Palina Rojinski

Palina Rojinski





Mit Haut und Haaren

Als Sidekick der Spaßanarchos Joko und Klaas ("Circus Halligalli") wurde Palina Rojinski dem Fernsehpublikum bekannt. Ihre erfrischende Art, Spontaneität und Schmerzfreiheit verhalfen der gebürtigen Russin mittlerweile zu eigenen TV-Formaten: Unter dem Titel "Offline" ging die 30-Jährige erstmals 2014 ohne Handy und Geld für ihren Stammsender ProSieben auf Abenteuerreise, welche ab Donnerstag, 13. August, 23.30 Uhr, fortgesetzt wird. Nur der Sendetitel ist neu: "Inside - Unterwegs mit Palina". Am selben Abend, um 20.15 Uhr, startet auch die Ausstrahlung eines deutlich prominenteren Formats: Die Tanz-Castingshow "Got to Dance" startet in die dritte Staffel - mit Palina als Chef-Jurorin. Die ehemalige Juniorenmeisterin der Rhythmischen Sportgymnastik berichtet zu diesen Anlässen von ihrem privaten Tanzvergnügen und Handyverhalten sowie ihrer Vorliebe für Schuhlöffel und Bademäntel.

teleschau: "Got to Dance" geht mit Ihnen als Chef-Jurorin in die dritte Staffel. Wie fühlen Sie sich als Boss?

Palina Rojinski: Ich sehe mich selbst nicht als Chef-Jurorin, sondern ich bin einfach die Einzige, die aus der vorherigen Jury noch da ist. (lacht) Ich habe zwei wundervolle neue Kollegen: den Musical-Star und Tänzer Anton Zetterholm sowie Marvin A. Smith. Er ist ein bekannter Choreograph, der unter anderem für Helene Fischer die Bühnenshow entwickelt hat. Die beiden Herren konnten wir für die Show gewinnen und eine Dame: Alexandra Maurer als Moderatorin.

teleschau: Gibt es neben den personellen auch inhaltliche Veränderungen?

Rojinski: Es wird spannender, weil es weniger goldene Sterne, also Plätze fürs Halbfinale gibt. Und wir haben ein neues Tool für die Teilnehmer: Wenn jemand von nur zwei Jury-Mitgliedern den goldenen Stern bekommt und einen roten vom dritten, dann kommt er automatisch ins Call-Back. Das bedeutet, dass er noch mal an seiner Choreografie arbeiten kann und diese am selben Abend präsentiert. So erhält er eine Chance, uns alle drei doch noch zu überzeugen.

teleschau: Was macht für Sie einen guten Tänzer aus? Ist die Technik oder die Ausstrahlung wichtiger?

Rojinski: Wir suchen leidenschaftliche Tänzer, die das Tanzen atmen. Dass mal ein Patzer geschieht, das kann jedem passieren. Wir versuchen dann, den Sternenstaub aus den tollen Tänzern herauszukitzeln, der in ihnen steckt. Dafür fahren wir auch zu einzelnen Teilnehmern nach Hause, coachen sie vor den Battles noch ein bisschen und feilen am Ausdruck oder der Choreografie. Wir sind also dieses Mal noch näher an den Menschen dran, was mich sehr freut.

teleschau: Welche persönlichen Highlights gab es bis jetzt?

Rojinski: Es gab einige Überraschungen. Zum Beispiel Tanzstile, die ich noch nie gesehen habe. Ein Tänzer bewegte sich wie Michael Jackson - in einer unfassbaren Perfektion. Und es gibt ein Tanzpaar, bei dem der Mann nur einen Arm hat. Der hat uns mit seinem großartigen Tanz alle berührt.

teleschau: Tanzen Sie privat?

Rojinski: Ja! Morgens, in der Mittagspause und nach Feierabend - und zwischendurch eigentlich auch! (lacht) Vor allem mit Marvin macht mir das momentan ganz viel Spaß, weil er ein großartiger Choreograph ist und ein gutes Auge hat. Er hat mir schon einige tolle Tipps gegeben, zum Beispiel, wie ich mich beim Trailer-Dreh zu "Got to Dance" besser bewege.

teleschau: Wenn Sie privat in einem Klub tanzen gehen, können Sie dann so richtig abgehen, oder halten Sie sich zurück, weil die Leute Sie kennen und womöglich filmen könnten?

Rojinski: Definitiv die erste Variante: Ich kann gut abgehen. Zum Beispiel sind wir nach dem Dreh der Auditions alle zusammen in einen Klub gegangen und haben sehr wild getanzt. Denn wenn man tagelang so viele Tänzer sieht, dann möchte man im Anschluss gleich alle Moves ausprobieren. Als ich dabei gerade mit dem Kopf auf dem Boden stand und versucht habe, mit dem Körper hochzukommen, habe ich allerdings kurz gedacht: "Hoffentlich filmt das jetzt niemand von den Klubgästen!"

teleschau: Durch die Smartphones ist man nirgendwo mehr sicher.

