Sebastian und die Feuerretter

Sebastian und die Feuerretter





Kindlicher Feuerritt

Die Abenteuer des kleinen Sébastien und seiner großen Hündin Belle, die in französischen Alpen zu Hause sind, waren in den 1960er-Jahren ein veritabler TV-Erfolg. Passend dazu erschienen Kinderbücher und in den 80-ern eine japanische Zeichentrickserie. Nicolas Vanier, bekennender Fan der Animationsserie, inszenierte 2013 mit "Belle und Sebastian" ein charmantes Kinodebüt. Nun erzählt der Kanadier Christian Duguay in "Sebastian und die Feuerretter" eine weitere Abenteuergeschichte mit den beiden Helden, und setzt dabei auf den bewährten Mix setzt aus Weltkriegsdrama, Abenteuer und Vater-Sohn-Geschichte.

Im Jahr 1945 lebt der zehnjährige Waisenjunge Sebastian (Félix Bossuet) in dem entlegenen Alpendorf Saint Martin, die deutschen Soldaten sind gerade abgezogen. Auf die Schule hat der umtriebige Junge wenig Lust, er brennt vielmehr für Abenteuer, die er am liebsten mit seiner treuen Hündin Belle bestreitet. Eines Tages soll seine geliebte Tante und Ziehmutter Angelina (Margaux Châtelier) zu Besuch kommen. Doch als Sebastian sie mit seinem Großvater César (Tchéky Karyo) abholen will, erfahren sie die Hiobsbotschaft: Angelinas Flugzeug ist abgestürzt und hat den Wald in Brand gesetzt.

Sebastian ist der Einzige, der nicht glauben will, dass alle Insassen tot sind, und überzeugt seinen Großvater davon, an der Unglücksstelle nach seiner Tante zu suchen. Dazu brauchen sie die Hilfe des missmutigen Piloten Pierre (Thierry Neuvic), der gegen Geld nach dem Wrack suchen soll. Heimlich geht Sebastian mit Belle an Bord des Fliegers. Als Pierre die blinden Passagiere entdeckt, kommt es zu einer chaotischen Bruchlandung. Zu Fuß machen sich die drei auf den Weg durch den brennenden Wald und begegnen der furchtlosen Tochter eines Feuerretters, mit der sie gemeinsam nach dem Flugzeugwrack suchen.

Es ist eine abenteuerliche Rettungsmission zwischen Bergspitzen, Abgründen und Schluchten, die Regisseur Christian Duguay als Abenteuer aus Kinderperspektive schildert. Eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen kontrastieren gefährlich wirkende Sequenzen, in denen der mutige Junge - immer den Hund an seiner Seite - furchtlos seine kindlichen Grenzen auslotet. Hauptdarsteller Félix Bossuet spielt seine Rolle wie schon im ersten Film ungekünstelt mit natürlichem Charme.

Während der erste Film die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Belle und Sebastian im Fokus hatte, sind Mensch und Tier hier bereits ein eingespieltes Team. "Sebastian und die Feuerretter" konzentriert sich vielmehr auf die Handlung, in der auch Actionszenen nicht zu kurz kommen. Dass diese dafür etwas inszeniert wirken und manche Aspekte der Geschichte etwas hanebüchen erzählt werden, mag man der Regie verzeihen. Gerade was Ausstattung und Kamera betrifft, ist Duguays Kinderfilm schließlich wirklich liebevoll umgesetzt.

Quelle: teleschau - der mediendienst