Die wilden Kerle - Die Legende lebt

Die wilden Kerle - Die Legende lebt





Alles auf Anfang

Der Wilde-Kerle-Schlachtruf "Alles ist gut, solange du wild bist" schallte vor über zwölf Jahren zum ersten Mal durch die Kinosäle. Die Fans von damals sind ebenso wie die ersten "Kerle" erwachsen geworden, und so erscheint jetzt mit dem sechsten Teil "Die Legende lebt!" eine Neuauflage inklusive Verjüngungskur. Rund 3.000 Kinder kamen zum Casting, um Teil der neuen Truppe zu werden. Eine neue Generation verdient nach Meinung der Filmemacher eben auch ihre eigenen "Wilden Kerle". Fußball steht wieder mehr im Zentrum, und auch ist die Ähnlichkeit zu Teil eins auffällig. Das wird die nachwachsenden Fans des runden Leders nicht sonderlich stören.

Anführer Leo (Michael Sommerer), sein kleiner Bruder Elias (Aaron Kissiov), Oskar (Ron Antony Renzenbrink), Joshua (Vico Mücke), Finn (Bennet Meyer) und Matze (Mikke Rasch) sind wahnsinnige "Wilde-Kerle"-Fans. Als ein gruseliger Unbekannter mit schwarzer Augenklappe den Jungs eine Landkarte übergibt, machen sie sich begeistert auf Erkundungstour und finden das legendäre Wilde-Kerle-Land. Doch es gibt ein Problem: Ihre Vorgänger haben mit ihrem Erzfeind, dem Dicken Michi (neu im sechsten Teil: Daniel Zillmann), einen Pakt geschlossen: Wenn es in zehn Jahren keine neue Mannschaft gibt, die sein Team - die Galaktischen Sieger - besiegen kann, geht das Wilde-Kerle-Land an ihn. In zehn Tagen läuft dieses Ultimatum ab - eine der vielen Parallelen zum ersten Teil.

Die neuen Kerle stehen vor einer großen Herausforderung, denn sie stellen richtigerweise fest: "Die sind viel größer und stärker als wir." Nicht nur das: Die Galaktischen Sieger wirken, als kämen sie frisch aus dem Ghetto und versuchen mit ihrer Gangster-Attitüde inklusive dicker Rhymes und fetter Beats, den Kindern Angst einzuflößen. Der Dicke Michi bedient dabei als dämlich-fetter Oberfiesling ein recht plattes Klischee. Es wäre schön, wenn Bösewichte im realen Leben so einfach als solche zu erkennen wären.

Der wildeste Kerl ist bei "Die Legende lebt!" abermals überraschend (oder auch nicht) ein Mädchen. Mit der taffen Stella Pepper als Müller bekommen die Kerle weibliche Verstärkung, auch wenn Anführer Leo anfangs wenig begeistert ist. Aber wie schon fünf Teile zuvor: "Alles ist gut, solange du wild bist!" Mit Trainer Willi (Rufus Beck) ist wieder ein Altbekannter mit von der Partie. Auch die ersten Kerle Leon (Jimi Blue Ochsenknecht), Marlon (Wilson Gonzalez Ochsenknecht), Vanessa (Sarah Kim Gries) und Co. treten noch einmal in Erscheinung, aber nur, um ein paar kluge Sprüche loszulassen und den Neuen das Kerle-Zepter zu überreichen.

Regie führte der Autor der "Wilden Fußballkerle", Joachim Masannek, der bislang alle Teile der Reihe inszenierte. Ein großer Pluspunkt des Films ist die fantasievolle Umsetzung. Die Kerle schwingen sich auf aufgemotzte Fahrräder, fluchen mit fantasievollen Schimpfwörtern und benutzen ein selbstgebautes Kommunikationssystem, welches der Traum schlafloser Nächte so mancher Hobbybastler sein wird. Dazwischen gibt es viel Gerede über Schwüre, Treue, Verrat, Ehre und auch martialische Sprüche à la "Erlaub' uns zu kämpfen, wofür wir bereit sind zu sterben" fehlen nicht, obwohl das für einen Kinder- und Jugendfilm schon reichlich drastisch daherkommt.

Bliebe zu wünschen, dass sich die Filmemacher in Zukunft nicht dem bloßen Wiederaufwärmen alter Geschichten widmen. Beim zweiten Male schmeckt das vielleicht noch gut, aber so langsam ist die Thematik dann leider doch verkocht. Dem frischen Zielpublikum wird "Die wilden Kerle - Die Legende lebt!" trotzdem munden, schließlich hält man mit witzigen Sprüchen, tollen Stunts und schönen Fußballszenen am einstigen Erfolgsrezept fest. Nun kann eine neue Generation davon träumen, sich in das Wilde-Kerle-Land aufzumachen und einfach nur Fußball zu spielen.

Quelle: teleschau - der mediendienst