Christine Eixenberger

Christine Eixenberger





Von der Lehrerin zur Feuerwehrfrau

Wenn man Christine Eixenberger so sieht, denkt man sich als Erstes: hübsch, süß und lieb, eben einfach das Mädchen von nebenan. Dass die 29-Jährige auch ganz anders kann und als Kabarettistin durchaus mal Worte wie "Bastelschlampe" in den Mund nimmt, sieht man der blonden, blauäugigen Urbayerin definitiv nicht an. Fast wäre Christine Eixenberger sowieso Rechtsanwältin geworden, doch das Studium war ihr zu lang und zu theoretisch. Lehramt hat ihr deutlich besser gefallen, doch da Eixenberger dank eines Freundes als Kabarettistin inzwischen gut im Geschäft ist, hat sie es bis jetzt noch nicht ins Referendariat geschafft. Ob daraus irgendwann noch was wird, ist fraglich, schließlich ergatterte sie unlängst auch noch eine Hauptrolle in der neuen "Herzkino"-Reihe "Marie fängt Feuer" (sonntags, 20. und 27. November, 20.15 Uhr, ZDF). Beim Gespräch im Bayerischen Hof in München gesteht die sympathische junge Frau, dass sie eigentlich nur für eine Nebenrolle vorgesehen war, und erzählt, warum eine Schule einer Bühne nicht ganz unähnlich ist.

teleschau: Auf Ihrer Homepage beschreiben Sie, wie Sie in verschiedenen Phasen Ihres Lebens von verschiedenen Leuten zum Still-Sein angehalten wurden. War das wirklich so?

Christine Eixenberger: Ich war schon immer sehr quirlig und geradeheraus, das stimmt (lacht). Wir hatten früher einen Laden, in dem ich als Kind immer alles umgeräumt habe, und ich war jemand, der die Kunden immer gut unterhielt. Auch in der Schule hatte ich immer zu allem was zu sagen. Das war für die Lehrer bestimmt anstrengend. Aber so bin ich eben vom Typ her. Dagegen kommt man nicht an.

teleschau: Sind Sie deshalb Kabarettistin geworden, weil man auf der Bühne immer reden darf?

Eixenberger: Ganz genau (lacht). Ich habe bereits in der Schule einen Kurs belegt, der sich "Dramatisches Gestalten" nannte, und meine Rolle damals war die der "Dorfratschn", das passte also. Nein, ich wollte lange Zeit tatsächlich überhaupt nicht auf die Bühne. Ich fand die Vorstellung sehr beängstigend, dass mir Leute ständig dabei zuschauen, was ich da vorne so veranstalte. Ich hatte unglaubliches Lampenfieber.

teleschau: Trotzdem haben Sie für das Kabarett Ihr erstes Studium abgebrochen!

Eixenberger: Naja, mein Kollege und jahrelanger Mentor Tobias Öller rief mich während meines Jurastudiums in Passau an und fragte mich, ob ich ihn demnächst nicht mal begleiten wolle, da er zu dieser Zeit schon sehr lange mit Solokabarett unterwegs war. Bei mir stand im Studium gerade Baurecht an, wo ich sowieso keine Lust darauf hatte, und so war meine Reaktion: Klar, ich breche mein Studium ab. Jura war mir, welch ein Klischee, sowieso zu trocken, und der Anruf bedeutete für mich gewissermaßen eine Rettung. Nach drei Semestern hatte sich das Thema Jura für mich somit erledigt. Dann waren Tobias Öller und ich eine Zeit lang zu zweit auf der Bühne unterwegs.

teleschau: Etwas später haben Sie aber noch ein Lehramt-Studium begonnen ...

Eixenberger: Und fertig studiert (lacht). Ja, ich hatte trotz allem immer ein großes Sicherheitsbedürfnis, deswegen habe ich letztlich noch Grundschullehramt studiert. Eine Schule ist einer Bühne nicht ganz unähnlich, auch wenn die Leute da keinen Eintritt zahlen. Man muss als Lehrer ja auch irgendwie Entertainer sein, wenn man ein Guter ist jedenfalls.

teleschau: Sie hatten anfangs Angst, auf einer Bühne zu stehen, spielen jetzt aber in einer Filmreihe mit, die im besten Fall von ein paar Millionen im TV angeschaut wird. Wie ist da das Gefühl?

Eixenberger: Ich kann mir das noch überhaupt nicht vorstellen, deswegen bin ich bis jetzt ganz ruhig. Aber so bleibt das Ganze für mich spannend.

teleschau: Sehen Sie sich gerne zu?

Eixenberger: Ich konnte mich lange Zeit überhaupt nicht selbst anschauen oder auch nur am Anrufbeantworter hören. Aber als ich den fertigen Film sah, war ich einfach stolz auf das, was wir da zusammen geschafft haben. Vor allem, da ich anfangs gar nicht für die Hauptrolle bestimmt war.

teleschau: Ach so?

Eixenberger: Ja, ich ging zum Casting und habe eigentlich für eine Nebenrolle vorgesprochen. Aber anscheinend gefiel den Leuten dort mein Auftreten so gut, dass ich für die Hauptrolle besetzt wurde.

teleschau: Marie ist das bayerische Mädel von nebenan, aber auch sehr durchsetzungsfähig - ist das so, weil Sie so sind?

Eixenberger: Ich glaube die Rolle war schon von Anfang an so angelegt. Aber durch die Drehbuchüberarbeitung habe ich tatsächlich nach und nach immer mehr von mir in der Rolle wiedergefunden. So kann's gehen.

teleschau: Im Film erhascht man einen Blick auf ihren Rücken und sieht: Sie haben ein Tattoo ...

Eixenberger: Während meines Jurastudiums in Passau habe ich einen Spanischkurs belegt und hielt das damals für eine total tolle Idee, mir einen spanischen Spruch tätowieren zu lassen. Übersetzt heißt der: "Musik im Herzen." Relativ zeitnah habe ich mir noch einen Nasenring stechen lassen.

teleschau: War das Ihre "rebellische Phase"?

Eixenberger: Das wäre jetzt übertrieben. Aber damals meinte ich, das braucht's jetzt irgendwie (lacht). Ich bereue es aber auch nicht.

teleschau: Und Ihre Eltern haben wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen...

Eixenberger: Ich weiß gar nicht, ob ich's meiner Mutter gleich von Anfang an gezeigt habe. Ich musste erst mal mit den Schmerzen klarkommen (lacht). Aber die sagten dazu nicht wirklich viel. Meine Eltern waren immer schon sehr bayerisch-pragmatisch, nach dem Motto: Ja, jetzt ist es sowieso schon passiert.

teleschau: Wie geht es jetzt für Sie weiter? Sind Sie eher Schauspielerin oder Kabarettistin?

Eixenberger: Muss man sich da entscheiden? Ich bleibe gerne vielseitig. Ich denke, dass man sich durch die vielen Impulse, die man sich durch verschiedene Tätigkeiten holt, immer weiter entwickeln kann. Im besten Fall geht es für mich so weiter wie bisher und ich drehe im Sommer ein paar Filme, im Winter mache ich dann Kabarett. Das wär's doch.

Quelle: teleschau - der mediendienst