Pettersson & Findus: Das schönste Weihnachten überhaupt

Pettersson & Findus: Das schönste Weihnachten überhaupt





Schöne Bescherung

Die Bücher über den alten kauzigen Pettersson und seinen Kater Findus sind Kult. Der Schwede Sven Nordqvist erschuf in den 80er-Jahren mit seinen liebevoll gestalteten Bilderbüchern zwei sympathische Helden, deren Welt auf beruhigende Weise überschaubar und deren Probleme folglich leicht zu lösen sind. Nach dem Kinoabenteuer "Petterson und Findus - Kleiner Quälgeist, große Freundschaft" (2014) zeigen sich der eigentümliche Tüftler und sein lebenslustiger Tierfreund mit "Das schönste Weihnachten überhaupt" unter der Regie von Ali Samadi Ahadi zum zweiten Mal auf der Kinoleinwand. Das Ergebnis ist wieder eine charmante Mischung aus Real- und Animationsfilm. Also alles wie gehabt? Nur fast. Denn Ulrich Noethen, der im Erstling Pettersson spielte, wurde durch den Schweizer Stefan Kurt ersetzt.

Weihnachten steht vor der Tür, die schönste Zeit des Jahres. Aber von beschaulicher Stimmung mit Tannenbaum, Lichtermeer und Lebkuchen ist im Hause Pettersson nichts zu spüren; Kater Findus ist ganz betrübt deswegen. Der Hof, auf dem er mit Pettersson (Stefan Kurt) lebt, ist dermaßen eingeschneit, dass es unmöglich ist, das Haus zu verlassen, um Leckereien und einen Weihnachtsbaum zu besorgen.

Doch dann bessert sich das Wetter, und Pettersson und Findus können losziehen, um alles aufzutreiben, was man für ein gelungenes Fest braucht. Dummerweise verletzt sich Pettersson am Bein und ist gänzlich unfähig, die Vorbereitungen anzugehen. An ein Fest ist nun wirklich nicht mehr zu denken. Dabei könnte es doch noch klappen, wenn sich der sture Pettersson nur von seinen Nachbarn Gustavsson (Max Herbrechter) und Beda Andersson (Marianne Sägebrecht) helfen ließe. Aber dazu ist er viel zu stolz, was Findus richtig wütend macht, zumal ihm der Alte das "schönste Weihnachten überhaupt" versprochen hatte ...

Wie schon der Erstling, der immerhin über 700.000 Besucher ins Kino lockte, überzeugt auch der zweite Film als solide, gut gemachte Familienunterhaltung. Wobei die Filmemacher auch dieses Mal höchsten Wert auf die detailreiche Ausstattung legen, was sich beispielsweise in der sympathischen, klitzekleinen Parallelwelt der fabelhaften "Mucklas" zeigt, die bereits voll im Weihnachtsfieber sind und, anders als Pettersson, eifrig Vorbereitungen treffen. Zwischendurch surft der computergenerierte Findus kunstvoll auf einer Bürste über den nassen Küchenboden - hier reizen die Filmemacher mit großer Lust die Möglichkeiten der Animation aus.

Regisseur Ali Samadi Ahadi, der offensichtlich ein Faible für Zeitraffer und andere Spielereien hat, die es in einem traditionellen Kinderfilm wie diesem nicht unbedingt braucht, setzt unterdessen auf die bewährte Erfolgsformel des Vorgängers: Seine Figuren erfüllen die bekannte, etwas plakative Charakterisierung: Pettersson ist der erfinderische Kauz - eine Rolle, die Stefan Kurt durchaus überzeugend erfüllt. Max Herbrechter gibt den wie immer stocksteifen Gustavsson, der das Herz dennoch am rechten Fleck und einen gänzlich ungehorsamen Hund hat, und Marianne Sägebrecht als Beda ist so neugierig und verfressen wie eh und je.

Autor Thomas Springer, der schon für den Erstling das Drehbuch geschrieben hatte, kombinierte für den neuen Film gleich zwei literarische Vorlagen, nämlich "Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch" und "Morgen, Findus, wird's was geben". Er strickt daraus eine kohärente Handlung mit Erkenntnisgewinn. Erstens: Man braucht manchmal nicht viel, um es schön zu haben. Zweitens: erst recht nicht, wenn man Freunde hat. Das ist auch für kleine Kinder nachvollziehbar, die natürlich über weite Teile des Films mitfiebern: Kann Findus am Ende vielleicht doch noch Weihnachten feiern?

Quelle: teleschau - der mediendienst