Findet Dorie

Findet Dorie





Einfach weiterschwimmen!

Eine rekordverdächtige Rückkehr: Dorie, der heimliche Star aus "Findet Nemo", bekommt ihren eigenen Film! 13 Jahre mussten Fans der blauen Palettendoktorfisch-Dame darauf warten - und die Ausdauer hat sich gelohnt. "Findet Dorie" knüpft nahtlos an den "Nemo"-Humor an, setzt gar noch einen drauf. Die Story ist frisch, die Charaktere bleiben sympathisch, die Gags zünden. Das gefiel auch dem US-amerikanischen Publikum, wo der Film bereits im Juni anlief und den erfolgreichsten Start eines Animationsfilms überhaupt hinlegte. Hierzulande wartete Disney noch die Fußball-EM und Olympia ab - nun schwimmt Dorie aber auch über Deutschlands Leinwände.

Dorie - im Gegensatz zu ihr erinnern wir uns: Das war die Doktorfischdame mit dem schwachen Gedächtnis. Namen, Wege, bloß nicht in stechende Anemonen schwimmen - Dorie vergisst alles mit großer Zuverlässigkeit. Bis eines Tages einige Stachelrochen das Riff überqueren, in dem sie mittlerweile mit Clownfisch Nemo und dessen Vater Marlin wohnt. Der Anblick der seltenen Gäste löst etwas in Dorie aus: Sie kann sich an einen kurzen Eindruck ihrer Eltern erinnern.

Nun gibt es kein Halten mehr: Dorie möchte ihre Familie wiederfinden! Stück für Stück blitzen weitere Erinnerungen in ihrem Gedächtnis auf - und zusammen mit Nemo und Marlin macht sie sich auch eine abenteuerliche Suche, die das Trio quer durch den Ozean führt. Ihr Ziel: Ein Meeresforschungsinstitut in Kalifornien. Jedoch wird Dorie dort von den anderen getrennt.

Hier beginnt der Film, sich vom Vorgänger zu lösen, und entwickelt Eigendynamik: Diesmal ist es kein Road-Trip-Movie, sondern eher ein Escape-Szenario. Denn Dorie muss vor allem wieder aus der Forschungsstation herauskommen. Dabei trifft sie auf neue skurril-lustige Freunde. Oktopus Hank, der aufgrund einer Verletzung eigentlich nur ein "Septopus" ist, und die kurzsichtige Walhai-Dame Destiny (ein Grund, Dories Walisch mal wieder aufzupolieren!) sind nur zwei von vielen liebevoll gestalteten Figuren.

Die Geschichte dreht sich diesmal vor allem um die Selbstfindung Dories, daher auch der Titel, und um ihre Gefühlswelt. War ihre Gedächtnisschwäche in "Findet Nemo" lediglich Grundlage für Gags, geht der Film diesmal etwas tiefer unter die blauen Schuppen. Denn Dories Vergesslichkeit ist nicht nur immer wieder gefährlich, sondern auch Ursache einer tiefen Traurigkeit in ihr.

Dennoch ist sie nach wie vor der doktorfischgewordene Optimismus, und es macht einen riesigen Spaß, bei ihrem Abenteuer mitzufiebern. Einmal mehr findet Regisseur Andrew Stanton, diesmal zusammen mit Lee Unkrich, den richtigen Erzählrhythmus. Der Humor zündet auf unterschiedlichen Ebenen, von reinem Slapstick und Situationskomik bis hin zu Wortspielen und vagen Anspielungen. Trotz hoher Gag-Dichte stimmt aber das Gleichgewicht mit dem eigentlich ernsten Hintergrund der Story.

Beeindruckend ist erneut die Qualität der Animationen - Mimik und Gestik tragen viel zum Witz des Filmes bei. Noch beeindruckender ist das beim Vorfilm "Piper". Die Geschichte um den namensgebenden Seevogel und seine erste Begegnung mit dem Wasser des Meeres und seinen Bewohnern gehört wohl zu den hübschesten und fotorealistischsten Animationssequenzen überhaupt. Bei "Dorie" gibt's jedoch nicht nur Schauwerte: Mit Ange Engelke als Dorie und Christian Tramitz als Marlin kamen auch die ausgezeichneten und gewohnten Synchronsprecher zum Einsatz, Ex-Olympionikin Franziska van Almsick spricht eine Lautsprecheransage. So darf Dorie gerne ihr Motto ausleben: "Einfach schwimmen ..." - bis sie vielleicht wirklich ihre Eltern findet?

Quelle: teleschau - der mediendienst