Polnische Regielegende Andrzej Wajda ist tot

Polnische Regielegende Andrzej Wajda ist tot





Er galt als einer der größten Filmemacher Polens, einer, der auch international gefeiert und vielfach ausgezeichnet wurde. Nun starb der Film- und Theaterregisseur Andrzej Wajda im Alter von 90 Jahren in Warschau. Die frühen Werke des Mitbegründers der polnischen Filmhochschule werden heute als Meisterwerke des klassischen polnischen Kinos gehandelt: In "Eine Generation" (1955), "Der Kanal" (1957) und "Asche und Diamant" (1958) setzte sich der junge Wajda, der zuvor im Widerstand gegen die deutsche Besatzung gekämpft hatte, vor allem mit der Geschichte seines Heimatlandes auseinander. Das änderte sich auch in den Zeiten des sozialistischen Regimes nicht: Eines seiner größten Werke, "Das gelobte Land", handelte 1974 vom Aufstieg des Industriekapitalismus. 1977 wandte er sich in "Der Mann aus Marmor" gegen den Stalinismus, der Polen lange beherrscht hatte; vier Jahre später schuf er mit "Der Mann aus Eisen" eine Hommage an die streikenden Arbeiter, die unabhängige Gewerkschaften forderten. Auch in seinem Spätwerk, etwa 2007 in "Das Massaker von Katyn" (2007) und 2013 in "Walesa. Mann der Hoffnung", ließ ihn die Vergangenheit Polens nicht los. International wurde Wajda, der kurze Zeit auch für die Solidarnosc-Bewegung im Parlament saß, dafür viel Achtung zuteil: 2000 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, sechs Jahre später nahm er für selbiges auch den Goldenen Bären der Berlinale in Empfang, hinzu kamen Auszeichnungen in Cannes und Venedig. Sein letzter Film, "Afterimage" (2016), erzählt von der Biographie des antistalinistischen Avantgarde-Künstlers Wladyslaw Strzeminski und soll Polen 2017 im Rennen um den Auslandsoscar vertreten.

Quelle: teleschau - der mediendienst