Antoine Monot Jr.

Antoine Monot Jr.





Tech-Nick als Türöffner

Antoine Monot Jr. verdankt seinen großen Bekanntheitsgrad vor allem einer Rolle: der des Elektro-Fachmanns "Tech-Nick", die er in der Kampagne eines Elektronikmarktes spielt. Jetzt ist der Schauspieler in der Fortsetzung der ZDF-Sitcom "Lerchenberg" zu sehen. Ausgestrahlt werden die neuen Folgen am Freitag, 18. September 2015, 23.00 Uhr, und am Montag, 21. September, ab 0.10 Uhr. Bereits am Donnerstag, 17. September, finden die Fans des selbstironischen Formats alle vier Folgen in der ZDF-Mediathek.

Etwas überraschend, dass Monot vor zwei Jahren als Helferlein in Sachen High-Fi-Geräte und -Zubehör auftrat, war er doch längst ein gefragter, erfolgreicher Mann im Fernsehen und Kino. Bereits 1999 spielte er im Kumpelfilm "Absolute Giganten", war kurz darauf in "Lammbock" an der Seite von Wotan Wilke Möhring und Moritz Bleibtreu zu sehen, ebenso im Thriller "Das Experiment" sowie in zahlreichen Episoden der Krimireihen "Polizeiruf 110" und "Tatort". Im Schweizer Ableger der "Tatort"-Reihe glänzte er erst kürzlich als rachsüchtiger Heckenschütze - und verblüffte manchen Zuschauer, der sich fragte, warum der nette Alleswisser aus der Technik-Abteilung plötzlich gezielt um sich schoss und mordete.

Für Monot selbst ist das Werbe-Engagement trotz des Risikos, für immer in einer Schublade zu verschwinden, überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Die Frage nach Fluch oder Segen des "Tech-Nicks" stellt sich ihm gar nicht erst: "Wieso soll etwas, dem ich so viel zu verdanken habe, ein Fluch sein? Ich habe dadurch einen irren Schub bekommen, kann mir viel mehr Projekte aussuchen und bekomme auch anderes angeboten. Ich bin sehr dankbar, dass es mir so gut geht."

Tatsächlich geht es Monot derzeit so gut, wie es zu Beginn seiner Karriere die wenigsten für möglich gehalten hätten. Geboren im nordrhein-westfälischen Rheinbach als Sohn eines Schweizer Dirigenten (Jean-François Monot) und einer Schauspielerin (Gisela Monot) ging er bereits mit 15 Jahren auf die Zürcher Schauspielschule - um nur ein Jahr später von selbiger verwiesen zu werden.

Nachdem ihm seine Lehrer erklärt hatten, dass es mit der Schauspielerei bei ihm zu nichts führen würde und er doch besser Regie studieren sollte, tat er dies in Zürich genau so lange, bis er wegen fehlender menschlicher Reife flog. "Ich war, um es einfach auf einen Nenner zu bringen, zu jung", so Monot rückblickend. "Die haben mich mit 15 aufgenommen, und das war, auch wenn ich sehr frühreif war, für ein selbstbestimmtes Studium zu früh. Trotzdem weiß ich, dass ich diesem Weg, so wie er war, mit allen Höhen und Tiefen, alles zu verdanken habe, wo ich heute stehe und bin."

"Dieser Weg" führte Monot zunächst zu allerhand abenteuerlichen Geschäftsideen (unter anderem gründete er einen VHS-Porno-Versand), bis er schließlich mit "Absolute Giganten" ein Stück weit die Garantie erhielt, dass er als Schauspieler doch etwas erreichen könnte. Denn trotz des attestierten Talentmangels hatte Monot immer noch eines: ein Gefühl für die Bühne und den Drang, darauf zu arbeiten. Er hatte gelernt, das, für das er in Zürich noch kritisiert worden war, nämlich seine oft vorlaute, eigensinnige Art, gewinnbringend einzusetzen. Seine überschüssige Energie steckte er fortan in seine Rollen. "Ich hatte schon früh ein Gespür für Aufmerksamkeit, für den Mittelpunkt. Etwas was ich als Kind und Jugendlicher auch schwierig gefunden habe, weil auf mir immer ein besonderer Fokus lag. Das ist heute mein Kapital. Eine wichtige Erkenntnis im Leben: Mach den vermeintlichen Stolperstein zu einem Sprungbrett!"

Gelernt, umgesetzt und ziemlich hoch gesprungen. Neben Kinoerfolgen wie "Der Wixxer", "Männerherzen", "Almanya", "What A Man" und "Who Am I" gelang es Monot auch, sich im deutschsprachigen Krimifernsehen zu etablieren. Er spielte regelmäßig in verschiedenen Formaten, mit dem erwähnten vorläufigen Höhepunkt zu Beginn der neuen "Tatort"-Staffel: als lynchender Heckenschütze. Aktuell ist er in der neu aufgelegten Reihe "Ein Fall für zwei" der Anwalt für Versicherungsrecht und eine Hälfte des Ermittler-Duos, das Detektiv Leo Oswald (Wanja Mues) komplettiert (vier Folgen, ab 30. Oktober, freitags, 20.15 Uhr, ZDF).

Darüber, inwieweit er noch mehr erreichen kann und will, möchte Monot derzeit nicht sprechen. Seine Jobs machten ihn glücklich, sein Fokus liege auf dem Hier und Jetzt, sagt er, scheinbar innerlich zurückgelehnt und sich bewusst, dass es sowieso kaum besser kommen kann, als es ist. Wobei: Eine Rolle wäre da noch, die eine gewisse Schlüssigkeit hätte. Eine, die er noch nicht hatte: die des "Tatort"-Kommissars. Darauf angesprochen hält sich Monot bedeckt, meint nur: "Ich möchte in meinem Leben nichts ausschließen - in keinem Bereich."

Bleibt er weiter unängstlich und offen für Neues und Unkonventionelles, kann ihm auch in Zukunft der eine oder andere Coup gelingen. Längst hat Monot es denen bewiesen, die ihn schon als Jugendlicher abgeschrieben hatten. Auch denen, die in ihm später nur den "Tech-Nick" sahen, hat er gezeigt, wie wandelbar er ist. Zum Erstaunen aller Kritiker wurde aus dem chancenlosen Jungen mit der großen Klappe eine noch viel größere Nummer im Schauspielgeschäft. Weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Quelle: teleschau - der mediendienst