Vanessa Mai

Vanessa Mai





"Helene Fischer hat die Tür aufgemacht"

Deutschlands beliebteste Castingshow geht in eine neue Runde: Ab Samstag, 2. Januar, wird bei RTL ein neuer Superstar gesucht. Mit dabei ist die Schlagerprinzessin Vanessa Mai (23), die 2015 unter dem Namen Wolkenfrei mit ihrem Album "Wachgeküsst" die Top Ten der Charts erobert hat. Sie sitzt in der 13. DSDS-Staffel neben Urgestein Dieter Bohlen, Schlagersängerin Michelle und Scooter-Frontmann H. P. Baxxter in der Jury und entscheidet über das Schicksal der Kandidaten. Im Gespräch verrät Vanessa Mai, wie ein Lachkrampf die Dreharbeiten behinderte und warum sie während der Castings mehrmals weinen musste.

teleschau: Was unterscheidet die aktuelle DSDS-Staffel von allen vorangegangen?

Vanessa Mai: Unser Motto lautet "No Limits" - und das wird auch voll erfüllt! Wir decken die gesamte musikalische Bandbreite ab. Es treten Bands an und Einzelkünstler, Rapper, Musicalsänger und Operndiven. Außerdem gibt es dieses Mal keine Altersgrenzen.

teleschau: Was bedeutet das Motto "No Limits" für Sie persönlich?

Vanessa Mai: Für mich ist es ganz schön schwierig, mich von einer Sekunde auf die andere auf einen völlig neuen Kandidaten einzustellen. Da muss man hellwach und intensiv dabei sein. Von den technischen Ansprüchen, die ein Rapper erfüllen muss, habe ich beispielsweise weniger Ahnung. Aber das bedeutet ja nicht, dass mich ein HipHopper mit seiner Performance nicht berühren kann.

teleschau: Sind Sie schon einmal an Ihr persönliches Limit gegangen - oder vielleicht sogar darüber hinaus?

Vanessa Mai: 2015 war für mich ein aufregendes Jahr, da bin ich dauernd an meine Grenzen gegangen. Ich hatte meinen ersten TV-Auftritt, mein Soloalbum ist erschienen, dann die "DSDS"-Anfrage. Eigentlich bin ich von Natur aus ein eher vorsichtiger Mensch, aber mein Manager hat mich stets richtig motiviert. Ich bin zwar manchmal am Ende des Tages todmüde ins Bett gefallen, aber ich war glücklich, von einem Burn-Out bin ich noch weit entfernt. Über meine Grenzen bin ich also definitiv noch nicht hinausgegangen.

teleschau: Warum wollten Sie unbedingt bei "DSDS" dabei sein?

Vanessa Mai: Als die Anfrage von RTL kam, konnte ich es kaum glauben. Ich habe erst gezögert, weil ich dachte, mit 23 Jahren bin ich vielleicht noch zu jung und der Aufgabe nicht gewachsen. Aber dann habe ich mir gesagt: Mein Alter kann ja auch ein Vorteil sein! Ich bin nahe an den Kandidaten dran und kann ihnen wertvolle Tipps geben.

teleschau: Hätten Sie auch als Kandidatin bei "DSDS" mitgemacht?

Vanessa Mai: Bei mir hat es sich durch die Band Wolkenfrei einfach anders ergeben. Es war also keine bewusste Entscheidung gegen eine Castingshow. Ich sehe "DSDS" als Sprungbrett für junge Künstler, schwimmen muss aber jeder selbst. Man bekommt eine tolle Betreuung und kann sich einem Millionenpublikum präsentieren.

teleschau: Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihren Jurykollegen?

Vanessa Mai: Dieter Bohlen hat einfach unglaublich viel Ahnung von Showbusiness, von ihm kann ich noch viel lernen. Übrigens ist er genau so, wie er im Fernsehen wirkt: witzig und geradeheraus. Wir Juroren harmonieren sehr gut miteinander. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass die Show langweilig wird. Einmal sind wir zum Beispiel alle lachend unter dem Jurypult zusammengebrochen. H. P. hat angefangen: Er hatte einen Lachkrampf bekommen - warum, weiß ich nicht mehr. Aber es wurde so schlimm, dass wir sogar die Aufzeichnung unterbrechen mussten!

teleschau: Was muss ein Kandidat mitbringen, um Sie zu überzeugen?

Vanessa Mai: Er muss einen Wow-Effekt haben - die Musikrichtung ist mir dabei völlig egal. Während der Castings sind mir sogar zwei-, dreimal die Tränen gekommen, weil mich jemand einfach so mitgerissen hat. Neben Gesangstalent gehört aber auch der Wille, an sich zu arbeiten, dazu. Die Kandidaten sollten zielstrebig und fokussiert sein, ein Vorbild für andere.

teleschau: Wer hat die größten Chancen zu gewinnen?

Vanessa Mai: Puh, ich bin froh, dass das Publikum über den Gewinner entscheidet und nicht ich! Es sind einfach so viele tolle, unterschiedliche Kandidaten dabei, die mir während des Recalls auf Jamaika auch sehr ans Herz gewachsen sind. Bei den Eventshows werde ich daher wahnsinnig mitfiebern.

teleschau: Sie selbst sind ehemalige deutsche HipHop-Tanzmeisterin und Schlagersängerin. Eine eher ungewöhnliche Mischung, oder?

Vanessa Mai: Für mich nicht. Ich höre privat alles querbeet, auf meinem Smartphone habe ich Lieder von Cro, Andreas Bourani, Modern Talking ... Ich bin sehr froh, dass ich meine Erfahrung als HipHop-Tänzerin auf der Bühne nutzen und in meine Show einbringen kann.

teleschau: Ihr aktuelles Album heißt "Wachgeküsst". Wer oder was hat Sie wachgeküsst?

Vanessa Mai: Natürlich mein Freund - jeden Morgen! Er steht mir auch als Manager zur Seite, wir haben ein absolutes Vertrauensverhältnis. Aber ich habe mich für diesen Albumtitel entschieden, weil es das Erste ist, das ich als Solokünstlerin aufgenommen habe.

teleschau: Woher rührt der momentane Schlagerboom?

Vanessa Mai: Ich denke, den verdanken wir Künstlern wie Helene Fischer. Sie hat den Schlager entstaubt und die Tür für neue, jüngere Schlagersänger aufgemacht. Kritiker werfen dem Schlager ja immer wieder vor, er würde sich nur mit Kitsch beschäftigen und eine heile Welt vorgaukeln. Ich finde das nicht schlimm - im Gegenteil: Ich freue mich, wenn ich die Menschen auf meinen Konzerten für ein paar Stunden aus ihrem Alltag herausholen kann. Die Welt ist schließlich schon grau genug.

teleschau: Sie werden als "die nächste Helene Fischer" gefeiert. Was denken Sie darüber?

Vanessa Mai: Das ist eine große Ehre, schließlich ist Helene das Idol vieler Schlagersänger - auch meins. Kürzlich durfte ich sie endlich persönlich kennenlernen. Helene ist total normal und bodenständig. Unsere Begrüßung war lustig: Erst wollten wir uns die Hand geben, aber dann haben wir uns gleich umarmt. Trotzdem hinkt dieser Helene-Vergleich natürlich. Sie füllt regelmäßig Stadien, ich stehe noch ganz am Anfang.

Quelle: teleschau - der mediendienst