Trauer um Peter Kern

Trauer um Peter Kern





Als liebenswerter Melancholiker wurde er gemeinhin dargestellt, als ein Ritter von der traurigen Gestalt. Jetzt ist der Wiener Schauspieler und Autorenfilmer Peter Kern im Alter von 66 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben. Das meldet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die "Auskunft nächster Freunde". Nach schauspielerischen Anfängen in Keller- und Kleintheatern avancierte Kern in den 70er-Jahren zu einem der Senkrechtstarter des Neuen Deutschen Films. Regisseure wie Hans-Jürgen Syberberg ("Hitler"), Rainer Werner Fassbinder ("Faustrecht der Freiheit", "Despair") und Wim Wenders ("Falsche Bewegung") schätzten und besetzten ihn in ihren Filmen. Erste Bühnenerfahrungen machte er bei den Wiener Sängerknaben, es folgten Theater-Engagements und ab 1970 Filmrollen. Kinder, die ihn als Hauptdarsteller in "Neues vom Räuber Hotzenplotz" (1979) sahen, werden sein Gesicht so schnell nicht wieder vergessen haben. Kerns erste eigene Regiearbeit war "Eine Handvoll Vergnügen - Crazy Boys" (1987). In Christoph Schlingensiefs "Terror 2000" (1994) und "United Trash" (1996) sowie bei dessen "Hamlet"-Inszenierung (2001) spielte Kern bedeutsame Rollen. Der Österreicher machte früh seine Homosexualität zum Thema, auch seinem Übergewicht begegnete er mit liebevollem Schmäh. Zuletzt zeigte er sich bei der Berlinale im Februar anlässlich der Premiere seines Films "Der letzte Sommer der Reichen" infolge eines längeren Krankenhausaufenthalts stark erschlankt.

Quelle: teleschau - der mediendienst