Ride Along: Next Level Miami

Ride Along: Next Level Miami





Wenn der Cop mit seinem Schwager ...

Der Ausnahme-Erfolg der schrägen Kumpelkomödie "Ride Along" in den USA, wo der Überraschungshit mit seinem Mix aus taffer Action und flapsigen Sprüchen die Spitze der Charts erreichte, wollte sich hierzulande nicht einstellen. Doch etwas mehr als 240.000 zahlende Besucher an deutschen Kinokassen sind in Streaming-Zeiten durchaus noch ein Argument, auch eine Nachfolger-Komödie an den Start zu schicken: "Ride Along: Next Level Miami" variiert das Ausgangsrezept nur geringfügig. Hauptzutat ist das kesse Auftreten von Chef-Stoiker Ice Cube, der einen abgebrühten, wortkargen, gelegentlich verletzend schroffen Polizeiprofi spielt. An seiner Seite wuselt Kevin Hart als Cop-Rookie, der sich mit chaotischer Dienstauffassung und Hasenfüßigkeit gepaart mit Großmannssucht oft selbst in höchste Gefahr bringt.

Garniert wird die nur an der Oberfläche - Gegensätze ergänzen sich bekanntlich - unverdauliche Melange diesmal durch ein paar neue scharfe Zutaten. Zum einen einen furchterregenden Gegner, den eiskalten Mafia-Boss Antonio Pope (Benjamin Bratt), der die Unterwelt von Miami terrorisiert und die vermeintlich feine Gesellschaft nach seiner Pfeife tanzen lässt. Hinzu kommt eine (auch in erotischer Hinsicht) unwiderstehliche örtliche Detektiv-Kollegin namens Maya (Olivia Munn) und viele knackige Beachbabes als Dreingabe.

Was im Vergleich zum ersten Film "gereift" wirkt: War der trottelige Möchtegern-Held Ben (Kevin Hart) noch ein Grünschnabel, der eben erst seine Schulwächter-Uniform gegen Praktikumsklamotten im Polizeidienst eingetauscht hat, darf er diesmal ganz offiziell mitermitteln. Fast zumindest: Seine Verlobte Angela (Tika Sumpter), pikanterweise die heißgeliebte Schwester von Griesgram James (Ice Cube), die dieser wie seinen Augapfel schützen möchte, darf besser nicht wissen, auf welche Wagnisse sich ihr zukünftiger Ehemann beim "Bewährungseinsatz" in Florida einlässt. Ben und Angela werden heiraten, die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Zu spät kommen darf er auf gar keinen Fall. Von der Ferne lässt "Hangover" grüßen.

Tatsächlich geraten James und sein zukünftiger Schwager Ben in Miami in große Schwierigkeiten: Sie legen sich bei der Suche nach einem Drogenhändler-Ring, den sie auffliegen lassen wollen, nicht nur mit den wirklich bösen Buben an. Auch die Kollegen vor Ort sehen den Einsatz der Polizisten aus Atlanta alles andere als wohlwollend. Vor allem nicht mehr ab dem Zeitpunkt, als in einer Nobel-Disko eine Massen-Schießerei ausbricht und schon wieder ein ausgeliehenes Dienstfahrzeug zu Schrott gefahren wird. Echte Fahndungserfolge von Ben und James lassen zudem auf sich warten.

Regisseur Tim Story verbindet für den von schweißtreibenden Rap-Beats befeuerten Actionklamauk Elemente der Buddy-, Cop- und der Berufsanfänger-, ja sogar der Familien-Komödie. Chemie und Timing bei den Gags zwischen den gegensätzlich angelegten Hauptdarstellern passen perfekt. Und ein wenig Slapstick hat noch nie geschadet. Heraus kommt dabei alles andere als ein origineller Film. Aber zumindest solide Popcorn-Unterhaltung.

Quelle: teleschau - der mediendienst