Alvin und die Chipmunks: Road Chip

Alvin und die Chipmunks: Road Chip





Puschel-Sänger auf Tour

Drei knuddelige, pelzige Lausbuben, die unschuldig mit ihren Fell-Augendeckeln klimpern, witzige Streiche aushecken und mit schmissigen Musiknummern - dargeboten in quietschendem Micky-Maus-Gesang - nach allerlei Durcheinander schnell wieder für Gutwetter sorgen? Kann man ja eigentlich nur mögen! Und die Beliebtheit der ersten drei "Alvin"-Kinofilme, in der reale Schauspieler auf nahezu perfekt computergenerierte Nager trafen, spricht für sich. Überraschendes bietet das vierte Abenteuer "Alvin und die Chipmunks: Road Chip" nicht. Weil der erfahrene Comedy-Regisseur Walt Becker ("Born to Be Wild - Saumäßig unterwegs", "Party Animals") natürlich klug genug ist, keine Streifenhörnchen-Fußbreite vom bisherigen Erfolgsrezept abzuweichen.

Es bleibt dabei: Mit gewöhnlichen Eichhörnchen wollen der Chaos-Anstifter Alvin, der latent überbesorgte Schlauberger Simon und der liebenswert pummelige Theodore natürlich ganz und gar nicht verwechselt werden. Und wer hatte eigentlich noch mal die Idee, dass diese Kleinsäuger einfach so mit Menschen sprechen und vor allem so herzergreifend schräg singen können? Ach ja, man hat es natürlich mit einem Popkultur-Phänomen zu tun, das bis in die 50er-Jahre zurückreicht. Die Begeisterung für die fröhlich trällernden Chipmunks brachte schon diverse Cartoons und Zeichentrickserien hervor.

Und die Grundformel war stets dieselbe: Tatsächlich spielt "Road Chip" einmal mehr das alte Modell der zu beschützenden, weil latent bedrohten Ersatz-Familie durch, das man spätestens seit Donalds "Neffen"-Schar Tick, Trick und Track bestens kennt. Irgendwie wird man sich schon zusammenraufen. Und wenn man sich ganz doll lieb hat, wird daraus auch eine moderne Patchwork-Zweck-Familie. Doch zunächst müssen auch Alvin, Simon und Theordore eine Bewährungsprobe bestehen.

Die tritt ihnen in Gestalt der verführerischen Samantha (Kimberley Williams-Paisley) entgegen, in die sich der Chipmunks-Ersatzvater, der nicht sonderlich erfolgreiche Musikproduzent Dave (Jason Lee), verliebt hat. Allein das könnte schon Aufmerksamkeit von den putzigen, aber eben auch betreuungsintensiven Nagern abziehen. Bedrohlicher noch ist es, dass Samantha ihren Sohn Miles (Josh Green) mit in die sich anbahnende Beziehung bringen könnte. Der pubertierende Kerl ist ein Tierquäler und Grobian. Zumindest anfänglich.

Weil aber auch Miles von der Aussicht darauf, künftig unter einem Dach mit den Chipmunks leben zu müssen, alles andere als begeistert ist, schmieden Kind und Tiere ein Notbündnis: Miles soll den Chipmunks helfen, dem turtelnden Paar heimlich von Los Angeles nach Florida hinterher zu reisen, um in Miami in letzter Sekunde doch noch zu verhindern, dass Dave seiner Samantha einen Heiratsantrag macht. Soweit der Plan. Natürlich geht auf dem turbulenten Road Trip, auf den der Titel anspielt, so ziemlich alles schief, was dem Publikum gute Laune machen soll. Als besonders lästig erweist sich ein aggressiver Air Marshall, der mit den Streifenhörnchen nach einem chaotischen Zwischenfall in einer Passagiermaschine eine Rechnung offen hat.

Heraus kommt eine jugendgerechte Hetzjagd durch den Süden der USA, deren Dramatik nicht wirklich zwingend, dafür aber unterhaltsam ist. Garniert wird das freche Treiben mit flotten Sprüchen, penetranten Flatulenz-Witzen und natürlich extra vielen Tanz- und Musikeinlagen. Die haben es in sich. Nur setzen sie voraus, dass man sich wirklich von überdrehten Felltieren animieren und mitreißen lassen möchte. Kindern dürfte das nicht schwer fallen.

Quelle: teleschau - der mediendienst