Cara Delevingne

Cara Delevingne





"Ich kann zwei Leben leben"

Komplimente gibt sie mit der ihr eigenen Schnoddrigkeit zurück: Ein höfliches "I like your boots", erwidert sie mit "I like your boobs too". Cara Delevingne, die in "Margos Spuren" (Kinostart: 30. Juli) ein verschwundenes Highschool-Mädchen spielt, scherzt gerne. Die 22-Jährige ist, wie es Schauspielkollege Daniel Brühl ("Die Augen des Engels") feststellte, ein Vulkan. Wie Recht er damit hat, zeigt sich auch in "Margos Spuren". Delevingne verkörpert zwar die Titelfigur, hat aber nur wenige Szenen. Die reichen jedoch aus, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Warum man ganz verrückt nach Cara Delevingne werden muss, zeigt sich beim Interviewtermin in Berlin. Die schöne Britin lacht viel, schweift ab, macht Scherze: Sie nimmt sich und die Welt gerne auf die Schippe, steckt jeden mit ihrer Fröhlichkeit an und schafft es dabei fast, sich hinter ihrer großen Klappe zu verstecken.

teleschau: "Margos Spuren" ist schon Ihr zweiter großer Film in diesem Jahr: Hängen Sie die Model-Karriere jetzt an den Nagel und konzentrieren sich nur noch auf die Schauspielerei?

Cara Delevingne: In diesem Jahr kommen sogar noch drei weitere Film mit mir ins Kino. Sie haben also gar keine andere Wahl: Sie müssen mich jetzt als Schauspielerin ertragen. Aber ich werde auch weiter modeln - nur sehr viel weniger. Und am Ende sind die Unterschiede zwischen beiden Berufen gar nicht so groß: Ich muss vorgeben, eine andere Person zu sein.

teleschau: Was hat Sie an der Figur Margo gereizt?

Delevingne: Ich habe beim Lesen des Drehbuchs festgestellt, dass Margo genau dieselben Sätze wie ich sagt - und ich meine: mit exakt denselben Wörtern. Es hat mich zunächst ein wenig verunsichert, dass ich mich selbst in Margo erkannt habe. Aber es hat mir auch gefallen, sodass ich alles daran setzte, diese Rolle zu bekommen. Es gibt einige Aspekte, die ich an Margo bewundere. Ich versuche sogar, ein bisschen mehr wie sie zu sein. Sie hat mir eine Menge beigebracht.

teleschau: Was denn?

Delevingne: Unerschrocken zu sein, zum Beispiel. Das ist besonders im Model-Business nicht unwichtig, da muss ich viele komische Sachen machen. Ich lernte von ihr, den Stier bei den Hörnern zu packen und auf ihm zu reiten - und nicht darauf zu hören, was andere Leute über mich denken.

teleschau: Wie waren Sie eigentlich selbst in der Schule?

Delevingne: Ich war eine Art Klassenclown und spielte den Leuten gerne Streiche. Ich war albern und seltsam und tat gerne verrückte Dinge - was ich heute noch tue.

teleschau: Also fühlt sich das Leben immer noch wie Schule an?

Delevingne: Ich hasse es, wenn es das tut. Dann sind die Leute zickig und kleinlich.

teleschau: Was war das Verrückteste, das Sie jemals für die Liebe getan haben?

Delevingne: Ich bin sehr weit gereist, um jemanden zu sehen. Außerdem schrieb ich sehr viele Liebesbriefe und Gedichte für Leute, in die ich heimlich verliebt war. Die ließ ich ihnen heimlich zukommen, ohne dass sie wussten, von wem sie sind.

teleschau: "Margos Spuren" handelt im Kern vom Wesen der Freundschaft: Was ist Ihnen an einer Freundschaft wichtig?

Delevingne: Loyalität und Vertrauen sind für mich sehr wichtig. Wenn ich jemanden wirklich ins Herz geschlossen habe, würde ich mich für diese Person vor ein Auto werfen. Ich bin in Sachen Freundschaft ein Sekt-oder-Selters-Typ.

teleschau: Wie schwer oder wie leicht ist es denn, in der Model-Branche echte Freunde zu finden?

Delevingne: Ehrlich gesagt war es für mich einfacher, Freundschaften zu pflegen, als ich mehr gemodelt habe: Man traf sich immer auf den Fashionweeks und konnte eine Menge Zeit miteinander verbringen. Jetzt bin ich viel mehr unterwegs. Ich habe in der Modelwelt ein paar richtig gute Freunde gewonnen - das ist in dem Geschäft nicht ganz unwichtig: Sie holen mich auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn ich meine Nase zu weit oben trage.

teleschau: Sie sind auf der ganzen Welt bekannt: Fühlen Sie sich manchmal wie im Goldenen Käfig?

Delevingne: Ich habe keinen Bodyguard oder so etwas, außerdem ziehe ich mich ganz normal an. Ich bin also ziemlich frei. Manchmal sprechen mich Leute an: "Irgendwie siehst du diesem einen Model mit dem komischen Namen ähnlich." Die kann ich aber leicht abwimmeln. Auf Fotos zum Beispiel sieht man mich nur zur Hälfte: Der Rest ist Make-up, Styling, Photoshop.

teleschau: Stört es Sie, dass die Leute in Ihnen eine andere Person sehen, als sie wirklich sind?

Delevingne: Überhaupt nicht. Das ist doch das beste, was mir passieren konnte. Ich kann zwei Leben leben.

teleschau: Sie scheinen in jeder Sekunde Ihres Lebens zu arbeiten: Wissen Sie eigentlich, wann Sie mal wieder frei haben und was Sie dann machen?

Delevingne: Vor Ende August habe ich keinen freien Tag. Selbst wenn ich mal keinen Termin habe, muss ich trotzdem organisatorische Dinge erledigen. Aber das Gute ist: Wenn man so viel arbeitet, weiß man die Freizeit umso mehr zu schätzen.

Quelle: teleschau - der mediendienst