Stefanie Stappenbeck

Stefanie Stappenbeck





Die Neue

Auch wenn Stefanie Stappenbeck schon seit knapp drei Jahrzehnten vor der Kamera steht: Jetzt ist die 41-jährige Berlinerin für alle erst mal nur "die Neue". Ab Samstag, 12. März, 20.15 Uhr, ermittelt sie an der Seite von Florian Martens erstmals in der überaus beliebten ZDF-Produktion "Ein starkes Team". Seit 1995 ist die Krimireihe auf Sendung, bis letztes Jahr noch mit Maja Maranow in der weiblichen Hauptrolle. Dann verkündete Maranow ihren Ausstieg, Anfang 2016 verstarb die Schauspielerin völlig überraschend an Krebs. "Das war ein furchtbarer Schock", erinnert sich Stappenbeck heute. "Ich wusste nicht, wie krank Maja Maranow war; ich dachte, sie hatte nach 20 Jahren einfach Lust auf Veränderungen und sei deswegen aus der Reihe ausgestiegen. Als ich im Januar von ihrem Tod erfuhr, war ich total schockiert."

Zum Casting, erzählt Stefanie Stappenbeck im Interview an einem verschneiten Februar-Morgen in München, sei sie im Sommer letzten Jahres eingeladen worden. Schon wenig später begannen die Dreharbeiten. Das Schöne an der Reihe sei, dass sie in Berlin spiele, in Stappenbecks Heimatstadt. Hier wohnt die Schauspielerin mit ihrem Mann, dem Schlagzeuger Christopher Farr, und ihrer zweijährigen Tochter. Für sie als Mutter sei es ein "Geschenk", in ihrer Heimatstadt arbeiten zu dürfen - keine Selbstverständlichkeit für eine Schauspielerin, betont sie.

Im Ostteil der deutschen Hauptstadt wuchs Stappenbeck auch auf, als älteste von drei Schwestern. Als sie elf Jahre alt war, wurde sie fürs Fernsehen entdeckt. "Da kamen Talentsucher vom DDR-Fernsehen in meine Schule, pickten ein paar Kinder heraus und luden sie zu Probeaufnahmen ein", erinnert sie sich. "Zwei Jahre später spielte ich dann in meinem ersten Film mit." Als 15-Jährige erlebte sie in dem Kinofilm "Biologie" gar ihren allerersten Kuss. "In dem Film spielte ich ein Mädchen, das die erste große Liebe erlebt. Zum Glück war ich damals tatsächlich ein klein wenig in meinen Filmpartner verliebt", erzählt sie lachend. " Er war allerdings ein paar Jahre älter als ich - und ich habe ihm meine Liebe nie gestanden. Aus dieser Romanze ist also nichts geworden." Obwohl sie schon so früh vor der Kamera stand, habe ihre Kindheit nie darunter gelitten. "Meine Eltern haben es weder gepusht, noch haben sie mich behindert."

In dem Jahr, in dem die junge Stefanie Stappenbeck ihren ersten Kuss erlebte, fiel auch die Berliner Mauer. "Ich war damals natürlich sehr intensiv dabei. Ich war 15 und erwachte in jeglicher Hinsicht: politisch, weil das alles so spannend war; beruflich, weil ich meinen ersten großen Kinofilm drehte." Nach der Wende stand sie im zarten Alter von 18 Jahren erstmals auf der Bühne, am Deutschen Theater in Berlin. Irgendwann in diesen frühen Nachwendejahren lernte sie auch Florian Martens kennen, ihren jetzigen Partner im "Starken Team".

"Damals hatten wir in Berlin dieselben Stammkneipen, etwa das 'Meilenstein' am Hackeschen Markt, wo die ersten neuen Kneipen aufmachten", erinnert sie sich zurück. "Wir sind beide alte Ossis", sagt sie schmunzelnd, "und verstehen uns deshalb gut". Auch vor der Kamera harmonieren die beiden schnell, das merkt man schon in der ersten Folge vom "Starken Team". Obwohl sie zwei völlig verschiedene Charaktere spielen: er den grummeligen Otto Garber, sie die aufgedrehte Linett Wachow. "Wenn ich am Set war und Linett spielen sollte, schoss immer eine Energie durch mich durch", sagt Stappenbeck - und springt auf, so als habe sie diese Energie schon beim bloßen Gedanken an ihre Rolle gepackt. "Linett ist auf jeden Fall ein Teil von mir!"

Stappenbeck steigt mit Folge 65 in die langjährige Reihe ein. Krimi-Erfahrung kann die Schauspielerin bereits jede Menge vorweisen: Sie spielte in allem, was im deutschen Fernsehen Rang und Namen hat, im "Polizeiruf", in "Der Alte", in "Siska", und natürlich im "Tatort". Zuletzt war sie im beliebtesten deutschen Krimi-Format als Ex-Frau des Hamburger Kommissars Nick Tschiller (Til Schweiger) zu sehen, bis ihre Rolle den Serientod sterben musste. Bei so viel Krimi-Erfahrung ist es also kein Wunder, dass Stappenbeck die hiesige, oftmals viel gescholtene Fernsehkost gegen Kritik verteidigt: "Das deutsche Fernsehen ist besser als sein Ruf", gibt sie sich überzeugt. Als Teil des "Starken Teams" hat sie jetzt alle Gelegenheit dazu, das zu beweisen - an vier Samstagabenden im Jahr, und wenn es gut läuft, 20 Jahre lang.

Quelle: teleschau - der mediendienst