Pets

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Einfach haustierisch

Am Anfang dieses aufgedrehten Animationsfilms steht eine zentrale Frage: Was treiben New Yorker Haustiere eigentlich, wenn Herrchen und Frauchen außer Haus sind? Einfach weiter im Körbchen rumlungern, fressen und dösen? Im tierischen 3D-Abenteuer "Pets" des Regie-Duos Chris Renaud und Yarrow Cheney ist dies eben keine Option - stattdessen gerieren sich die domestizierten Tiere im Appartment-Haus im Big Apple als abenteuerlustige Kreaturen mit amüsanten Marotten, die jedem menschlichen Zweibeiner Konkurrenz machen.

Terrier Max (in der deutschen Synchronisation gesprochen von Jan Josef Liefers) ist ziemlich zufrieden mit seinem Leben. Schließlich wird er von Frauchen Katie total verwöhnt, weshalb er jeden Tag sehnsüchtig auf deren Heimkehr wartet. Seine kapriziöse Katzenfreundin Chloe (brillant intoniert von Comedian Martina Hill) nutzt die Gelegenheit, endlich den Kühlschrank zu plündern, während der feine Pudel Leonard lautstarken Hard Rock hört. Soweit ist die tierische Welt im urbanen New York also in Ordnung.

Bis Max' Frauchen eines Tages den plumpen Mischling Duke (Dietmar Bär) mitbringt, der kein Zuhause mehr hat. Doch der geriert sich überraschend aufmüpfig in Max' Revier, was der smarte Terrier nicht hinnehmen kann. Durch ihr Konkurrenzgehabe und unglückliche Umstände geraten die beiden Hunde schließlich in die Hände von Tierfängern, werden aber von einem ausgedienten Zauberer-Kaninchen namens Snowball ("Tatort"-Kommissar Fahri Yardim) spektakulär befreit. Das weiße Karnickel ist der launische Anführer einer Horde entsorgter Haustiere namens "Flushed Pets", die im New Yorker Untergrund Rache an ihren treulosen Besitzern planen. Das ist allerdings nicht im Sinne von Max und Duke, die eine atemlose Verfolgungsjagd vor den Flushed Pets zwangsläufig zusammenschweißt.

New York dient als perfekte Kulisse für einen 3D-Film voller knallbunter Ideen und mit einem fast unendlichen Kosmos liebevoll konzipierter Charaktere. Der optisch gelungene Beginn des Films - ein virtueller Flug durch die Stadt und Behausungen der zahlreichen tierischen Helden - gibt das ambitionierte Level vor, auf dem man sich die kommenden 90 Minuten bewegt. Keine Frage, "Pets" präsentiert Animationskunst vom Feinsten, mit einer opulenten, ungebremsten Kreativität und Action, die einem allerdings kaum Zeit zum Luftholen lässt.

Zugleich ist "Pets" eine sympathische Ode an die Beziehung zwischen Mensch und Tier, wobei die Vermenschlichung der Tiere hier und da etwas übertrieben geraten ist, wenn zum Beispiel Terrier Max zu Beginn des Films von der "Seelenverwandtschaft" mit seiner Besitzerin Katie schwärmt. Die Filmemacher schöpfen pausenlos aus dem Vollen, mit vielen Gags und Bezügen zu unserer bisweilen durchgeknallten Welt. Immer höher, immer schneller, immer weiter und bei Bedarf auch online. In diesem ehrgeizigen Animationsabenteuer gilt das auch für Haustiere.

Quelle: teleschau - der mediendienst