Ben Wettervogel

Ben Wettervogel





Trauer um einen sympathischen Frühaufdreher

Der ZDF-Wettermoderator Benedikt Vogel, dem Fernsehpublikum nur als "Ben Wettervogel" bekannt, ist offenbar tot. Der 53-Jährige, der lange zu den beliebtesten TV-Metereologen des Landes zählte, sei am Montagnachmittag tot in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichshain aufgefunden worden, berichtete "Bild" am Dienstag. Dass sich Wettervogel, wie in ersten Medienberichten angedeutet, erschossen hat, wurde seitens der Behörden bislang nicht bestätigt. "Wir sind tief betroffen", teilte das ZDF mit.

Berühmt wurde Wettervogel, als er vor zehn Jahren anfing, im ZDF-"Morgenmagazin" regelmäßig die ersten Wettermeldungen zu verkünden. Kein leichter Job, wenn man bedenkt, dass es bei schlechten Nachrichten allzu oft der Bote ist, der dafür angefeindet wird. Es gibt Leute, so sagte Wettervogel einmal im Interview mit der Agentur teleschau, "die schreiben schon wegen einem Grad eine Beschwerde-Mail". Seine Rezeptur dagegen: Humor, ein dickes Fell und Entertainerqualitäten. Der Diplom-Meteorologe grinste auch dem hartnäckigsten Tief frech ins Gesicht. Mit seiner guten Laune, meinte er selbstironisch im Interview, "gehe ich den Kollegen durchaus auf den Geist".

Ben Wettervogel konnte plaudern. Was ihn fürs Radio prädestinierte. Seit 1990 hatte der gebürtige Münsteraner Wetterberichte moderiert. Erst bei Antenne 1, Antenne Thüringen, bei Radio NRW und bei SWR3, später wechselte er ins Fernsehen. Seit Januar 2005 gehörte er der Wetterredaktion des ZDF-"Morgenmagazins" an, wo er bis 2014 als Moderator im Einsatz war.

Die Schlüsselqualifikation war auch hier: die gute Laune. Dennoch meinte Wettervogel: "Man muss sehen, dass man auf keinen Fall zum Kasper wird." Im Studioalltag zählte für ihn die richtige Mixtur aus ein paar charmanten Sprach-Ideen, fachlicher Qualifikation und Ausstrahlung. Letztere fußte bei Benedikt Vogel schon zum gewissen Teil auf dem "Künstlernamen". "Wettervogel" ... - wer hat da nicht sofort ein Bild vor Augen! Die Geschichte dazu liegt auf der Hand, wenn man weiß, dass er ein leidenschaftlicher Hobby-Kicker ("ich treff' die Pille ab und zu") war. Vorbild in Sachen Namensgebung sei für ihn Andreas Neuendorf, Ex-Profi von Hertha BSC, gewesen, der das "Zecke" auf dem Trikot stehen hatte. "Da wollte ich auch hin", sagte er. Und irgendwann hat sich Benedikt Vogel, von den SWR 3-Hörern eh schon immer "Der Wettervogel" genannt, eben auch sein "Ben Wettervogel" in den Pass eintragen lassen.

Ben Wettervogel wird dem Publikum keineswegs als der TV-Metereologe mit dem höchsten Klamaukfaktor im Gedächtnis bleiben, sondern vielmehr als der Ansager, der die Präsentation des Wetters besonders gerne in Form einer kleinen Außenreportage zelebrierte. Das Bild eines gegen manchmal widrigste Bedingungen anmoderierenden Ben Wettervogel bleibt unvergessen. Ohnehin ging er in mancher Hinsicht seinen eigenen Weg, aber eines hatte der leidenschaftliche Hobbysegler doch mit den allermeisten seiner Kollegen gemein: Er liebte das Wetter. Jedes.

Als Erster meldete sich am Dienstagmorgen ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke via Twitter zu Wort: "Ich fasse es nicht! Das darf doch nicht wahr sein", schrieb er. Auch Thomas Skulski, Sportmoderator im ZDF-"Morgenmagazin", äußerte sich bestürzt: "Das macht mich sehr, sehr traurig. Und ist unfassbar." Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen teilte mit: "Mit Bestürzung haben wir heute Morgen vom Tod unseres ehemaligen Kollegen Ben Vogel erfahren. Wir sind tief betroffen." Theveßen erklärte auch: "Leider konnte die Zusammenarbeit mit ihm als Wettermoderator im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt werden."

Quelle: teleschau - der mediendienst