Batman v Superman: Dawn of Justice

Batman v Superman: Dawn of Justice





Verlockendes Kräftemessen

Superman fährt niemand so einfach um, nicht einmal Batman. Als er im Batmobil in hoher Geschwindigkeit auf ihn zuhält, prallt er einfach ab. Der gepanzerte Wagen zerschellt zum Schrotthaufen. Frustriert zwängt sich Batman raus, reckt die klobigen, metallverstärkten Fäuste - und sieht sich sogleich gegen eine Betonmauer geschleudert. Der Fledermausmann wird tief in die Trickkiste greifen müssen, um dem Übermenschen beizukommen. Es ist kaum ersichtlich, warum Batman eine Verbrecherbande verfolgt und warum sich Superman ihm in den Weg stellt. Überhaupt ist der Zoff zwischen den Heroen, auf den die Trailer so fleißig eingeschworen haben, in "Batman v Superman: Dawn of Justice" kaum motiviert. Dafür funktioniert die "Man of Steel"-Fortsetzung als metapyhsisches Kräftemessen grandios.

Vor anderthalb Jahren hat Superman alias "Daily Planet"-Reporter Clark Kent (Henry Cavill) die Menschheit gerettet, aber zu einem gigantischen Preis: der Zerstörung der Städte Metropolis und Gotham. Und jetzt lässt er sich auch noch wie ein Gott verehren. Milliardär Bruce Wayne (Ben Affleck) kosteten Supermans brachiale Aktionen ein Unternehmensgebäude und trotz Warnungen einige seiner Mitarbeiter das Leben.

Erst zweifeln Wayne und sein technisch hochbegabter Assistent Alfred (Jeremy Irons) bloß an der Rechtschaffenheit Supermans. Doch das öffentliche Idol erscheint schwer kompromittiert, als sich bei einer öffentlichen Anhörung zu seinen Taten ein schwerer Terroranschlag ereignet. In der Maske Batmans will Wayne den vom Helden auf den Status des Staatsfeindes gefallenen Superman auslöschen.

An dessen Unschuld glaubt nur Kents Kollegin und Geliebte Lois Lane (Amy Adams), weil sie einen Beweis für Terrorpläne des jugendlichen und übergeschnappten Erfinders und Unternehmergenies Lex Luthor (Jesse Eisenberg) hat. Dieser Bedrohung der Menschheit dürften Batman und Superman nur gemeinsam im Trio mit Wonder Woman (Gal Gadot) beikommen.

Dass die beiden Herren nicht miteinander auskommen, wirkt an den Haaren herbeigezogen. Aber es erfüllt einen Zweck, den Zack Synder und seine Tricktechniker verlockend zu inszenieren wissen, nämlich den spektakulären Zusammenprall von universellen Charakteren mit ebenso unterschiedlichen wie überragenden Kraftpotenzialen herbeizuführen. Superman verkörpert eine Übermacht, deren Einfalt das Gute garantiert, aber auch für die Intrige anfällig macht.

Batman stützt sich auf gigantisches Kapital, avancierte Technik und eine manchmal diabolische List. Der wahre Teufel steckt indes in der intelligenten Hybris Luthors. Und Wonder Woman fesselt im Wortsinn mit ihrer Energie. In diesen Gestalten findet sich vielleicht phantastisch verdichtet, was die Welt in ihren Geschicken bestimmt, mal zur einen, mal zur anderen Seite ausschlagend.

Ästhetisch im weitesten Sinne ist die Lage unausgewogener. Der düstere Batman-Look des Neo-Noir à la "Dark Knight" dominiert eindeutig. Vor allem in Batmans traumatische Visionen taucht der Film immer wieder mit fiebriger Phantasie ein. Obwohl mimisch begrenzt, vermag Ben Affleck mit seiner selbstverständlichen Männlichkeit die Aura der Figur mitsamt ihrer filmischen Vorgeschichte zu tragen. Henry Cavills Superman verblasst dagegen, bekommt aber auch nicht genug Raum. Und die viel zu unstimmige Story muss der allerdings überwältigende Kampf gegen Luthors Monster zwischen Erde und Weltall voll und ganz aufwiegen.

Quelle: teleschau - der mediendienst