Die Baumhauskönige

Die Baumhauskönige





Wir waren Könige

Freundschaft - ein großes Thema, auch im Kino. Zerwürfnisse, Intrigen, Enttäuschung und jede Menge verletzte Gefühle erlauben ein breites dramatisches Spielfeld. Das machte sich auch Regisseurin Margien Rogaar zunutze, die für die Handlung ihres preisgekrönten Familienfilms "Die Baumhauskönige" ein reales Setting fand: die Sommercamps in Holland. Dort geht es nicht nur um Freundschaft, sondern auch darum, wer die höchsten Baumhäuser baut.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Für die Freunde Ziggy (Kees Nieuwerf) und Bas (Julian Ras), die jede freie Minute miteinander verbringen, geht es eine Woche ins Abenteuer-Camp "Bouwdorp", in dem Jungs und Mädchen einen großen Turm aus Holzresten und Paletten bauen sollen. Wer das höchste Haus hat, gewinnt und wird Baumhauskönig. Für Ziggy und Bas, die im letzten Jahr schon den Titel gewinnen konnten, bedeutet das Camp auch Abschied von ihrer unbekümmerten Kindheit. Denn am Ende der Ferien werden sie an verschiedene Schulen wechseln und damit getrennte Wege gehen.

Ausgerechnet jetzt kommt bei Bas plötzlich Eifersucht ins Spiel, was natürlich mit einem hübschen Mädchen und dem superschlauen Ziggy zu tun hat. Bas schließt sich im Baucamp der pseudocoolen Cola-Gang an und will von Ziggy fortan nichts mehr wissen. Ziggy versteht die Welt nicht mehr. Schließlich bildet er mit seinem kleinen Bruder Flin (Bart Reuten) ein Team, und bald werden Ziggy und sein ehemals bester Buddy Bas zu erbitterten Rivalen. Die Streitereien eskalieren und es sieht ganz so aus, als wäre kein Frieden in Sicht.

Bei diversen Kinderfilmfestivals wie dem "Lucas" in Frankfurt, dem tschechischen Jugendfilmfestival in Zlin, beim "Cinekid" in Amsterdam und "Michel" in Hamburg gewann die unverkrampfte und unaufgeregt erzählte Geschichte aus dem Jahr 2014, die erst jetzt in die deutschen Kinos kommt, bereits mehrere Preise. Was zweifellos auch an der authentischen Darstellung der jungen Hauptakteure Kees Nieuwerf und Julian Ras liegt, die Emotionen scheinbar mühelos ein Gesicht geben.

Regisseurin Margien Rogaar inszeniert die Geschichte, die vom Camp-DJ Coyote (Joep van der Geest) erzählt wird, einfach und ohne aufgesetzte Action. Das ist in Zeiten des überanimierten Kinderkinos, das hochprofessionell und kommerziell aus Hollywood herüberschwappt, geradezu erfrischend. In "Die Baumhauskönige" liegt der Schwerpunkt endlich mal wieder - so wie in den abenteuerlichen Kinderfilmen des letzten Jahrhunderts wie "Pippi Langstrumpf" oder "Michel" - auf einer soliden, feinfühlig erzählten zwischenmenschlichen Story. Und das alles ist eingebettet in eine echte Kulisse inmitten der Natur, in der Jungs gerne noch Cowboy und Indianer spielen und nicht Tablet oder Computer.

Quelle: teleschau - der mediendienst