Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien

Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien





Boibine, es geht nach Transsilvanien

Nach 13 Bänden macht Franziska Gehm Schluss: Der im Sommer veröffentlichte Band "Finale Randale" soll ihr letztes Buch über "Die Vampirschwestern" gewesen sein. Komplett verabschieden müssen sich Fans der Reihe von den Halbvampiren Dakaria und Silvania Tepes und ihren Freunden noch nicht: "Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien" entführt ein weiteres Mal in die wundersame Welt der ungleichen Zwillinge, in der tolle Dinge nicht "fly" sondern "boibine" sind.

Einiges ist passiert, seit Regisseur Wolfgang Groos 2014 zuletzt im beschaulichen Bindburg vorbeischaute: Dakaria (Laura Roge) und Silvania (Marta Martin) sind nicht nur zu Teenagern herangereift, sie haben auch einen kleinen Bruder bekommen. Ausgerechnet jenen kleinen Franz hat die finstere Vampirkönigin Antanasia (Jana Pallaske) dazu auserkoren, ihre Nachfolge im fernen Transsilvanien anzutreten. Hilflos müssen die Vampirschwestern zusehen, wie ihr kleiner Bruder entführt wird.

Ihre Eltern bekommen davon nichts mit: Seit Silvania sie versehentlich hypnotisierte - pubertierende Vampire sind noch nicht Herr ihrer Kräfte -, führen sich die Eheleute Tepes wie kleine Kinder auf. Für die Zuschauer ist das natürlich "boibine" (vampvanisch für "super"), Christiane Paul und Stipe Erceg hat man bisher noch nie so herrlich überdreht und ausgelassen über die Leinwand toben sehen. Daka und Silvania jedoch sind bei ihrer Rettungsmission ganz auf sich allein gestellt - abgesehen von ihrem Nachbarn Dirk van Kombast (Michael Kessler), der als selbsternannter Vampirjäger diesmal ein klein wenig mehr sein darf als der Leidtragende in zahlreichen Slapstick-Einlagen.

Während Silvania und van Kombast im Bus nach Transsilvanien reisen, fliegt die ungestüme Daka forsch voran. Die dafür notwendigen Flugeffekte können sich sehen lassen, und dessen scheint sich das Team um den neuen Regisseur Tim Trachte auch bewusst zu sein. Doch die größte Stärke der deutschen Fantasy-Reihe ist und bleibt die Ausstattung: Zwar könnte der Kontrast zwischen dem quietschbunten Bindburg und dem finsteren Transsilvanien kaum größer sein, doch die Einrichtung des Schwarzen Schlosses ist genauso durchdacht und detailverliebt wie das schön-schräge Heim der Familie Tepes.

Auch wegen Jana Pallaske lohnt der Ausflug in die Heimat der Vampire: Verführerisch böse, aber nicht gänzlich unsympathisch, repräsentiert ihre Figur mit all ihren nützlichen Vampirfähigkeiten das, was Daka gerne wäre, aber in Bindburg nicht sein darf. Denn die Angst vor dem Fremden sei in den Herzen der Menschen tief verwurzelt, warnt Mama Tepes zu Beginn des Films ihre unglückliche Tochter. Haben die Drehbuchautorinnen Ursula Gruber und Sigrun De Pascalis da vielleicht ein klein wenig aktuelle Gesellschaftskritik versteckt?

Schade nur, dass die Erzählfreude der beiden Autorinnen ausgerechnet beim Showdown plötzlich nachlässt. Die nachfolgenden, witzigen Abschlussszenen können nicht so recht überspielen, dass die Lösung des großen Konflikts etwas naiv und vor allem recht unfertig wirkt. Und mit einer Fortsetzung, die dort wieder einsetzen könnte, sollte man noch nicht allzu fest rechnen: Nachdem "Die Vampirschwestern 2 - Fledermäuse im Bauch" nur noch zwei Drittel der rund 900.000 Besucher des ersten Teils in die Kinos locken konnte, dürfte der Erfolg des dritten Films nun über die Zukunft der Reihe entscheiden.

Quelle: teleschau - der mediendienst