Die jungen Wilden

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Zu Gast beim Dreh: "Die Wilden Kerle" erfinden sich neu

Sieben Jahre ist es her, dass "Die Wilden Kerle" zuletzt auf der Kinoleinwand zu sehen waren. Insgesamt fünf Filme lockten Millionen von Zuschauern in die Kinos. Jetzt soll der Geist der jungen Fußballmannschaft wieder zum Leben erweckt werden - mit neuen "Wilden Kerlen". Jimi Blue Ochsenknecht und Co. geben ihr Erbe an die nächste Generation weiter. Doch beim Set-Besuch in Niederbayern zu "Die Wilden Kerle - Die Legende lebt" (Kinostart: 11.02.2016) zeigen nicht nur die Kleinen, dass sie schon kicken können. Es gibt auch ein Wiedersehen mit einigen der "Großen".

"Wir gehen auf Anfang. Achtung, und wir drehen wieder - Achtung, Ruhe", ruft Joachim Masannek. Der Regisseur und Drehbuchautor hat heute ganz schön zu kämpfen. Ende August, bei gefühlt 40 Grad, mit einer Horde kleiner Kinder - nicht gerade die einfachsten Bedingungen, um einen Film zu drehen. Doch Masannek macht die Arbeit mit jungen Darstellern Spaß: "Natürlich muss man Kindern immer sagen, was sie tun sollen. Aber ich finde genau das gut. Ich finde es wesentlich langweiliger, mit erwachsenen Schauspielern zu drehen", erklärt er später im Interview.

Wie sich beim Drehbesuch zum "Wilde Kerle"-Sequel "Die Legende lebt!" schnell herausstellt, hat der 55-Jährige auch keine andere Wahl. Denn größtenteils rennen hier zwischen zehn- und 15-jährige Mädchen und Buben auf dem Fußballfeld herum. Da er jedoch bereits bei den Vorgängerfilm auf dem Regiestuhl saß, dürfte er das gewohnt sein. Neu ist diesmal, dass er nach fünf "Wilde Kerle"-Drehs mit denselben Darstellern jetzt mit einer komplett anderen Besetzung arbeiten darf. Für die Fortsetzung wird eine neue "Wilde Kerle"-Generation ins Leben gerufen. Sieben Helden wollen im Kampf gegen ihre Kontrahenten, die Galaktischen Sieger, erneut den Bolzplatz namens Teufelstopf für sich gewinnen und somit auch dem dicken Michi ein für alle Mal den Garaus machen.

Doch nicht nur für die neuen Wilden Kerle wird das entscheidende Match eine Herausforderung. Auch für die Jungschauspieler ist dieser Drehtag extrem anstrengend. Vor allem bei ihnen macht sich die Hitze deutlich bemerkbar. Textausfälle, verpasste Einsätze und Probleme mit den Abläufen sind keine Seltenheit. Eigentlich sollte die Mittagspause schon längst angefangen haben. Aber eine Szene muss erst noch in den Kasten. Ständig heißt es "Auf Anfang", immer wieder wird der Ball von links nach rechts gespielt, aufs Tor geschossen - vorbei! Unzählige Male freuen sich die Galaktischen Sieger über den einstudierten Fehlschuss.

Wie schon in den ersten "Die Wilden Kerle"-Filmen komplettiert auch in der Fortsetzung ein Mädchen die Mannschaft. Als die Jungs sich wappnen und hart trainieren, um es mit den Galaktischen Siegern aufnehmen zu können, fehlt noch ein weiterer Spieler. Eigentlich gilt dabei das Mantra: "Bloß keine Mädchen!" Doch wie schon in der Ursprungsgeschichte kommt es natürlich auch in "Die Legende lebt" alles ganz anders. Schlussendlich steht die kleine Müller, gespielt von Stella Pepper, im entscheidenden Match gegen die Kontrahenten an der Seite der Wilden Kerle.

