Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste

Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste





Apokalypse als Abenteuer-Spielplatz

Niemand soll zurückbleiben, aber nicht alle können überleben. Diesem Grundsatz des Spannungskinos müssen sich sogar die couragierten Halbwüchsigen aus "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste" hin und wieder beugen. Dabei ist die apokalyptische, von Sanddünen halbverschluckte Trümmerwüste, in die New York hier verwandelt wird, eigentlich ein einziger Abenteuerspielplatz für Pubertierende mit Pfadfinderinstinkten. Nur nicht für den, der von Zombies gebissen wird und eine erhebliche Veränderung seiner Persönlichkeit befürchten muss - so wie Winston (Alexander Flores). Dem Jungen wird unter Tränen und pathetischem Gehabe eine Pistole gereicht, der Knall des Schusses lässt die Weitermarschierenden kurz innehalten. Aber große Gefühle erzeugt das epische Spektakel selbst in diesen Momenten nicht.

"Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth" erzielte allein auf dem US-amerikanischen Heimatmarkt bei eher bescheidenem Produktionsbudget ein Einspielergebnis von mehr als hundert Millionen Dollar. Viel zu viel Geld, um nicht mit "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste" eine Fortsetzung zu liefern - wiederum basierend auf einem Roman von James Dashner.

"Maze", das ist hier das Wort für eine von Katastrophen und Seuchen zerstörte Welt, in der Zombies und andere unsympathisch abgewrackte Zeitgenossen ihr Unwesen treiben. Thomas (Dylan O´Brien) und seinen Freunden aus dem ersten Teil - darunter Winston, Minho (Ki Hong Lee), Newt (Thomas Brodie-Sangster), Frypan (Dexter Darden) und nicht zuletzt Teresa (Kaya Scodelario) - wird ausgerechnet von dem undurchsichtigen Janson (Aidan Gillen) in einer Mischung aus Knast und Hochsicherheits-Jugendherberge ein neues Leben versprochen.

Doch mit Hilfe des schüchternen Aris (Jacob Lofland) entdeckt Thomas ein fürchterliches Geheimnis: Auf Geheiß der unheimlichen Ärztin Aiva Page (Patricia Clarkson) werden Teens sediert und in seltsame Apparate eingezwängt, um aus ihren Körpersäften ein Heilmittel gegen die große Seuche zu entwickeln. Das ist für Thomas' Clique wahrlich ein Grund zur Flucht - vollbracht mit viel Energie und Hindurchrollen unter sich schließenden Toren in letzter Sekunde. Doch die nächste Unterkunft, ein halb zusammengebrochenes Einkaufszentrum, ist wegen der dort hausenden Untoten auch nicht gerade heimelig. Gewillt, sich den Rebellen in den Bergen anzuschließen, fallen sie Räuberhauptmann Jorge (Giancarlo Esposito) und der geheimnisvollen Brenda (Rosa Salazar) in die Hände. Als die Truppen des bösen Janson sie aufspüren, geht die Flucht inmitten von Kugehagel und Feuersbrünsten weiter.

So ließe sich die Handlung von "Maze - Die Auserwählten in der Brandwüste" endlos weitererzählen, ohne doch auf etwas anderes als das immergleiche Muster zu stoßen: Gefangenschaft, Aufbegehren, Ausbruch, wilde Verfolgung mit Geballer und wieder eine Falle. Und ab und an muss einer oder eine aus dem Überlebens-Spiel aussteigen, permanent oder auch nur kurzfristig. In diesen Momenten fordert der Film zum Einstehen für den Einzelnen auf. Dazwischen viel naseweises Überlegenheitsgefühl und viele Blicke mit offenem Mund auf Bestaunenswertes am Horizont.

Die Dystopie ist bei alldem nur dazu da, für Aufregung zu sorgen und dem naiven Optimismus Kontur zu geben. Doch die größten Gefahren wirken läppisch, wenn diese Teens mit Zielfernrohrgewehren und Schnellfeuerpistolen herumfuchteln dürfen. Die Zielgruppe muss entscheiden, ob sie dieses Porträt von sich für identifikationswürdig hält.

Quelle: teleschau - der mediendienst