Rojinski: Das stimmt. Aber ich bin auch nur ein Mensch. Ich denke mir in solchen Augenblicken: "Dann sieht es eben bescheuert aus, und irgendwer lädt es im Netz hoch!" Mir ist es wichtiger, den Moment zu leben.

teleschau: Apropos Smartphones: Letztes Jahr gab es einige Folgen von "Offline". Das Format, in dem Sie ohne Handy und Geld in einer fremden Stadt unterwegs sind, geht nun weiter unter dem Namen "Inside".

Rojinski: Genau: Dieses Mal bin ich in Hongkong, L.A. und Istanbul.

teleschau: Hatten Sie wieder besondere Erlebnisse?

Rojinski: Ich habe zum Beispiel in Hongkong einen Kung-Fu-Meister kennengelernt und mit ihm einen kleinen Film gedreht. Dafür sind wir auf einen Berg gestiegen, und ich habe dabei ein traditionelles Reisbauernkostüm getragen, so wie man das aus den alten Kung-Fu-Filmen kennt. Die haben wir nachgestellt.

teleschau: Das hatten Sie drauf?

Rojinski: Naja, ich habe mir dabei einen Muskel am Oberschenkel angerissen, weil ich unbedingt einen krassen Triple Kick machen wollte. Das war nicht so angenehm, vor allem das Sitzen fiel danach schwer. Ich war also mit Haut und Haaren bei der Sache.

teleschau: Gehen Sie privat auch öfter mal offline?

Rojinski: Ja, ich bin oft im Flugmodus und höre dann nur Musik übers Handy oder lese was. Vor allem, wenn ich mich mit anderen Leuten treffe, bleibt mein Telefon in der Tasche. Ich finde es respektlos, wenn man dabei auf sein Handy glotzt.

teleschau: Haben Sie viele Freunde außerhalb der Showbranche, die Sie auf dem Boden halten? Oder wie schalten Sie nach Drehs ab?

Rojinski: Fast alle meine Freunde haben nichts mit der Branche zu tun. Daneben habe ich zwei süße Hunde. Die schlafen hier gerade auf dem Teppich und haben mich eben abgeschleckt, als ich nach Hause kam. Das ist "unconditional love". Mit denen gehe ich gerne in den Wald. Dabei schalte ich ab. Ich bin zudem oft mit meiner Familie zusammen. Dann laufe ich auch ungeschminkt herum, sitze gemütlich im Café und lese eine Zeitschrift. Das können die Leute dann oft nicht fassen, wenn sie mich so sehen.

teleschau: Bei öffentlichen Auftritten haben Sie ja auch immer ein sehr außergewöhnliches Aussehen mit voluminösen, roten Haaren und auffälliger Kleidung. Wie wichtig ist Ihnen das extravagante Erscheinungsbild?

Rojinski: Ich ziehe einfach das an, was mir gefällt. Oft sagen die Leute dann auch: "Wie siehst du denn aus? Das ist furchtbar." Aber ich finde es schön. Und das ist das Wichtigste für mich: Ich muss mich wohlfühlen. Man kann nicht für andere seine Identität und seinen Stil ändern. Beratungsresistent sollte man allerdings auch nicht sein. Denn manche Menschen meinen es ja auch einfach gut.

teleschau: Wurde Ihnen schon mal gesagt, dass Sie sich umstylen sollen?

Rojinski: Das traut sich ja keiner. (lacht) Aber doch, das gab es tatsächlich schon mal in der ersten Staffel von "Got to Dance": Da kam ich mit einem orientalischen Gürtel, der Zotteln hat, und einem selbstgemachten Stirnband aus Stofffetzen, meinem Schlaf-T-Shirt und einem langen Rock ins Studio zur Kostümprobe. Alle Männer am Set sagten: "Oh mein Gott, Palina, was ist das? Es ist doch kein Karneval!" Aber die Frauen mochten es. Ich kriege sowieso immer mehr Komplimente von Frauen für meine Looks. Solche Reaktionen kenne ich schon, seitdem ich ein Kind bin.

teleschau: Sie sind in Russland geboren und kamen als Sechsjährige nach Deutschland - was ist typisch Russisch an Ihnen?

Rojinski: Dass ich die Sprache spreche und auch die Bücher russischer Autoren auf Russisch lese. Abgesehen davon, benutze ich Schuhlöffel. Die brauche ich. Das können meine deutschen Freunde nicht verstehen. Aber Schuhlöffel findet man in jedem russischen Haushalt. Ebenso wie Hausschuhe. Die trage ich zu Hause immer. Das ist nicht spießig, sondern einfach bequemer. Und ich liebe Bademäntel. Mittlerweile habe ich da schon eine kleine Auswahl. Ich bringe die immer aus dem Urlaub mit.

teleschau: Stimmt es, dass Sie die auch außerhalb Ihrer Wohnung tragen?

Rojinski: Ja! Denn ich kleckere beim Essen immer viel. Deshalb habe ich bei den Mittagspausen beim Dreh in meinem blauen, asiatisch angehauchten Seiden-Bademantel dagesessen, um nicht meine Kleidung vollzukleckern. Das sorgte für einige Lacher am Set.

Quelle: teleschau - der mediendienst