Spongebob Schwammkopf 3D

Spongebob Schwammkopf 3D





Land in Sicht!

Die Dauerrotation auf Super RTL ist bereits seit 2009 Geschichte. "Spongebob Schwammkopf" findet man seither mit der Fernbedienung nicht mehr so leicht. Die Ulknudel tanzt, singt und springt nun nur noch auf Nickelodeon, Marktanteil: unter der Ein-Prozent-Marke. Traurig, aber wahr: Der lebenslustige gelbe Schwamm hat hierzulande auch durch die dürftige mediale Präsenz seinen Kultstatus weitestgehend eingebüßt. In den USA dagegen erfreut sich die Trickfilmfigur nach wie vor größter Beliebtheit. Bei der neunten Staffel schauten 2013 regelmäßig zwischen drei und fünf Millionen Kinder und Erwachsene zu, wie es auf dem Meeresboden "wirklich" zugeht. 2014 setzte die Serie allerdings aus. Regisseur Paul Tibbitt und seine Kollegen arbeiteten an einem zweiten Kinofilm - in 3D. Während "Spongebob Schwammkopf 3D" in den USA bereits seit Ende Januar für klingelnde Kassen sorgt, darf er nun auch hier sein Glück versuchen.

Bereits seit 1999 läuft die Kinderserie in den Staaten. Ob sie überhaupt für Kinder gedacht oder gar geeignet ist, daran scheiden sich seither die Geister. Vereinzelte Querverweise zu Hoch- und Popkultur erfreuten auch stets die erwachsenen Zuschauer. Doch dies oder auch die Frage, ob Spongebob und der Seestern Patrick homosexuell sein könnten, was gerade in der amerikanischen Rechten heiß diskutiert wurde, dürfte den Kleinen egal sein. Sie freuen sich an der bunten Welt und den ständig quakenden, durchgeknallten Figuren. Wie es sich für einen Kinofilm anno 2015 gehört, wurde ihr Treiben in drei Dimensionen animiert.

Trotz alledem geht es in der ersten Filmhälfte zu wie in einer herkömmlichen "Spongebob Schwammkopf"-Folge. Die Macher schenkten der gewohnten 2D-Optik nur ein paar Tiefen, was nicht unbedingt nötig war, aber sympathisch wirkt. So geht der gelbe, quaderförmige Schwamm seinem Beruf als Burgerbrater nach, und der Einzeller Plankton versucht wie so oft, die Formel für den beliebten Krabbenburger zu stehlen. Auch wenn der frustrierte Winzling auf der großen Leinwand größere Geschütze für sein Vorhaben auffährt als auf der Mattscheibe - unter anderem einen Panzer oder einen riesigen Roboter -, so richtig vom Hocker reißt der Standard-Plot nicht. Gerade auch weil die Gags altbekannt wirken.

Doch der zweite Kinoausflug hat noch einen Trumpf im Ärmel. Und dieser Trumpf heißt Antonio Banderas. Der "Desperado"-Held spielt den Piraten Burger Beard, der das Scharmützel zwischen Plankton und Spongebobs Freunden aus einem magischen Buch vorliest. Wie sich herausstellt, kann er die Geschichte beeinflussen, indem er sie einfach umschreibt. So schafft er es, sich die Geheimformel für die leckeren Unterwasser-Fleischbrötchen in die eigenen Hände zu dichten. Bikini Bottom verkommt zu einer "Mad Max"-Welt - inklusive Lederriemen-Klamotten. Überall brennt es, Recht und Ordnung sind ausgesetzt. Dieser Anblick bringt Spongebob und Plankton dazu, sich zu verbünden.

Das ausgedehnte Finale findet am Strand statt, wo sich die beliebten Charaktere formverändert in echtem 3D zeigen, dabei aber eher den Plastikfiguren ähneln, die es vor wenigen Jahren als Burger-Beigaben bei einem Fast-Food-Schnellrestaurant gab. Mit diversen Superkräften versuchen sie, das so wichtige Papierstück mit den geheimen Zutaten zurückzuerobern. Dabei nimmt die wilde Hatz noch einmal richtig Tempo auf. Und weil die Gags dabei immer besser zünden, ist "Spongebob Schwammkopf 3D" doch mehr als eine überlange Episode des Kinder- (und Erwachsenen-)Quatsches.

Trotzdem gehen dem Streifen die frischen Ideen ab, mit denen der erste Film 2004 noch auftrumpfte. Darin ging es um das Erwachsenwerden - und schließlich das ewige Kindsein. Was das zweite Kino-Abenteuer gerade Kindern vermitteln will, steht in den Sternen. Es wirkt beinahe wie ein letztes, ausgedehntes Hallo vom überdrehten Kicherschwamm und dessen Kumpanen. Zumindest hier in Deutschland könnte es auch als ein solches wahrgenommen werden.

Quelle: teleschau - der mediendienst