Lena Gercke

Lena Gercke





"Echte Emotionen"

Ziemlich großartig hat ProSieben im Juni angekündigt, dass Lena Gercke und der Sender gemeinsam in die Zukunft gehen werden. "Lena is coming home", jubelten die Münchner in der Pressemitteilung. Senderchef Wolfgang Link sagte über die erste Gewinnerin von "Germany's next Topmodel" (2006) und frühere Presenterin des Klatschmagazins "red!" sogar: "Unsere Zuschauer lieben sie einfach." Ob dem wirklich so ist, wird sich natürlich erst noch herausstellen müssen. Die erste Chance auf Liebesbeweis erhält die 27-Jährige jetzt mit der neuen Primetime-Samstagabendshow "Prankenstein" (22. August, 20.15 Uhr). Was genau sich hinter dem Format versteckt, bleibt bis dahin ein bisschen rätselhaft. Gercke verspricht im Interview eine moderne Variante der "Versteckten Kamera" - nur "provokanter und emotionaler".

Ein "Prank" ist ein Streich. So viel ist schnell klar, wenn man eine Übersetzungsmaschine im Internet anwirft oder auch mal wieder in ein deutsch-englisches Wörterbuch blickt. Im Fernsehen werden Streiche gefühlt seit jeher inszeniert. Beispielsweise bei "Verstehen Sie Spaß?" (seit 1980). Oder noch älter: "Vorsicht Kamera" mit Chris Howland, eine Sendung, die bereits 1960 ins deutsche Fernsehen kam. Lena Gercke sagt, dass sie schon immer gerne "Versteckte Kamera" geguckt habe. Sie ist überzeugt: "Dieser Charme wird nie ganz aus der Mode kommen - egal, wie alt das nun ist."

Selbstredend darf das neue "Prankenstein" nicht nur ein Aufguss einer charmanten TV-Tradition sein. Die Welt hat sich längst weiter gedreht. Ein Blick auf YouTube genügt. Unter dem Schlagwort "Prank" sieht der User dort Streiche, die immens aufwendig produziert wurden, wenn beispielsweise ein junges Horror-Mädchen, das an "Der Exorzist" erinnert, unbemerkt in einem dunklen Aufzug erscheint. Die Reaktionen der geschockten Lift-Insassen wurden ein viraler Hit. "Prankenstein" will in diese Richtung. Aber nicht darüber hinaus. Bei YouTube sind auch "Pranks" zu sehen, bei denen ein angeblicher Selbstmörder erhängt in dunkler Nacht an einer Brücke baumelt. Ein Streich ist das dann nicht mehr. Das ist schlicht und einfach eine geschmacklose Entgleisung.

"Das, was wir gar nicht wollen, ist, Leute bloßzustellen", verspricht Gercke. Bei ihren Streichen solle ganz viel Ironie im Spiel sein, versichert sie. Und vor allem Spaß. Dass dieser auch Grenzen habe, sei dem ganzen Team bewusst. Zu diesem gehören auch die sogenannten Prankmaster Daniel Wiemer und Jan Stremmel sowie Antoine Monot jr., bekannt als der "Tech-Nick" aus der Werbung einer großen Elektronikhandelskette. Monot, ebenfalls seit jeher Anhänger von Streichen mit der Versteckten Kamera, wie er bekennt, sagt, es gehe immer dann zu weit, wenn Menschen in Not gebracht würden - sowohl körperlich als auch emotional. "Wir versuchen, eine Grenze auszuloten, wenn manchmal auch eine fiese!"

Schade ist, dass sowohl Gercke als auch Monot nicht ins Detail gehen wollen, wo denn nun genau eine Grenze bei "Prankenstein" sein soll. So etwas wie Rache oder eine Lektion seien mögliche Motive der Teilnehmer. "Es kann sein, dass ein Freund einen angeblich eitlen Sack etwas zurückpfeifen will. Keiner aber will eine Freundschaft oder die Partnerschaft aufs Spiel setzen", sagt Monot. Auch prominente Lockvögel oder Opfer soll es geben. Namen nennen Gercke und Monot keine. Die Aussage: "Das dürfen wir nicht verraten!"

So bleibt über "Prankenstein" ein Schatten des Rätselhaften. Wenigstens aber zehn "Pranks" sollen in der ersten Sendung zu sehen sein. Die Sendezeit drei Stunden (20.15 bis 23.15 Uhr) wird auch damit gefüllt, dass der Zuschauer verfolgen kann, mit welchem Aufwand die Streiche vorbereitet werden. Eine mögliche Explosion beispielsweise muss vorab getestet werden. "Wir wollen vor allem authentisch sein. Wir wollen nicht, dass irgendwas gestellt ist", sagt Gercke. Sie verspricht: "Echte Emotionen!"

Dass diese bei Lena Gerckes erster großer Abendshow auch rüberkommen, darauf hofft ProSieben. Der Sender hat das Model, die Ex-Fußballerfreundin und Moderatorin langfristig unter Vetrag genommen. "Lena Gercke wird in den nächsten Jahren mehrere Primetime-Shows moderieren", lautet die Ankündigung. Daraufhin fragte "Die Welt" bereits: "Will ProSieben aus Lena Gercke einen Raab machen?" Eine Antwort blieb die Zeitung schuldig. Ebenso Gercke selbst. "Was kommen wird, werden wir sehen", sagt sie in Interview. Zunächst zähle für sie nur "Prankenstein" - mit der ein oder anderen fiesen Nummer. Aber auch dafür werde sie geliebt, zumindest ProSieben-Chef Link weiß das ja bereits.

Quelle: teleschau - der mediendienst