Der Kaufhaus Cop 2

Der Kaufhaus Cop 2





Mein Name ist Blart - Paul Blart

"Das ist doch Paul Blart!" - So entfährt es der Frau im Publikum, deren Mann denselben Wachdienstjob wie der übergewichtige Blart (Kevin James) schiebt. Der sprengt gerade eine fernöstlich-märchenhaft angehauchte Tanzrevue in einem teuren Hotel in Las Vegas. Von der Decke baumelnd, mit lächerlichen Flügeln angetan und einem ehrlichen "Sorry!" auf den Lippen stößt das Fleischpaket wider Willen einen grazilen Tänzer nach dem anderen in das Wasser, das die Bühne umfließt. Dabei will Blart nichts weiter als den Schwachen helfen und böse Kunsträuber dingfest machen. Doch kann das jemand, der kein Fettnäpfchen auslässt? "Der Kaufhaus Cop 2", die Fortsetzung des sechs Jahre zurückliegenden Komödien-Hits, zeigt es - auf sehr unterhaltsame Art und Weise.

Der Held von einst muss diverse Schicksalsschläge wegstecken. Kaum jemand scheint sich daran zu erinnern, wie heroisch er die West Orange Pavilion Mall gerettet hat. Doch die Vereinigung der Wachleute hat ihn nicht vergessen. Sie lädt ihn zu ihrer Security Guard Expo ein - in Las Vegas! Blart fühlt sich äußerst geschmeichelt und reist mit Teenager-Tochter Maya (Raini Rodriguez) an. Die ist nicht nur wenig entzückt von Papas Auftreten im feinen Hotel. Sie weiß auch nicht so recht, wie sie ihm beibringen soll, dass sie fernab von daheim studieren will. Ihre Freundschaft mit dem gleichaltrigen Lane (David Henrie), der als Kellner jobbt, macht die Sache nicht einfacher.

Denn Sicherheit schreibt Blart auch dann ganz groß, wenn es um das Privatleben seiner Tochter geht. Dabei hat er eigentlich genug eigene Probleme. Mit Hotelmanagerin Divina (Daniella Alonso) gibt es Zwist, mit Sicherheitschef Furtillo (Eduardo Verástegui) Zoff. Und er bangt darum, Keynote-Speaker bei der Versammlung seines Verbandes sein zu dürfen. Niemand achtet indessen darauf, wie sehr sich der undurchsichtige Geschäftsmann Vincent (Neal McDonough) und seine Leute für die wertvollen Gemälde des Hotels interessieren. Kann Blart die Gangster stoppen? Das Fremdschämen über Paul Blart ist jedenfalls so groß, dass man ihm den Erfolg kaum zutraut.

Ist Paul Blart nun eigentlich sympathisch oder nicht? Dem ersten Teil wurde vorgeworfen, dass sich die Autoren, zu denen auch wieder Hauptdarsteller Kevin James gehört, in dieser Frage nicht entschieden hätten. Doch gerade die Ambivalenz fasziniert. Der schwergewichtige Wachmann, der so gern ein richtiger Polizist wäre, mag das Richtige wollen und ist gleichzeitig eben eine kaum erträgliche Mischung aus Überheblichkeit und Minderwertigkeitskomplexen. Blart steht stellvertretend für die vielen Menschen, die Verantwortung tragen und über fehlende Anerkennung frustriert sind.

Nur das Kino gibt ihnen eine Chance. Die Demütigungen, die Blart im exquisiten Tagungshotel einstecken muss, werden konsequent ironisch mit den Vorbereitungen zu einem absurd groß dimensionierten Kunstraub kontrastiert, der geradezu danach schreit, von Blart vereitelt zu werden. Auf dem Segway, mit Teaser-Waffen und herrlich umständlich nimmt er die Herausforderung an. Der Mann, dessen verbohrte Rechthaberei gegen die schöne Divina amouröse Blüten zu treiben droht und den jede Teppichfalte aus dem Gefechtskonzept bringen kann, steckt dabei voller Überraschungen.

Nicht nur seine Missgeschicke sind dabei stets vergnüglich. Zudem kommt "Der Kaufhaus Cop 2" auch ohne Fäkalhumor oder sexuelle Anspielungen aus, was inzwischen eher selten in US-Komödien der Fall ist. Und egal, ob man Paul Blart nun sympathisch findet oder nicht: Regisseur Andy Fickman liefert mit dieser Fortsetzung erstklassiges familientaugliches Kino.

Quelle: teleschau - der mediendienst