Genau an dieser Szene haben die Kinder heute zu knabbern. Schon wieder erklärt eine Setmitarbeiterin, worauf jeder achten muss. Schließlich wird ein letztes Mal die aufwendige blau-silberne Kriegsbemalung der Galaktischen Sieger zurechtgetupft und nachgezogen, alle nehmen nochmal ihre Positionen ein und reißen sich ein letztes Mal zusammen. Dann ist es nach über einer Stunde und gefühlten 30 Klappen geschafft. Endlich dürfen die Filmbrüder Michael Sommerer und Aaron Kissiov mit ihrer Mannschaft bestehend aus Vico Mücke, Bennet Meyer, Ron Anthony Renzenbrink, Mikke Rasch und Stella Pepper über das Spielfeld stürmen und nach Lust und Laune Faxen machen.

Nicht, dass das während des Drehs nicht möglich gewesen wäre. Auch wenn sich alles etwas hinauszögerte, immer wieder zu Konzentration aufgerufen wurde, verbreitet sich hier das Bild eines großen Abenteuerspielplatzes. Während kurzen Unterbrechungen und Pausen tollen die Kids miteinander umher, einige kicken die Bälle fröhlich weiter, Galaktische Sieger nehmen Wilde Kerle Huckepack. Wer im Film in welcher Mannschaft spielt, ist sofort unwichtig. Andere genießen ihre Verschnaufpause, erfragen noch einmal Kleinigkeiten zu ihren Rollen, trinken einen Schluck oder kuscheln einfach mal mit den Sethelfern. Vernachlässigt wird hier niemand. Trotz der Hitze und leichten Verzögerungen haben die Kleinen jede Menge Spaß. Und noch etwas trägt zur ausgelassenen Stimmung bei: Denn heute ist einer der wenigen Drehtage, an dem ihre großen Vorbilder, die alten Wilden Kerle, am Set anzutreffen sind.

Insgesamt fünf Filme erzählen die Erfolgsgeschichte der "Wilden Kerle". Zehn Millionen Kinobesucher und 32 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Abenteuer der Brüder Leon (Jimi Blue Ochsenknecht) und Marlon (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) sowie ihrer Mannschaft. Mit den neuen Wilden Kerlen soll eine neue Generation ihre eigenen Helden bekommen, wie Produzentin Ewa Karlström erklärt: "Seit dem letzten Film sind acht Jahre vergangen. Und für uns war schon immer klar, dass wir für einen neuen 'Die Wilden Kerle'-Film wieder unten anfangen müssen." Trotzdem wird auf Altbewährtes gesetzt. Neben einer ähnlichen Storyline und vielen alten Gesichtern, die in der Fortsetzung zur neuen Besetzung dazustoßen, erinnert auch Kirchham bei Passau als Drehplatz an alte Zeiten.

Schon drei der Vorgängerstreifen wurden an diesem Ort gedreht. Dementsprechend ist es für Jimi Blue und Wilson Gonzalez Ochsenknecht beinahe wie nach Hause kommen, als sie zum Set ankommen. Doch nicht nur die Umgebung kommt ihnen altbekannt vor. "Als wir gestern zum Set kamen und sahen, wie alle zusammen den 'Die Wilden Kerle'-Schlachtruf machten, war es schon so, als ob man in den Spiegel schaut", erklärt Jimi Blue Ochsenknecht. Hinzu kommt, dass die Brüder hier auch erneut auf ihre alten Filmkollegen treffen, die sie teilweise seit sieben Jahren nicht mehr gesehen haben. "Es ist sehr emotional, dass jetzt alle wieder zusammen sind", beschreibt Wilson Gonzalez Ochsenknecht die Stimmung unter den alten Darstellern. Doch trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - freut er sich über die Rückkehr zu den Wilden Kerlen: "Ich denke, es ist wichtig, noch mal im Film aufzutauchen und das Zepter an eine neue Generation zu übergeben."

Quelle: teleschau - der mediendienst