Warcraft: The Beginning

Warcraft: The Beginning





Ein Gemetzel orcischen Ausmaßes

"Lok'tar Ogar!" - So schallt es täglich aus Millionen Computerlautsprechern und -Headsets: Sieg oder Tod, auf Orcisch. Der Schlachtruf stammt von den Grünhäutern aus "World Of Warcraft", dem kommerziell erfolgreichsten Videospiel überhaupt. Das grobe Prinzip: Zocker und ihre Avatare treffen sich in den Online-Welten des Spiels, bilden Gruppen (Clans) und ziehen zusammen in große Schlachten. Zu Spitzenzeiten hatten 12 Millionen Gamer das monatliche Abo gebucht, heute sind es immerhin noch 5,5 Millionen. Zeit, dem Spiel mit "Warcraft: The Beginning" auch ein filmisches Denkmal zu setzen!

Hierfür wurde eine denkbar einfache Story gestrickt: Bislang herrschte Frieden in Azeroth, dem Planeten der Menschen. Doch im Universum passiert Schlimmes. Draenor, die Heimat der Orcs, ist dem Untergang geweiht. Nun suchen deren furchteinflößende Krieger einen neuen Platz für ihr Volk und reisen per magischem Portal nach Azeroth. Ein bitterer Krieg zwischen Menschen und Orcs bahnt sich an.

Doch es gibt eine noch viel größere Bedrohung - für beide: Gul'dan (Martin Wu, wie alle Orcs dargestellt durch Motion Capturing), der tyrannische Orc-Shamane, versucht, die Welt mithilfe dunkler Magie zu erobern, die er allerdings noch nicht komplett zu beherrschen scheint. Er will den vollständigen Angriffstrupp der Orcs, die "Horde", durch das Portal nachholen, braucht dazu jedoch mehr magische Kraft.

Deshalb korrumpiert er den "Wächter", den obersten Magier der Menschen, Medivh (Ben Foster). Sehr zum Ärger des großen Menschen-Kriegers Anduin Lothar (überzeugend: Travis Fimmel), erhoffte er sich doch magische Unterstützung, um die Orc-Horden zurückzuschlagen. Lothar braucht ein Bündnis zwischen den Rassen, Unterstützung aus den Reihen der Orcs. Doch wie soll er das anstellen?

Regisseur Duncan Jones gibt sich sichtlich Mühe, dem Film eine gute, ausführliche Storyline zu verpassen. Der Sohn David Bowies bekam für "Moon" 2010 immerhin den BAFTA-Award als bester Newcomer. Doch: Im Grunde ist die Geschichte so banal wie vorhersehbar und dient lediglich dazu, den nächsten Zweikampf, die nächste Schlacht, die nächste magische Auseinandersetzung einzuleiten. Immerhin: Langweilig wird das nicht.

Denn was auf der Leinwand zu sehen ist, ist vor allem eines: ein Benchmark in Sachen CGI-Effekte. Nicht nur verschmelzen reale Aufnahmen und computergenerierte Welten miteinander, auch die Visualisierung der Magie ist atemberaubend. Umso besser wirkt das im 3D-Kino. Wer es richtig krachen lassen will, hat in einem Kinosaal mit Dolby Atmos einen bemerkenswert druckvollen Sound, der bis in den Magen zu spüren ist. Sind wir doch ehrlich: Genau dieses Maß an Action erhofft sich der "Warcraft"-Fan.

Noch dazu überzeugen sowohl die menschlichen als auch orcischen Figuren: Fimmel bewies schon bei "Vikings", dass er für raue Rollen bestens geeignet ist. Aber auch Foster, Ben Schnetzer als ehemaliger Zauberlehrling Khadgar und einige Orc-Darsteller lockern den Film mit einer selbstironischen, augenzwinkernden Art angenehm auf. In diesem Sinne: "Lok-Narash!", "zu den Waffen!" Und, so viel deutet sich an: "The Beginning" dürfte tatsächlich nur der Anfang sein.

Quelle: teleschau - der mediendienst