Peter Lustig

Peter Lustig





Der patente Latzhosenträger im Bauwagen

Der berühmteste Latzhosenträger der Republik ist tot: Wie das ZDF am Mittwoch mitteilte, starb Fernsehmoderator und Kinderbuchautor Peter Lustig am Dienstag in der Nähe von Husum im Kreise seiner Familie. Er wurde 78 Jahre alt.

Der zweifache Grimme-Preisträger Peter Lustig wurde vor allem als Moderator der Kindersendung "Löwenzahn" bekannt: Von 1981 bis 2005 erklärte er von seinem legendären blauen Wohnwagen aus Kindern die Umwelt.

Lustig wurde 1937 in Breslau geboren, machte später in Westdeutschland eine Lehre zum Rundfunktechniker und studierte anschließend Elektrotechnik. Während seiner Arbeit als Tontechniker nahm er unter anderem die berühmte "Ich bin ein Berliner"-Rede von John F. Kennedy auf. "Ein anstrengender Tag. Aber ein wenig gefallen hat mir der Satz 'Ich bin ein Berliner' natürlich schon", erinnerte sich Lustig Jahre später.

Zum Fernsehen kam Lustig nur durch Zufall: Während der Dreharbeiten zur Sendung "Pusteblume" lief er 1979 als Tontechniker im Studio vor die Fernsehkameras - und wurde prompt als Moderator engagiert. Zwei Jahre später wurde "Pusteblume" in "Löwenzahn" umbenannt. 24 Jahre lang stand Lustig dann für das beliebte Format vor der Kamera, bis er sich 2005 nach einer Krebserkrankung aus dem Fernsehgeschäft zurückzog. Zwei Jahre später verlieh ihm Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz. Neben seiner Tätigkeit fürs Fernsehen schrieb Lustig mehrere Kinderbücher.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler würdigte Lustig in einem am Mittwoch verbreiteten Statement: "Über 25 Jahre war er eine Institution im deutschen Kinderfernsehen und das Gesicht der ZDF-Kultsendung 'Löwenzahn'. Peter Lustig erzählte den Kindern allwöchentlich spannende Geschichten, erklärte interessante Experimente und kam zu außergewöhnlichen Erkenntnissen - ohne sich je bei den Kindern anzubiedern. Wir werden den Mann, der Kinder und Erwachsene immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen geführt hat, in lebendiger Erinnerung behalten."

Quelle: teleschau - der mediendienst