Tschiller: Off Duty

Tschiller: Off Duty





Brachialgewalt am Bosporus

Aus dem Kino kam er, ins Kino zieht's ihn wieder zurück. Wer wissen will, wie sich der deutsche Filmstar Til Schweiger die Vollendung des TV-Formats "Tatort" vorstellt: ganz offenbar auf der Leinwand mit ordentlich Krach und Wumms. Krach und Wumms hatten schon die bisherigen Auftritte des Hamburger Kommissars Nick Tschiller im Ersten Deutschen Fernsehen zu bieten. Das ist in der Kinofortsetzung "Off Duty" nicht anders. Mit acht Millionen Euro Produktionskosten verschlang der Action-Krimi das Zigfache eines üblichen TV-"Tatorts".

Gedreht wurde überwiegend im Ausland. Denn Nick Tschiller, der in der zurückliegenden Doppel-Episode "Der große Schmerz" / "Fegefeuer" seine Ex-Frau verlor, muss nun am Bosporus um die Tochter (Luna Schweiger) kämpfen. Die wurde von Mädchenhändlern entführt und zwangsprostituiert.

Was von der Geschichte, die Tschillers Privatkrieg gegen den kurdischstämmigen Clan-Chef Firat Astan (Erdal Yildiz) fortschreibt, zu halten ist? Til Schweiger hat den ersten Kino-Tatort (Buch: Christoph Darnstädt, Regie: Christian Alvart) seit dem Schimanski-Special "Zabou" (1987) nur einem kleinen Kreis wohlgesonnener Pressevertreter vorgeführt. Die zeigten sich denn auch mehrheitlich schwer angetan von der 135 Minuten langen Action-Orgie.

Schweiger wird es freuen, hatte er sich nach mitunter deftiger Kritik an den dazu vergleichsweise quotenschwachen letzten zwei Tschiller-"Tatorten" doch einen zünftigen Facebook-Schlagabtausch mit angeblichen "Trotteln" im "Land der Neider" geliefert. Da darf man gespannt sein, ob "Tschiller: Off Duty" auf der Leinwand zum Kassenschlager wird. Die zugehörige TV-Quote lässt sich indes erst 2018 erheben. Vorher wird es keine TV-Premiere des Films geben.

Quelle: teleschau - der mediendienst