Ritter Trenk

Ritter Trenk





Mit Mut alles schaffen

Wer als Kino-Produzent auf Nummer sicher gehen möchte, dreht Fortsetzungen. Oder schnappt sich einen beliebten Charakter, der auf der Leinwand seine Abenteuer erleben darf. So wie den "Ritter Trenk", der zu einem der vielen Helden im Kinderzimmer gehört. In Büchern und einer Fernsehserie wurden die beliebten Geschichten bereits erzählt. Nun ist die Kinderbuchfigur erstmals auch auf der großen Leinwand zu sehen - in einem Animationsfilm, der durchaus gelungen versucht, eigene Akzente zu setzen.

Wer 81 Minuten Zeit hat, kann eine andere Geschichte erzählen, als es in den kurzen Episoden einer Serie möglich ist. Im Kinofilm wird dabei ganz klar auf Emotion gesetzt: Die Kinder erfahren, wie es sich als Leibeigener eines Ritters lebt - wenn einem nichts gehört, nicht einmal die Beeren im Wald und schon gar nicht das eigene Leben.

Als Trenks Vater vom Lehnsherren Wertolt zu Unrecht in den Kerker geworfen wird, beschließt der mutige Bauernjunge, sich zu wehren. Er will weglaufen und ein Ritter werden, damit er seinen Vater befreien kann. Mit diesem Entschluss bringt er aber nicht nur sich selbst in große Schwierigkeiten.

Über Umwege schafft er es unter falschem Namen in die Ritterausbildung auf Burg Hohenlob beim netten und gemütlichen Ritter Hans. Als ihm das clevere Burgfräulein Thekla auf die Schliche kommt, droht alles aufzufliegen. Doch er kann mit Thekla eine Vereinbarung treffen, die beiden nützt. Das Fräulein wird im weiteren zu einer wichtigen Verbündeten.

Die Geschichte um den kleinen "Ritter Trenk" bietet allerlei Spannendes für Kinder: In den Trainings- und Kampfszenen mit Schwert und Lanze auf dem Pferd wird dabei ganz klar Stellung bezogen: Es gibt den guten und den bösen Ritter, was das Mitfiebern für die Zielgruppe einfacher macht. Mit Thekla kommt eine moderne Mädchenfigur hinzu. Statt Landschaften zu malen, versteckt sie sich hinter ihrer Staffelei, um die Taktik beim Schwertkampf aufzuschreiben. Denn auch Thekla würde gerne ein Ritter und damit frei von ihrer zugewiesenen Rolle sein.

Der Film spielt mit seiner Botschaft, dass oft vieles anders ist, als man denkt. Das gilt auch für den "bösen" Drachen, die "unheimlichen" Köhler und die nicht immer vorhandene Tapferkeit der noblen Rittersprösslinge. Beängstigende Elemente gibt es kaum - traurige schon eher: wenn beispielsweise ein Köhler die Bauern (fast) vergebens um Hilfe für seine kranke Tochter bittet, oder wenn Thekla Trenks kleine Schwester Mina-Mia trifft und erlebt, wie wenig sie zum Leben hat.

Einfach animiert als Zeichentrickfilm mit schönen atmosphärischen Farbgestaltungen, aber ohne bombastische Musikuntermalung, konzentriert sich "Ritter Trenk" ganz auf seine starke Geschichte. Der Held wird dabei mutiger gezeigt als in der Serie, voller Tatendrang, auch sein Äußeres ist verändert. Mit dabei sind die beliebten Quatschmacher, ganz vorne das Ferkelchen, das Trenk in so manch schwierige Situation bringt und für Lacher sorgt.

Klar und verständlich in seiner Erzählweise, unterhaltsam und auch spannend bietet "Ritter Trenk" also ein Kinovergnügen für Kinder bis ins Grundschulalter und deren Familien.

Quelle: teleschau - der mediendienst