Quentin Tarantino: Neuer Zündstoff im Streit über Polizeigewalt

Quentin Tarantino: Neuer Zündstoff im Streit über Polizeigewalt





In seinen Filmen zelebriert Regisseur Quentin Tarantino zügellose Gewalt. Wenn es aber um reale Polizeibrutalität geht, kennt der 52-Jährige keinen Spaß. Vor einigen Tagen nahm Tarantino in New York an einer Demonstration gegen Polizeigewalt teil - und äußerte sich am Rande der Veranstaltung kontrovers gegenüber Pressevertretern: "Ich bin ein Mensch mit einem Gewissen", sagte der Regisseur von Filmen wie "Pulp Fiction" und "Django Unchained". "Und wenn man davon überzeugt ist, dass da Mord stattfindet, dann muss man sich erheben." Die Kritik an Tarantinos Aussagen folgte sofort: Polizeigewerkschafter riefen zu einem Boykott des neuen Tarantino-Films "The Hateful Eight" auf, der im Dezember Weltpremiere feiern soll, der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck, griff den zweifachen Oscarpreisträger in einem Interview scharf an: "Herr Tarantino lebt in einer Fantasiewelt. Seine Filme sind extrem brutal, aber er versteht Gewalt nicht." Zuletzt wurde spekuliert, der Filmemacher wolle womöglich mit einer öffentlichen Entschuldigung zurückrudern. Doch dem ist ganz offenbar nicht so. In der "Los Angeles Times" griff Tarantino jetzt seine Kritiker an: "Ihre Botschaft ist klar: Sie heißt, mich abzustellen. Mich in Verruf zu bringen. Mich einzuschüchtern." Das wolle er sich aber nicht gefallen lassen, zumal er nie Polizisten generell als Mörder bezeichnet habe. Die Kontroverse spaltet derweil Tarantinos engste Mitarbeiter: Kurt Russell, der in "The Hateful Eight" spielt, stellte sich öffentlich auf die Seite der Polizisten. Jamie Foxx, Hauptdarsteller in "Django Unchained", stärkte hingegen "seinem" Regisseur den Rücken: Er möge doch weiterhin "die Wahrheit sagen" und sich nicht um Neider kümmern.

Quelle: teleschau - der mediendienst