Hot Tub Time Machine 2

Hot Tub Time Machine 2





Ach, du liebe Zeit!

Man kann nicht sagen, dass sie ihre zweite Chance nicht genutzt haben. Als Nick (Craig Robinson), Lou (Rob Corddry, Mitte) und Jacob (Clark Duke) vor fünf Jahren im Kino im magischen Whirlpool, dieser "verdammten Zeitmaschine", planschten, haben sie in der Vergangenheit die Gegenwart geändert. In der Fortsetzung "Hot Tub Time Machine 2" schwimmen sie im Geld, sind erfolgreiche, wenngleich geistig umnachtete Suchmaschinen-Giganten und Popstars. Nur der vierte im Bunde der Original-Gang, Adam, ist nicht mehr dabei: Darsteller John Cusack war nicht zu überreden, an der albernen Fortsetzung der albernen Zeitreisenkomödie mitzuwirken.

An Adams Stelle schrieben die Autoren seinen Sohn ins Drehbuch. Der heißt auch Adam (Adam Scott), und fristet in der Zukunft eine ziemlich spießige Existenz. Weil aber in der Gegenwart eine Menge schief läuft und eine Ladung Schrot im Genitalbereich von Lou eine neue Heimat findet, bekommt Adam Jr. Besuch aus der Vergangenheit.

Ach wie schön sind Zeitreisefilme. Als Zuschauer kann man sich einfach im Kinosessel zurücklehnen und muss sich über Logik keine Gedanken machen - weil die Zeit in ihrer linearen Form eben eine allzu verrückte Erfindung der Menschen ist. Was man tun kann, ist ein paar Parallelen und Zitate aus dem reichen Fundus der Zeitreisefilm-Geschichte zu suchen und zu finden. Die "Terminator"-Filme tauchen natürlich auf und die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie. Chevy Chase hat auch wieder einen Gastauftritt.

Weil sie sich im Zeitreisen-Whirlpool ein bisschen zu blöd anstellen, suchen Nick, Lou und Jacob nicht in der Vergangenheit einen Mörder, sondern in der Zukunft. Aber dann ist die Gegenwart ja auch schon wieder Vergangenheit. Potenzielle Kandidaten für das Attentat gibt es jedenfalls in allen Zeiten, weil sich die Herren mit ihrem ganzen Reichtum vor allem Arroganz und Dämlichkeit kauften.

Wenn dem Trio eins nicht fehlt, dann sind es Feinde. Sie schaffen es sogar, Elektroautos gegen sich aufzubringen. Vor allem Internet-Erfinder Lou gefällt sich in der Rolle des Mistkerls und zwingt seine Kumpels in einer beliebten TV-Show der Zukunft zu Analsex vor laufender Kamera.

Deftig, zotig, überflüssig: "Hot Tub Time Machine 2" ist nicht mehr als ein harmloser Klamauk, aber auch nicht weniger - und in seiner Albernheit wenigstens ehrlich. Regisseur Steve Pink versucht gar nicht erst, etwas anderes zu inszenieren, als eine hirnrissige Zeitreisen-Comedy, in der sich ein infernalisches Quartett hemmungslos austoben kann. Flache Witze über Titten, Drogen und Glatzen inklusive. Den sinnentleerten Schwachsinn braucht kein Mensch, aber immerhin wird Neill Patrick Harris Präsident der USA.

Quelle: teleschau - der mediendienst