Horror-Meister Wes Craven ist tot

Horror-Meister Wes Craven ist tot





Er war einer der bekanntesten und einflussreichsten Horrorfilmregisseure aller Zeiten. Nun ist Wes Craven im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Los Angeles gestorben. Der frühere Universitätsdozent, der erst mit 30 Jahren anfing, Horrorfilme zu drehen, schaffte den Durchbruch bereits mit seinem zweiten Film "Das letzte Haus links" (1972). Weltberühmt wurde er schließlich durch "Nightmare - Mörderische Träume" (1984). Der heutige Klassiker spielte bei einem Budget von nur 1,8 Millionen Dollar nicht alleine das 15-Fache ein: Drehbuchautor Craven schuf mit Freddy Krueger zudem eine der ikonischsten Horrorfiguren überhaupt. Als Grusel- und Horrorfilme in den 1990er-Jahren kaum mehr schocken wollten und immer weniger Zuschauer anlockten, erfand der in Cleveland, Ohio, in einer strenggläubigen Baptistenfamilie aufgewachsene Craven, das Genre neu. "Scream" (1996) wurde zum Überraschungshit. 15 Millionen Dollar kostete der ironisch-gemeinte Schocker mit damaligen "Jungstars" wie Neve Campbell, Liev Schreiber, Matthew Lillard, Rose McGowan und Drew Barrymore. Er spielte mehr als das 17-Fache seiner Produktionskosten ein. Es folgten die ebenfalls zugkräftigen Sequels "Scream 2" und "Scream 3". Zudem löste der "Scream"-Erfolg eine ganze Reihe von Metzelfilmen aus wie "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" oder "Final Destination". Cravens Filme waren stets sehr blutig. Bei ihm kam das Grauen nicht subtil, sondern plakativ. Die Opfer wurden zerstückelt und zerschlitzt, erhängt und gefoltert. Als Horrorfilm-Macher wollte Craven stets eine "absolute Wahrheit" zeigen, wie er sagte: "Und die ist blutig und scheußlich und gefährlich!" Ironischerweise sah der Horror-Meister selbst hingegen kaum Horrorproduktionen andere Macher. Allzu Drastisches wie die brutale Bibelverfilmung "Die Passion Christi" über den Kreuzweg Jesu mied er. Von solchen Szenen bekäme er Angst, so der Regisseur. Zuletzt war es um ihn etwas ruhiger geworden. Sein letzter Film war "Scream 4" (2011), der nicht mehr an die großen Erfolge der ersten drei Teile anknüpfen konnte. Craven, der an den Folgen eines Hirntumors verstarb, hinterlässt seine Frau Iya Labunka, mit der er seit 2004 in dritter Ehe verheiratet war.

Quelle: teleschau - der mediendienst