The D Train

The D Train





Klassentreffen mit Hindernissen

Klassentreffen. Für die einen ein Pflichttermin, für andere das blanke Grauen. Trotzdem ist klar: Wenigstens zu einem runden Jubiläum, 20 Jahre nach dem Schulabschluss, sollten sich alle irgendwie noch einmal treffen, um gemeinsam in alten Zeiten zu schwelgen. Den undankbaren Job des Organisators hat in "The D Train" Dan Landsman (Jack Black) an sich gerissen, der in seinem Jahrgang nicht gerade zu den Beliebtesten gezählt hat - zumindest aus Sicht der anderen. Also muss er sich einen ganz besonderen Coup einfallen lassen, um nicht eine Absage nach der anderen zu kassieren.

Disco-Lichter, Glitzer-Deko und Namensschilder warten schon darauf, die ehemaligen Schüler der High School 20 Jahre nach ihrem Abschlussball wieder willkommen zu heißen. Problem bei der Sache ist nur, dass anscheinend niemand so richtig Lust hat, zum Klassentreffen zu erscheinen. Das Organisationskomitee, als dessen selbsternannter Vorstand Dan Landsman in Erscheinung tritt, sitzt wenig motiviert an den Telefonen und freut sich schon über jedes "vielleicht" beim Abklappern der Ex-Schülerliste. Auch nach getaner Arbeit ist irgendwie noch alles wie früher: Die anderen gehen gemeinsam trinken und haben Spaß, während Dan nicht mitkommen darf. Wenigstens hat er eine liebende Familie, die zu Hause auf ihn wartet.

Und da kommt ihm beim Fernsehen die gloriose Eingebung, als er in einem Werbespot Oliver Lawless (James Marsden), den ehemals beliebtesten Typen an der High School, entdeckt: Wenn er Dan Oliver, den großen Hollywood-Star, zum Kommen überreden könnte, würden sicher auch alle anderen zusagen! Also macht er sich unter einem Vorwand auf Geschäftsreise nach Los Angeles.

Was nun folgt, ist eine sympathische Komödie, die mit schrägen Situationen und amüsanten Dialogen punktet. Während Jack Black in der Regel durch seine Hyperaktivität auffällt, spielt er diesmal eine angenehm zurückhaltende Rolle. Trotzdem kann man in "The D Train" an vielen Stellen über ihn lachen, was auch am Aufeinandertreffen von dick und unscheinbar hier (Jack Black) und hot und sexy dort (James Marsden) zu verdanken ist. Denn die beiden lernen sich auf ihrem Reunion-Trip besser kennen, als manchem lieb ist.

Für das nötige Nostalgie-Gefühl sorgt ein 80er-Jahre-Soundtrack, der nicht nur die beiden zurück in ihre Jugend versetzt. "Never Tear Us Apart" von INXS und "I Want To Know What Love Is" von Foreigner haben dabei fast schon symbolische Bedeutung, wenn Dan und Oliver ihre Emotionen neu entdecken und sich gegenseitig eine neue Richtung im Leben geben.

Dass "The D Train" eigentlich gar nichts mit Zügen zu tun hat, wird dem Zuschauer erst am Ende wieder bewusst, wenn der Filmtitel seinen Sinn enthüllt. Bis dahin hat man eine unterhaltsame Kleinstadt-Komödie gesehen, die nicht der ganz große Wurf geworden ist, aber dennoch als Vorbereitung für alle dienen kann, die alt genug sind, um bereits ein Klassentreffen hinter oder demnächst noch vor sich haben. Wer ohne allzu große Erwartungen ins Kino geht, wird auf jeden Fall belohnt.

Quelle: teleschau - der mediendienst