Sasha

Sasha





"Ich konnte 'If You Believe' nicht mehr hören"

Der Teenie-Schwarm ist längst erwachsen geworden: 1998 gelang Sasha mit dem Titel "If You Believe" der Durchbruch. Alleine im Jahr 1999 landete er siebenmal auf dem Cover der "Bravo", er versetzte die weiblichen Teenager allein mit seinem Lächeln in Verzückung. Seit 2002 ist der Popsänger auch mit dem Rockabilly-Projekt Dick Brave and the Backbeats unterwegs, und wieder feierte er große Erfolge. Nach einer längeren Pause meldete er sich 2014 wieder mit einem klassischen Sasha-Album zurück, und es soll noch lange nicht das Letzte gewesen sein, wie der 45-Jährige im Interview verrät. Aber erst mal ist der Sänger in der Jury von "The Voice Kids" (ab Sonntag, 5. Februar, 20.15 Uhr, SAT.1) zu sehen, und kämpft mit den anderen Coaches, Mark Forster, Nena und deren Tochter Larissa, um die besten Talente.

teleschau: Sie sind zum zweiten Mal als Coach bei "The Voice Kids" dabei. Wie fühlt sich's an?

Sasha: Mir macht es total Spaß. Das ist eine tolle Sendung, vor allem, weil man es mit Kindern zu tun hat. Die haben alle auf das Lust, worauf ich auch am meisten Lust habe, Musik zu machen. Die Vorfreude auf die neue Staffel war riesig, weil ich diesmal auch wusste, was mich ungefähr erwartet.

teleschau: Glauben Sie, Sie können diese Staffel gewinnen, weil Sie wissen, was auf Sie zukommt?

Sasha: Es geht ja nicht ums Gewinnen. Aber ich glaube, wenn man schon einmal dabei war, meint man, mehr gewappnet zu sein, was die Emotionalität angeht. Das letzte Mal fühlte ich mich extrem überrannt. Ich habe überhaupt nicht gecheckt, dass ich die Kids irgendwann wieder gehen lassen muss. Das sind so die schlimmsten Momente, wenn man in den Battles nur einen weiterwählen darf. Ich dachte vorher, ich wäre da mehr abgehärtet.

teleschau: Mark Forster hat ja letztes Jahr gewonnen ...

Sasha: Ja und? Das hängt er auch sehr an die große Glocke, was extrem nervig ist (lacht). Aber er hat auch zwei Anläufe gebraucht, also habe ich statistisch gesehen dieses Jahr ganz gute Chancen auf den Sieg.

teleschau: Gibt es einen Unterschied zwischen jungen und älteren Musikern?

Sasha: Ich glaube, dass man in den meisten Fällen als junger Mensch noch einen tollen Weg vor sich hat. Als Älterer hat man dagegen schon viel hinter sich. Ich habe ja schon ein paar Jahre auf dem Buckel und finde das sehr erfrischend, wenn die jungen Menschen mit ihrer ursprünglichen Leidenschaft zu "The Voice" kommen. Das macht total Laune. Da kann man sich selbst auch wieder ein ganzes Stück mitnehmen.

teleschau: 2014 haben Sie "The One" veröffentlicht, kommt bald wieder ein neues Album?

Sasha: Wir arbeiten daran. Das ist natürlich nicht ganz einfach, ich mache gerade "The Voice Kids", dann bin ich noch bei einer Sendung mit dem Namen "Showtime" dabei und ich gehe mit "Alive und Swinging" mit Xavier Naidoo, Rea Garvey und Michael Mittermeier auf Tournee. Danach arbeite ich weiter an meinem Album. Also viel zu tun. Ich hoffe aber, dass es dieses Jahr noch erscheint.

teleschau: Was ist "Showtime" für ein Format?

Sasha: Das ist eine Talent-Show auf SAT.1, in der es verschiedene Genres gibt. Es gibt Artisten, Sänger, Tänzer, also verschiedene Spezialisten, die in ihrem jeweiligen Gebiet sehr toll sind und die gegeneinander antreten. Ich sitze in einer Jury mit Michael Bully Herbig und Michelle Hunziker.

teleschau: Wie kam es dazu?

Sasha: Ach, ich bezeichne mich gerne als Entertainer, nicht nur als Musiker. Ich bin ein halbes Kirmes-Kind, also die Hälfte meiner Familie kommt aus dem Bereich Jahrmarkt oder Zirkus, ich habe das also im Blut. Deshalb mag ich Artisten sehr gerne, ich habe totalen Respekt vor Leuten, die so viel Mühe, Arbeit und Fleiß in sich stecken und dann so tolle Sachen hervorbringen. Ich mag auch Zauberer sehr gerne.

teleschau: Können Sie selbst auch ein paar Tricks?

Sasha: Ich hatte als Kind einen Zauberkasten, der hat aber nicht viel gebracht (lacht). Ich kann noch eine Münze hinterm Ohr hervorzaubern, das wars.

teleschau: Nächstes Jahr ist es 20 Jahre her, dass "If You Believe" erschien ...

Sasha: Das ist mir kürzlich auch mit großem Schrecken bewusst geworden.

teleschau: Was passiert mit Ihnen, wenn Sie die alten Songs hören?

Sasha: Es gab eine Phase, in der ich viel zu viel hatte davon, weil ich damit um die ganze Welt getourt bin und irgendwann konnte ich "If You Believe" überhaupt nicht mehr hören und sehen. Aber dann hat sich das wieder gelegt, weil ich es eigentlich ganz schön fand, dass der Song so ein Erfolg war. Irgendwann war ich auch wieder stolz darauf. Deshalb spiele ich die alten Lieder bis heute, aber ich verändere immer die Versionen.

teleschau: Kennen die "The Voice Kids"-Kandidaten Ihre Songs?

Sasha: Da muss ich auch immer nachfragen, ob sie mich als Coach kennen, weil ich das letzte Mal auch schon dabei war, oder als Sasha, der Musiker. Das ist sehr gemischt, aber den meisten sage ich schon noch was.

teleschau: Seit damals, als sie bekannt wurden, bis heute, hat sich viel verändert - vor allem die sozialen Medien sind immer wichtiger. Haben Sie das lernen müssen, dass man den Kontakt zu den Fans heute anders halten muss?

Sasha: Ja schon, am Anfang habe ich mich sehr dagegen gesperrt, das war mir einfach alles zu viel. Ganz am Anfang, als es Handys gab, wollte ich auch keines haben. Ich dachte, das ist doch Quatsch, Handys braucht kein Mensch. Dann habe ich irgendwann eines bekommen und von einer Autofahrt aus einen Freund von mir angerufen. Prompt war ich süchtig. Mit Facebook war es ähnlich. Anfangs war ich totaler Verweigerer, aber mittlerweile mag ich es ganz gerne. Das ist eine ganz schöne Plattform, um mit Fans in Kontakt zu bleiben. Ich sage immer, in Maßen ist das alles super.

teleschau: Haben Sie alles erreicht, was Sie sich vorgestellt haben?

Sasha: Das Gute ist, dass ich mir nie so viel vorgenommen habe. Deswegen habe ich mehr erreicht, als ich mir als junger Mensch jemals vorstellen konnte. Alles was kommt, ist immer eine neue Herausforderung und eine schöne Erfahrung. Ich setze mir nie große Ziele, damit ich mich selber überraschen kann.

Quelle: teleschau - der mediendienst