Bridget Jones' Baby

Bridget Jones' Baby





Fettnäpfchen-Alarm

Die Leiden von Single-Frauen sind ein strapaziertes und dennoch immer wieder sehr erfolgreiches Sujet internationaler Serien und Kinokomödien. Aber so herrlich wie Bridget Jones, perfekt verkörpert durch Oscarpreisträgerin Renée Zellweger, stellt sich kaum eine den alltäglichen Daseinsproblemen mit dem Aussehen, Männern und anderen Lastern. Eines ist klar: Die Romanfigur von Helen Fielding avancierte durch die Verfilmungen "Schokolade zum Frühstück" (2001) und "Am Rande des Wahnsinns" (2004) zur charmanten Chaos-Queen, deren Jagd nach dem Traummann sich zwangsläufig als ziemlich schwierig erweist. Auch im dritten Teil ist die Suche der ewigen Junggesellin alles andere als abgeschlossen. Aber immerhin: Die Heldin wird Mutter.

Alles auf Anfang: Bridget Jones ist inzwischen weit über 40, aber ihren Geburtstag feiert sie wieder alleine. Zum Glück sorgt sich Bridgets Arbeitskollegin Miranda (Sarah Solemani) um Bridgets Liebesleben und schleppt sie zu einem Musikfestival, wo Bridget, betrunken und orientierungslos, ein produktives Stelldichein mit einem attraktiven Fremden (Patrick Dempsey) hat.

Wenig später trifft sie erneut auf ihre große, alte Liebe: den ewig krampfigen Mark Darcy (Colin Firth), der inzwischen mit der hübschen Camilla (Agni Scott) verheiratet ist - allerdings unglücklich. Drum landet Bridget auch mit ihm im Bett. Soweit die alten Kamellen. Neu ist: Miss Jones ist am Ende schwanger, aber von wem? Als sie sich den beiden potentiellen Vätern offenbart, beginnt ein bisweilen etwas alberner Wettstreit um die Vaterqualitäten, und Bridget hat mal wieder die Qual der Wahl ...

Hielten sich die ersten beiden Teile der Reihe noch eng an die zugehörigen Romane, wird Fieldings dritter Bridget-Jones-Roman "Bridget Jones: Verrückt nach ihm" (in dem etwa Mark Darcy tödlich verunglückt ist) hier geflissentlich ignoriert. Stattdessen liegen Kolumnen zugrunde, die die Autorin 2005 in einer britischen Zeitung veröffentlichte. Und die lieferten Regisseurin Sharon Maguire, die schon den erfolgreichen Erstling inszeniert hat, die bewährten Ingredienzien für "Bridget Jones' Baby": eine chaotische und doch emanzipierte Heldin; Männer, die als Objekt der Begierde durchaus fragwürdig sind; komische Situationen, in denen die Beteiligten gern im Boden versinken würden.

Überzeugend ist nach wie vor das Darsteller-Ensemble, zu dem "Grey's Anatomy"-Star Patrick Dempsey als Ersatzmann für Hugh Grant stieß, der im Laufe des langwierigen Entwicklungsprozesses irgendwann das Handtuch warf. Glänzend besetzt ist auch Emma Thompson als Bridget Jones' Frauenärztin, die mit ihrer Schlagfertigkeit für mehrere Lacher sorgt. Die Oscarpreisträgerin hat auch am Drehbuch mitgeschrieben, um den Dialogen den letzten Schliff zu geben.

Insofern bietet der dritte Teil der Single-Trilogie um Bridget Jones gelungene und witzige Unterhaltung, die großteils mit vielen Pointen aufwartet. Zum Beispiel, wenn Bridget Jones den Popstar Ed Sheeran für einen Praktikanten hält. Etwas irritierend ist jedoch Renée Zellwegers Äußeres: Nachdem sie sich die charakteristischen Schlupf-Lider hat straffen lassen und nach dem Hollywoodschen Dogma dauerhaft erschlankt ist, ist Bridget Jones zumindest optisch nicht mehr die alte. Daran muss man sich als Zuschauer erstmal gewöhnen.

Quelle: teleschau - der mediendienst