Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse





Überfressen trotz schlechten Geschmacks

Von einer Teenie-Komödie, die vollbusige, junge Blondinen auf fast noch picklige Pubertierende treffen lässt, ist nicht gerade viel Feingefühl zu erwarten. Richtig derb wird es allerdings, wenn zudem noch übelriechende, heißhungrige Untote ins Spiel kommen. "Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse" macht schon im Titel klar, was das drastisch überzeichneten Machwerk bietet: Hier waten Teenager durch ein Blutbad, kämpfen gegen Monster, wie man sie aus der Erfolgsserie "The Walking Dead" kennt, betatschen Brüste, praktizieren Oralsex und lassen alle Regeln des bürgerlichen Anstands der Vorstadt hinter sich.

Trotzdem besitzt die Horror-Komödie von Regisseur Christopher Landon ("Paranormal Activity: Die Gezeichneten") alle Zutaten, die sie zu einem verbotenen Vergnügen weit jenseits aller Regeln des guten Geschmacks machen. Auch wenn das Ergebnis Kultklassikern wie "Shaun of the Dead" verdächtig nahe kommt, bleibt doch ein schales Gefühl: Letzlich droht in dem spektakulär inszenierten Bad-Taste-Gemetzel nur eine Gefahr: Irgendwann wirkt es ermüdend.

Genre-Routinier Landon hat sicher alle einschlägigen Horrorhits genau studiert: von George Andrew Romeros Klassiker "Die Nacht der lebenden Toten" über Sam Raimis "Tanz der Teufel" bis hin zu Wes Cravens "Scream"-Reihe oder eben den Serien-Untoten aus der unglaublich erfolgreichen "Walking Dead"-Welt. Was er mit "Scouts vs. Zombies" anbietet, ist ein hemmungslos überdreht abgemischtes Genre-Potpourri aus Kleinstadt-Horrorthriller, Erwachsenwerden-Drama und billigem Teenager-Sexploitation-Spektakel.

Garniert ist das Ganze mit spektakulären Splatter-Effekten und - um es "bekömmlicher" zu machen - mit viel rabenschwarzem Humor. So werden nicht nur allerlei erdenkliche und kaum vorstellbare Tötungsarten für Zombies vorgestellt - auch treibt der Film mit der jugendlichen Sensationslust und hormonellen Begierde auf originelle Weise Schindluder. Das Ergebnis wird dadurch allerdings noch lange nicht originell. Schnell stellt sich Übersättigung ein, ganz so, als hätte man eine übergroße Popcorntüte mit ins Kino genommen und möchte das süßliche, fettige Knusperzeug schon nach kurzer Zeit nicht mehr sehen.

Doch was wird eigentlich erzählt? Es ist eine auf altmodische Art herkömmliche Geschichte von jungen Außenseitern, die doch noch bei den Dorfschönheiten landen wollen. Carter (Logan Miller), Ben (Tye Sheridan) und der dickliche Augie (Joey Morgan) sind seit ihrer Kindheit beste Freunde - und Pfadfinder. Doch während Autie noch an den sympathisch aus der Zeit gefallenen Corpsgeist glaubt, wollen Ben und Carten längst die kurzen Hosen und die albernen Hemden mit den zahlreichen Tapferkeitsaufnähern ablegen. Trotzdem lassen sie sich noch einmal auf eine Nacht in der (sehr domestizierten) Wildnis ein - nicht ahnend, dass, wie das durchgeknallte Horrorfilme eben so vorschreiben, aus einem Hightech-Medizinlabor gerade ein mit Zombie-Virus (bitte nicht nachfragen!) infiziertes Monster ausgebrochen ist.

Heimlich schleichen sich Ben und Carten von Augies Zelt weg, um doch noch etwas zu wagen: Sie zieht es - testosteronbedingt - auf eine vermeintlich wilde Highschool-Party, auf der sexuell aufgeschlossene Freundinnen zu erwarten sind. Doch schon bald stellen sie fest, dass ihnen Mutter Natur einen blutigen Strich durch die Rechnung macht. Die gesamte Kleinstadt-Bevölkerung hat sich in Zombies verwandelt. Die Mordrausch-Pest macht sogar vor Haustieren nicht Halt. Einzig die geheime Partylocation wurde offenbar noch nicht gestürmt. Dorthin zieht es die Jungs, um ihre Freunde aus höchster Gefahr zu retten. Immerhin plant die US-Armee - was sonst? - bereits Kampfliegereinsätze, um die Zombies zurück in die Steinzeit zu bomben. Das heitere Geschehen nimmt seinen Lauf.

Quelle: teleschau - der mediendienst