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Eine Mauer aus Sport und Liebe

Was will uns Andre Bujalski mit "Results" sagen? Irgendwo muss es stecken, das Tiefschürfende, die Krux, die Pointe. Doch der für den Filmemacher ganz und gar untypisch starbesetzte Film gibt mehr Rätsel auf, als er welche löst. Seine Figuren verstecken sich hinter ihren Mauern, ein Blick dahinter bleibt verwehrt. Wofür sie stehen, was sie bewegt, was sie wollen? Man weiß es nicht. Vielleicht ist es die Kunst Bujalskis, vielleicht steckt hinter all ihrem Tun die wunderbarsten Metaphern. Möglich. Doch leider bleibt bei "Results" jedweder Unterhaltungswert auf der Strecke und ganz schnell die Lust, den wohl als Komödie angelegten Film verstehen zu wollen.

Bujalski gilt als "Godfather Of Mumblecore", einem amerikanischen Subgenre des Independentfilms, das mit Natürlichkeit bestechen will. Hollywoodglanz und -sternchen sind verpönt, unbekannte Gesichter und spontan wirkende Dialoge dagegen erwünscht. Bei "Results" bricht der 38-Jährige nun zumindest mit einer dieser Prinzipien. Guy Pearce, Cobie Smulder und Kevin Corrigan sind gewiss mehr als bekannte Gesichter. Rhythmus, Aufmachung und Dialoge sind dagegen geblieben.

Mithilfe der engagierten Film- und Serienstars werden von Beginn an der Mörtel angerührt und Mauern hochgezogen. Smulders spielt Kat, eine Fitnessstudio-Angestellte, harsch aber ehrlich: "Sie lernen meine dunkle Seite nicht kennen, so lange sie mich nicht verarschen", offenbart sie ihr Kundenverhältnis. Eifrig scheint sie auch zu sein, kriegt sie sich doch mit einem Kollegen in die Haare, wer den Neuankömmling übernehmen darf.

Dieser ist Danny (Corrigan), neureich und depressiv kifft und frisst er sich durch den Alltag in seiner wohl schon länger frischbezogenen Villa - zumindest findet auf und um den noch teilweise verpackten Möbeln kein Leben statt. Wie sich herausstellt, wurde Danny kurz nach seiner Scheidung, die er nicht zu verkraften vermag, plötzlich reich durch ein unverhofftes Erbe. Was er mit der Kohle und seinem neuen Dasein anfangen soll, weiß er nicht. Also geht er den Weg, den alle zu gehen scheinen: ins Fitnessstudio.

Das gehört Trevor (Pearce), vielmehr Fitnessguru als -trainer. Überzeugt von seinem eigenen Konzept und auf dem aufsteigenden Ast befindlich scheint sein Herz nur in dieser, seiner Firma zu stecken. Das ist es, was man von den drei Hauptcharakteren von "Results" weiß. Weitere Schichten kommen kaum dazu, Überraschungen schon gar nicht. Nur eines ist klar: Seinen eigenen Bedürfnissen, seinen wirklichen Willen, geht keiner der drei nach. Danny baut sich aus seinem neuen Reichtum eine Fassade auf, glaubt, damit lethargisch seiner Lethargie entkommen zu können und versucht gleichzeitig fast tatenlos, die Fassaden der anderen beiden einzureisen. Doch das dauert. Und ob das wirklich des Pudels Kern des Schauspiels sein soll? Eine Erklärung wäre es zumindest.

Dabei machen die Darsteller ihre Arbeit vorzüglich. Die scheinbar für den Fortlauf der Nicht-Story elementaren Fassaden werden auch durch ihr Spiel unüberwindbar hochgezogen. Pearce, Smulders und gerade Corrigan legen sich Masken zu, die man als Zuschauer gerne entblößen würde. Nur macht Bujalski keine Anstalten; er zieht den Zurr-Gummi am Hinterkopf immer fester, ohne dass er zu reißen begänne. Nach knapp einer Stunde verliert man dann die Hoffnung, dass da noch etwas kommt. Woody Allen würde hier wohl einen Mord ins Geschehen platzen lassen. Bujalski zieht es durch. Wer mag, darf darin eine Stärke sehen. Aber wirklich unterhalten fühlt man sich nicht.

Quelle: teleschau - der mediendienst