 schon mal bei "Germany's Next Topmodel" mitgemacht, sind aber sehr früh ausgeschieden. Denken Sie, Ihre Karriere wäre anders verlaufen, wenn Sie weitergekommen wären?

Geppert: Nein, das glaube ich nicht. Model zu werden, war nie mein Traum. Übrigens auch nicht ins Fernsehen zu kommen. Ich bin bei beidem einfach reingerutscht. Das "GNTM"-Casting fand im Europapark statt, und ich war zufällig auch dort. Ein Modelscout sprach mich an, und schon war ich in der Sendung. Es hat Spaß gemacht, mal hinter die Kulissen einer solchen Show zu schauen, aber ich habe das Modeln nicht weiterverfolgt. Den Fernsehwunsch habe ich erst im Studium entwickelt, nachdem ich ein Praktikum bei "red." gemacht habe.

teleschau: 2016 wurden Sie von den "Playboy"-Lesern zur "Heißesten Moderatorin" gewählt. Wie stolz ist man auf so eine Auszeichnung?

Geppert: Sehr stolz. Das schmeichelt natürlich! Ein Kollege hat mich darauf hingewiesen, dass die Leser mir diesen Titel verliehen haben, und ich bin aus allen Wolken gefallen. Später habe ich meinem Opa den "Playboy" hingelegt und gesagt: "Guck mal, da bin ich drin." Der ist fast vom Stuhl gefallen, weil er dachte, ich hätte mich ausgezogen.

teleschau: Würden Sie sich denn für den "Playboy" ausziehen?

Geppert: Nein, im Moment passt das nicht zu mir und meinem Image. Aber wer weiß, was kommt. Sag niemals nie, vielleicht mache ich es mal in zehn Jahren.

teleschau: Was sind die nächsten Karriereschritte?

Geppert: Ich setzte mir nicht so viele Ziele. Im letzten Jahr habe ich unglaublich viel erreicht, moderiere jetzt zwei Formate, bin bei den Oscars dabei, und letztes Jahr war ich auch beim Finale von "Germany's Next Topmodel". Ich muss das alles erst einmal realisieren. Ich kann mir aber gut vorstellen, irgendwann mal eine Show zu moderieren, daran hätte ich Spaß.

Quelle: teleschau - der mediendienst