Jennifer Lawrence

Jennifer Lawrence





"Es ist wichtig, sich zu engagieren!"

Die Weltpremiere eines Hollywood-Blockbusters in Berlin - das erlebt man nicht alle Tage. Kein Wunder, dass die Bundeshauptstadt kopfstand, als die "Die Tribute von Panem - Mocking Jay Teil 2" (Kinostart: 19.11.) der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde: Zumal (fast) alle Stars des an Stars nun wirklich nicht armen Films angereist waren. Mittendrin: Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence (25). Die Oscargewinnerin ("Silver Linings") spulte das bei einer Weltpremiere nötige PR-Programm souverän, aber mit merklich fehlendem Enthusiasmus ab. Immerhin erzählte sie in großer Runde von Gleichberechtigung, Liebesratschlägen, Barbiepuppen und ihren liebsten Orten in Berlin.

teleschau: Alles hat ein Ende, auch die "Tribute von Panem"-Reihe. Was bedeutet das Ende dieser Ära für Sie?

Jennifer Lawrence: Es ist traurig, dass ich mich von Katniss verabschieden muss. Sie war ein Teil von mir. Anderseits freue ich mich, sie loslassen zu können: Auch weil das bedeutet, dass der letzte Film der Reihe endlich zum Publikum kommt.

teleschau: Was sollte das Publikum Ihrer Meinung nach aus dem Film mitnehmen?

Lawrence: Es ist wichtig, sich zu engagieren! Die Menschen bringen viele persönliche Opfer, um Veränderungen in Panem möglich zu machen und sie müssen mit allen Konsequenzen des Krieges leben. Das ist die wichtigste Botschaft für mich.

teleschau: Ihr Co-Star Willow Shields wuchs in der Rolle von Katniss' Schwester Prim buchstäblich am Set auf: Was haben Sie ihr für Ratschläge geben können?

Lawrence: Naja, sie ist ja ein gescheites Mädchen und eine gute Schauspielerin. Ich musste in professioneller Sicht gar nicht so viel machen. Sie scheint zu einer klugen Frau heranzuwachsen. Wenn ich da irgendwie eingreifen würde, wäre das eher hinderlich. Nur bei Liebesdingen habe ich mich eingemischt und ihr beigebracht, dass man nicht jede SMS sofort beantworten darf, sondern den Jungen mindestens eine halbe Stunde zappeln lassen muss.

teleschau: In der Filmreihe stehen starke Frauen im Mittelpunkt: Warum ist das in der echten Welt anders?

Lawrence: Dass es in Panem mehr Frauen in Führungspositionen gibt, liegt wahrscheinlich daran, dass die Geschichten in der Zukunft spielen. Ganz ehrlich: Bei uns haben die Frauen erst seit etwa 90 Jahren das Wahlrecht! Die USA sind noch eine verhältnismäßig junge Nation: Wir müssen noch einige alte Gewohnheiten hinter uns lassen.

teleschau: Katniss hat eine sehr starke Persönlichkeit: Inwieweit hat sie Sie persönlich beeinflusst?

Lawrence: Die Frage müsste eher lauten: Wo hat sie mich nicht beeinflusst? Sie ist gütig, schonungslos sich selbst gegenüber, unabhängig. Sie inspiriert mich in jeder erdenklichen Art. Ich könnte allerdings mehr von ihrer Courage gebrauchen.

teleschau: Was war denn die schwierigste Szene, die Sie drehen mussten?

Lawrence: Wir drehten drei Wochen in einem nachgebauten Tunnel für die Szenen in der Kanalisation des Capitols. Das war eine körperliche Herausforderung: Wir waren ständig nass, konnten nicht aufrecht stehen und mussten 20 Kilogramm schwere Kampfanzüge tragen.

teleschau: Ein Teil des Film wurde in Berlin gedreht: Welche Erinnerungen haben Sie an die Stadt?

Lawrence: Wir hatten einen Wahnsinnsspaß in Berlin - und das sage ich nicht nur, weil wir uns gerade hier treffen. Berlin ist eine Stadt, die uns faszinierte. Nicht zuletzt wegen der beeindruckenden Architektur, die so gut zum Film passt.

teleschau: Wie haben Sie Ihre Freizeit in Berlin verbracht?

Lawrence: Ich werde mich jetzt auf jeden Fall nicht blamieren, und versuchen, irgendwelche deutschen Wörter auszusprechen (lacht). Außerdem muss ich zugeben, dass ich eine schlechte Orientierung habe: Wir waren zwar ziemlich lange in Berlin, aber ich könnte Ihnen keinen einzigen Straßennamen nennen. Was übrigens nicht Berlins schuld ist, sondern meine. Aber ich kann ihnen sagen: Es gab einen Ort mit guten Schnitzeln. Und einen Ort mit guten Brez'n. Und ich mochte den Biergarten im Tiergarten.

teleschau: In "Tribute von Panem - Mockingjay 1" haben Sie den Song "The Hanging Tree" gesungen und sind prompt in die Charts eingestiegen: Gehen Sie jetzt eine zweite Karriere als Popstar an?

Lawrence: Nein. Absolut nicht. Ich glaube nicht, dass ich wirklich etwas zur Musik beitragen kann. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe Musik, ich bewundere Sänger und Sängerinnen. Deswegen werde ich aus Respekt nicht singen, wann immer mir das möglich ist. Im Film musste ich es einfach tun, weil Katniss in der Buchvorlage immer dieses Schlaflied sang ...

teleschau: Was halten Sie eigentlich von den Plänen, dass es demnächst "Tribute von Panem"-Vergnügungsparks geben soll?

Lawrence: Das ist auf jeden Fall nichts, was ich unbedingt erleben muss, bevor ich sterbe. Andererseits ging mir dies bereits bei der Katniss-Barbie so. Schon damals habe ich nicht geglaubt, dass ich so etwas gut finden könnte.

Quelle: teleschau - der mediendienst