Verrückt nach Fixi

Verrückt nach Fixi





Eine Gummipuppe zum Verlieben

Nette Jungs kommen bei den Ladys selten gut an. Diese Erfahrung muss der schüchterne Gymnasiast Tom (Jascha Rust) machen, der trotz seiner niedlichen Wuschelmähne und lieben Art bei den Mitschülerinnen nicht landen kann. Als wäre das nicht genug, wird der Außenseiter bei der Abi-Party auch noch Opfer eines gemeinen Scherzes: Als "letzte männliche Jungfrau des Jahrgangs" wird er mit einem besonderen Preis bedacht: einer aufblasbaren Sexpuppe mit dem vielsagenden Namen Fixi. Unter lautem Gegröle nimmt Tom die Schmäh-Auszeichnung entgegen und macht sich gedemütigt auf den Nachhauseweg. Doch dann geschieht etwas Magisches: Das Sexspielzeug erwacht zum Leben! Plötzlich sind in der liebenswerten deutschen Teenie-Komödie alle "Verrückt nach Fixi".

Fixi (Lisa Tomaschewsky) entpuppt sich als sexhungrige Traumfrau mit Idealmaßen, die Tom fortan als seine Freundin vorstellt. Und siehe da: Dank der Schönheit an seiner Seite steigt Toms Marktwert - er schnellt auf der Beliebtheitsskala nach oben. Auf einmal winken coole Partyeinladungen. Und auch die Mädels, die ihn einst verspottet haben, bekunden nun ernsthaftes Interesse. Nur einer bleibt dabei auf der Strecke: Toms bester Freund Dodie (Roland Schreglmann). Dass Fixi keine eigene Persönlichkeit hat, sondern nur kess zwinkern und fremde Aussagen nachplappern kann, merkt Tom erst sehr spät. Da ist seine Freundschaft zu Dodie bereits ernsthaft in Gefahr.

Als liebenswerte Coming-of-Age-Komödie versammelt "Verrückt nach Fixi" eine Riege an vielversprechenden deutschen Nachwuchsstars - allen voran Ex-GZSZ-Star Jascha Rust und Lisa Tomaschewsky ("Heute bin ich blond"). Trotz der schlüpfrigen Thematik verzichtet "Fünf Freunde"-Regisseur Mike Marzuk weitgehend auf Gags unterhalb der Gürtellinie und setzt stattdessen auf charmante Figuren und witzige Wortgefechte. Vor allem für jugendliche Zuschauer transportiert der Film eine schöne Botschaft, ohne dabei den erhobenen Zeigefinger allzu penetrant zu schwenken: Letztendlich ist wahre Freundschaft wesentlich wichtiger als Äußerlichkeiten und sozialer Status - auch wenn die permanente Jagd nach Likes manchmal das Gegenteil suggeriert.

Fixi als Allegorie der charakterlosen Hülle hält der auf Oberflächlichkeiten konzentrierten Gesellschaft den Spiegel vor und bietet dabei auch noch jede Menge Gelegenheit, über diesen Umstand zu lachen. Der Film bleibt stets auf Augenhöhe mit der jungen Zielgruppe, ohne anbiedernd zu wirken: Regisseur Marzuk erzählt die fantastische Geschichte der zum Leben erweckten Gummipupe anhand glaubhafter Figuren - das macht es leicht, in Toms Welt einzutauchen. Dennoch ist "Verrückt nach Fixi" nicht nur für Teenager sehenswert. Das Drehbuch bietet so manche unvorhersehbare Wendung, was den Film angenehm von ähnlich gelagerten Stoffen abhebt.

Schließlich schlummert in jedem von uns ein kleiner Tom, der mit Unsicherheiten zu kämpfen hat - egal ob wir nun 14 oder 40 sind. Und wenn Tom am Ende des Films zu verstehen beginnt, dass wahre Schönheit mehr als pralle Brüste und volle Lippen bedeutet, dann ist diese Erkenntnis vielleicht nicht neu. Aber der "Generation Selfie" wird sie so charmant präsentiert, dass man beinah die Hoffnung bekommt, nicht mehr jedes Foto einer jungen Frau in den sozialen Medien werde zuerst mit "Hübscheeee <3" kommentiert.

Quelle: teleschau - der mediendienst