Die Peanuts - Der Film

Die Peanuts - Der Film





Du bist jetzt dreidimensional, Charlie Brown

Man ist erstmal skeptisch: ein Peanuts-Film in 3D? Was wird das wohl werden! Doch schon nach wenigen Momenten verfliegt jegliche Angst davor, dass hier wieder einmal ein Klassiker modernen Sehgewohnheiten zum Opfer fallen könnte. "Die Peanuts - der Film", die erste Leinwand-Adaption der berühmten Comicserie von Charles M. Schulz seit 35 Jahren, transportiert den alten Stoff behutsam und liebevoll ins 21. Jahrhundert. Am Ende werden die meisten den Kinosaal mit einem Lächeln verlassen: die Kleinen, die Snoopy oder Charlie Brown bisher vielleicht nur als Brotzeitdosen-Motive kannten, und die Großen, die mit den Peanuts aufwuchsen.

Vorneweg: Ja, die Peanuts sehen tatsächlich auch in 3D noch aus wie die Peanuts. Die kleinen Vorstadt-Helden wurden plastisch animiert, bewegen sich aber nur selten in der dritten Dimension - die mit der optischen Umsetzung beauftragten "Ice Age"-Macher haben einen hervorragenden Kompromiss gefunden, der zeitgemäß aussieht, den alten, leicht schludrigen Schulz-Stil jedoch nicht aufgibt und immer wieder Bilder zulässt, die man von früher kennt und natürlich auch hier sehen will. Beethoven-Verehrer Schroeder an seinem Kinderklavier etwa oder Snoopy, der auf seiner roten Hundehütte liegt und sich die Sonne auf den Beagle-Bauch scheinen lässt.

Der große Star ist natürlich auch auf der Leinwand jener liebenswerte Unglückspilz, dem seit jeher nichts so recht gelingen will: Charlie Brown darf eine nette kleine Romanze erleben. Es gibt eine neue Mitschülerin, in die er sich verguckt hat. Doch wie soll ausgerechnet er das süße rothaarige Mädchen erreichen? "Sie ist etwas Besonderes," resigniert Charlie Brown, "und ich bin ein Nichts." Er will sein Glück nach einer Beratung an Lucys Psychiaterstand dann aber doch versuchen. Vielleicht kann er die Angehimmelte ja beim Wintertanz beeindrucken? Weil Charlie Brown aber Charlie Brown ist, geht der Auftritt mächtig in die Hose, und auch sonst enden all seine Bemühungen mit einer Blamage. Zumindest am Anfang ...

Das alles ist nicht viel an Geschichte, reicht aber für diesen episodenhaft erzählten Film vollkommen aus. Und daraus, dass sie generell ziemlich auf Nummer Sicher gehen, möchte man den Machern um Regisseur Steve Martino ("Horton hört ein Hu!") auch keinen Vorwurf machen, weil sie unter dem Strich eben auch wenig falsch machen: Die Charakteristika der einzelnen Figuren wurden mit großer Liebe zum Detail herausgearbeitet, die aus der TV-Serie bekannte Peanuts-Musik von Vince Guaraldi darf hier und da erklingen, natürlich bekommt Snoopy etwas Extra-Aufmerksamkeit. Und nach dem großen Happy End darf Charlie Brown im Abspann auch noch bei dem berühmten Football-Running-Gag mit Lucy auf die Nase fallen. Kinder dürften sich scheckig lachen, und die Eltern werden mit Freude feststellen: Die Peanuts sind immer noch die, die sie früher waren - auch in 3D.

Quelle: teleschau - der mediendienst