Der kleine Rabe Socke 2 - Das große Rennen

Der kleine Rabe Socke 2 - Das große Rennen





Mit der Ringelsocke auf dem Gaspedal

Fast eine halbe Million Zuschauer hatte der familienfreundliche deutsche Animationserfolg "Der kleine Rabe Socke", der auf der Kinderbuchreihe von Nele Moost und Annet Rudolph basiert, 2012 in die deutschen Kinos gelockt. Da schien eine Fortsetzung natürlich unausweichlich: Für "Der kleine Rabe Socke 2 - Das große Rennen" kam das bewährte Team rund um das trickfilmerfahrene Regie-Duo Ute von Münchow-Pohl und Sandor Jesse wieder zusammen. Mit dabei: prominente Sprecher von Katharina Thalbach als gestrenge "Mutter Dachs" bis hin zum rotzfrechen Titelhelden, dem Pop-Star Jan Delay nicht nur die leicht arrogant krächzende Stimme, sondern auch den schmissigen Themensong "Ich bin wie ich bin, und das ist gut so" leiht. Überraschungen bietet die Fortsetzung - diesmal als ausgedehnte Abenteuer-Rennfahrt inszeniert - nicht. Und auch das ist vermutlich gut so.

Frechdachs Socke plappert viel zu gerne, um endlich mal genau zuzuhören - eine der wenigen charmant versteckten Appelle an die erwartete junge bis sehr junge Zuschauerschaft. Vor allem aber hat er mal wieder ziemlich viel Unsinn angestellt. Gefährlich unverantwortlichen Blödsinn sogar. Weil er nur sein selbstgebasteltes Renn-Gefährt im Kopf und den Geschwindigkeitsrausch im Gefieder hat, verursacht er ein potenziell lebensbedrohliches Malheur: Er rauscht mit seinem Kinder-Boliden gegen den Vorratsspeicher der Waldtiere. Prompt purzeln all die mühsam zusammengetragenen Obst-, Gemüse- und Korn-Vorräte in den nahen Bach - auf Nimmerwiedersehen. Wie soll man nun den unausweichlichen Winter überstehen, ohne zu verhungern?

Der kleine Rabe ahnt, dass er rasch handeln muss, um seinen weitreichenden Fehler wieder gut zu machen. Da fällt sein Blick gerade rechtzeitig auf ein Plakat für ein anstehendes Wettrennen, bei dem der Gewinner eine stolze Siegessumme abstauben darf. Obwohl ihm Mutter Dachs eigentlich das Rasen verboten hat, meldet sich Socke zusammen mit seinen unerschrockenen Unterstützern Eddie-Bär und dem kessen Biber-Mädchen Fritzi heimlich an. Ihr Ziel: Sie müssen auf jeden Fall als Erste über die Ziellinie brettern und mit der Geldprämie dann neue Vorräte kaufen. Soweit der Plan. Dass sie vor allem mit dem ehrgeizigen und reichlich ruchlosen Rennfahrer-Papagei Rinaldo aus Südamerika auf einen harten, nicht immer fairen Gegner treffen werden, damit hatten sie nicht gerechnet.

Heraus kommt ein Kinderfilm, der seine zentrale, ja einzige Handlungsidee in Spielfilmlänge auswalzt. Dabei kommt es zu witzigen, in Maßen atemraubenden Verfolgungsfahrten und einigen Spannungsmomenten, was den Ausgang des titelgebenden Rennens angelangt. Eltern, die wenig Interesse daran haben, schon allzu früh "Formel 1"-begeisterten Nachwuchs heranzuziehen, sollten um den etwas vorhersehbaren Im-Kreis-Herum-Film einen Bogen fahren. Alle anderen erwartet liebenswerter, aber harmloser Familienspaß mit kindgerechten Gags, ein wenig Aufmüpfigkeit und trotzdem ausreichend Werbung für Gemeinschaftssinn und Verantwortungsbewusstsein. Film-ästhetisch ist dies solide, wenn auch nicht wirklich opulent umgesetzt. Verregnete Wochenend-Nachmittage sollten sich mit dem Film allerdings problemlos bestreiten lassen.

Quelle: teleschau - der mediendienst