Kung Fu Panda 3

Kung Fu Panda 3





So knuddelig wie immer

Dass es "Kung Fu Panda 3" geben würde, ist keine Überraschung. Der Erfolg der ersten beiden Filme sprach dafür. Und dazu die Andeutung im zweiten Teil, dass der Vater des kampfsporttreibenden Panda Po noch leben könnte. Genau hier setzen die Regisseure Jennifer Yuh Nelson und Alessandro Carloni an: Vater Li taucht plötzlich auf. Was dann folgt, ist im Grunde nichts Neues. Der altbewährte Humor, die wunderschönen Animationen und herrlichen Gesten und Mienen der Figuren sowie eine kurzweilige, wenn auch keinesfalls innovative Handlung versprechen beste Unterhaltung. Und das nicht nur für die Kids.

In der Filmreihe existiert ein wiederkehrendes Schema: Der dicke Panda Po muss überraschend etwas Neues lernen, ein übermächtiger Bösewicht taucht auf, dem nur er aufgrund seiner Bestimmung gewachsen ist. Po soll ihn mit dem neu erlernten Wissen (oder den neu erlernten Fähigkeiten) besiegen. Im ersten Teil musste Po erst einmal Kung Fu erlernen sowie das Geheimnis des legendären Drachenkriegers finden, um den Tiger Tai Lung zu besiegen. In "Kung Fu Panda 2" half der Weg zum inneren Frieden dem plüschigen Helden dabei, den fiesen Pfau Lord Shen in die Schranken zu weisen.

Diesmal wird der Antiheld in der optisch spektakulären ersten Szene des Filmes eingeführt: Kai liefert sich im Reich der Geister einen bombastischen Kampf mit dem in Teil eins verstorbenen Meister Oogway. Einst alte Verbündete, gab es dann ein Zerwürfnis zwischen den beiden Freunden. Den 500 Jahre alten Kampf entscheidet Kai dieses Mal für sich. Seine besonders fiese Gabe: Er kann das Chi, also die Lebensenergie seiner Feinde aufnehmen. Indem er es sich von allen verstorbenen Großmeister im Geisterreich erkämpfte, hat er einen Weg gefunden, in die Welt der sterblichen zurückzukehren.

Dort fühlt sich der tollpatschige Held gleich mehrfach überfordert: In Zukunft soll Po als Kung-Fu-Lehrer für den Jadetempel verantwortlich sein und seinen Freunde, den Furiosen Fünf, die Kampfkunst lehren. Natürlich ist seine erste Trainingseinheit ein völliges Desaster. Obendrein taucht im Dorf plötzlich ein weiterer Panda auf - eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, gelten die schwarz-weißen Bären doch als lange ausgestorben. Beim Fremden handelt es sich um Li, Pos Vater. Ein Aufeinandertreffen, und hier kommt der dramatische Teil der Handlung ins Rollen, das seinem Ziehvater Mr. Ping (eine Gans) ganz und gar nicht gefällt: Er befürchtet, den "Sohne" endgültig zu verlieren.

Als währenddessen Bösewicht Kai die ersten Dörfer in China unsicher macht und weitere Meister verschwinden lässt, ereilt Po die Offenbarung, dass Kai nur durch den Kampf mit richtig eingesetztem Chi gewonnen werden kann. Und da der Überlieferung nach die Pandas das Chi besonders gut beherrschten, ist die Gelegenheit mehr als günstig, das versteckte Panda-Dorf aufzusuchen. Das denkt sich auch Bösewicht Kai - ein fulminanter Showdown bahnt sich an.

Einmal mehr zaubert Dreamworks eine animierte Welt auf die Leinwand, die an technischem Aufwand schwer zu toppen ist. Nicht nur die fulminanten Kämpfe sind beeindruckend, auch die chinesischen Landschaften und vor allem das Geisterreich sind echte Hingucker. Die 3D-Effekte bleiben im Gedächtnis - und dabei übertreibt es der Film ganz und gar nicht mit aufdringlichen Pop-Outs.

Die Handlung plätschert dagegen eher vor sich hin - ohne nennenswerte Überraschungen, aber auch ohne Längen. Dafür funktioniert die Situationskomik von Po und seinen Begleitern so grandios wie schon im ersten Teil. Von den Hauptfiguren bis zur kleinsten Ente am Rand sind die Animationen nicht nur sehr liebevoll und niedlich gestaltet, sondern mitunter zum Schreien komisch.

Weiterhin kann man der "Kung Fu Panda"-Reihe zugutehalten, dass sie nicht nur reines Hollywood-Kino sein will, sondern sich eng an chinesischen Geschichten und Stilelementen entlanghangelt. Ein Beispiel: Rot und Gold stehen in China für das Gute, Grün für das Böse. Immer wieder sind deshalb Szenen mit den Helden in goldenes oder rötliches Licht getaucht, Kai und seine Jade-Krieger betonen das Grüne.

In der deutschen Version des Filmes leiht einmal mehr Hape Kerkeling dem Panda-Helden seine Stimme, was überzeugend klingt. Mit Bettina Zimmermann (Tigress), Cosma Shiva Hagen (Viper) und Ralf Schmitz (Crane) sind weitere hochkarätige Namen und markante Stimmen an Bord. Fans des Films sollten jedoch über den Besuch eines Original-Ton-Kinos nachdenken. Alleine für Jack Black als Po dürfte sich das lohnen. Mit Dustin Hoffman, Angelina Jolie, Jackie Chan, Seth Rogen, Lucy Liu und David Cross liest sich schon die Stammbesetzung wie ein kleines Who Is Who Hollywoods. Mit Bryan Cranston ("Breaking Bad") und J.K. Simmons ("Whiplash") kommen weitere prominente Gäste hinzu. Dass ein weiterer Film folgen wird, ist so gut wie sicher. Laut Dreamworks-Chef Jeffrey Katzenberg könnten es sogar drei werden.

Quelle: teleschau - der mediendienst