Sisters

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Die letzte Party

Eigentlich eine schöne Entwicklung, dass Hollywood auch den unperfekten, gleichwohl sehr witzigen Showbiz-Frauen eine Plattform gibt. Unlängst reüssierte Stand-up-Comedian Amy Schumer mit ihrem Film "Dating Queen" (2015) auf der Leinwand. Nach "Baby Mama" (2008) liebäugeln auch Tina Fey und Amy Poehler, beide Veteraninnen der amerikanischen Samstagnacht-Unterhaltung und respektable Witzfiguren mit großer Klappe, erneut mit dem Kino. Sie probieren ihr Glück als nostalgisches Schwesternduo, das noch einmal die Vergangenheit beleben will - mit einer Party, wie sie pubertärer nicht sein könnte.

Sie könnten ungleicher nicht sein, die beiden Schwestern Maura (Amy Poehler) und Kate Ellis (Tina Fey). Die eine war schon immer eine altruistische Weltverbesserin, die andere eine Chaotin vor dem Herrn, Teenie-Tochter (Madison Davenport) inklusive. Während Maura nach der Scheidung ihr Leben in Aktionismus wuppt, taumelt Kate zwischen Job und Wohnungslosigkeit. Als ihre Eltern das Haus ihrer Kindheit verkaufen wollen, kehren die Schwestern in ihre Heimatstadt Orlando zurück, um klar Schiff zu machen respektive ihr Kinderzimmer auszuräumen.

Es wird ein langer Abend voller Nostalgie und bunten Erinnerungen, an dessen Ende eine folgenreiche Entscheidung steht: Die Ellis-Schwestern wollen noch eine letzte ihrer legendären Partys geben, Kollateralschäden ausdrücklich gewünscht. Also laden sie sämtliche Freunde von der Highschool ein, kaufen Unmengen von Alkohol und werfen sich ins sexy Partyoutfit. Unter den Gästen ist auch der neue Nachbar James (Ike Barinholtz) auf den Maura ein Auge geworfen hat. So wird es ein feuchtfröhlicher Abend, bei dem es um große Emotionen, alte Erinnerungen und unerfüllte Sehnsüchte geht. Und all das garniert mit derben Sprüchen und Haudrauf-Humor.

Man fühlt sich ein bisschen an die unterirdischen "American Pie"-Ableger erinnert, nur dass die Protagonisten nun um einiges älter und den Teenie-Sneakern längst entwachsen sind. Die beiden "Saturday Night Live"-Komikerinnen Fey und Poehler geben durchaus eine gute Performance ab und liefern sich mit großer Lust einen verbalen Schlagabtausch voller Anzüglichkeiten. Den frivolen Mut zur Peinlichkeit kann man in dieser grobschlächtigen Komödie durchaus bewundern.

Regisseur Jason Moore ("Pitch Perfect", 2012) versucht sich erneut am Genre der Komödie, aber irgendwie sind diese Filme, die ein perfektes Timing und ein solides Maß an Situationskomik verlangen, nicht seine Stärke. Wie sonst ist es zu erklären, dass zwei ausgebuffte Lachnummern wie Fey und Poehler, die im echten Leben befreundet sind, auf der Leinwand komplett versagen? Dass diese gut gemeinte Komödie nicht gelingt, ist sicher auch dem Drehbuch geschuldet, dass in beliebter Schwarzweiß-Manier die Charaktere entwirft: brave Schwester, verruchte Schwester, altkluge Tochter, dicke Dumfpbacken-Kumpels und frustrierte Vorstadt-Frauen.

So ist "Sisters" eine krampfhafte Highschool-Comedy, die in die Jahre gekommen ist. Am Ende, nachdem das Haus zur Bruchbude abgefeiert wurde, klatscht Regisseur Moore noch eine Portion ernste Emotionen obendrauf. Er schwankt orientierungslos zwischen Partykracher und sentimentaler Schwesterngeschichte. Das ist nur in Maßen witzig, in keiner Weise berührend und eigentlich nur mit viel, viel Alkohol zu ertragen.

Quelle: teleschau - der mediendienst